Letzte Aktualisierung am 9. März 2026
wichtige Vorbemerkung: Dieser Artikel wurde in keinster Weise mit negativen Absichten oder Hintergedanken verfaßt. Er schildert lediglich einen Erfahrungsbericht mit einem Computerhersteller und beruht auf Tatsachen, die belegt werden können, gleich eines Testberichtes. Ich berufe mich auf das Recht der Pressefreiheit und auch die freie Meinungsäußerung, distanziere mich strikt von beabsichtigter Geschäftsschädigung. Alle in diesem Artikel genannten Markennamen und Warenzeichen sind Eigentum ihrer jeweiligen Hersteller.
Der neue Rechner
Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von Bill Gates ausging, dass in der ganzen Welt geschätzt wurde. Um die Betriebssysteme zu renovieren, stellte Gates ein völlig neues, unvergleichbares Betriebssystem vor, dass den Computermarkt revolutionieren sollte: Windows XP. Doch alte Computer wehrten sich gegen dies und begangen im Laufe der Zeit eine Revolte und streikten des Öfteren. Kurz um, um langfristig stabil und zuverlässig mit Windows und Office XP arbeiten zu können, suchte ich nach einer neuen Infrastruktur und gedachte im Juni 2002, dass ich mir ja nach zweieinhalb Jahren mal wieder einen neuen Computer kaufen könnte. Immerhin gibt es ja viele Neuerungen im Bereich der Chipsätze und Prozessoren, die den Kauf interessant werden lassen konnten. Ich zog also los und suchte in Marburg einen Händler, der mir für mein Geld ein gutes System bot. Als Maximum setzte ich mir 1000 Euro und bevorzugte Hersteller, wie Fujitsu-Siemens, IBM oder HP, auch Compaq käme mir gelegen.
Nun sollte es wieder ein Fertig-PC sein, weil ich keine Lust mehr auf Bastelei habe, das muß ich im Alltag genug. Außerdem hatte ich mit meinem Fujitsu-PC mehr als gute Erfahrungen gemacht, so dass es für mich keinen Grund gab, wieder selber bauen zu müssen. ich hatte eigentlich nur den Anspruch an eine zuverlässige Büromaschine, welche ich aber auf Grund meines Systemausfalls gerne am selben Tag hätte um gleich weiterarbeiten zu können. – Ich zog also durch ganz Marburg und fand diverse Rechner, jedoch mit Preisvorstellungen jenseits von Gut und Böse. So gab es bei Quelle einen FSC-Computer mit Alu-Gehäuse, 1 GHz Celeron und nachträglich unprofessionell eingebautem Brenner, wodurch Schrauben am Gehäuse beschädigt wurden bzw. ganz fehlten, für satte 899 Euro. Versuche zu handeln blieb aus, da der Geschäftsführer nicht da sei und sich keiner kompetent fühlte, aber sie haben ihn inzwischen wohl verkauft. – Nun gut, nachdem ich schon einmal zögernd an Vobis vorbeigegangen bin, aufgrund wie ich sagen mußte früherer schlechter Erfahrung mit Komplett-Systemen dieses Herstellers, betrat ich nun den Laden doch einmal um zu sehen, was sie mir bieten könnten. Der Verkäufer, den ich schon länger vom Sehen kenne, denn Zubehör kaufte ich dort öfters und an Freundlichkeit und Sympatie fehlt es der Filiale nicht, zeigte sich bemüht und hat mir auch einen Rechner angeboten, das „Angebot des Monats“. Dieses gute Stück mit der Bezeichnung Highscreen XI Professional 2,2 GHz machte einen soliden Eindruck. Verzicht auf Betriebssystem, lediglich vorinstalliertes IBM-DOS, kam mir gerade Recht, da ich bereits über ein Windows XP OEM verfügte. Ein Aufkleber an der Frontseite „Designed for Microsoft Windows XP“ verriet mir zusätzlich, dass das Gerät sicher für meine Zwecke geeignet sein könnte. Der Verkäufer öffnete das schraubenlose Gehäuse, um mir einen Blick ins Innere zu gewähren. – Hmm, sieht auf den ersten Blick sauber aus, auch wenn es merkwürdig „dreckig“ im Gehäuseinneren wirkte, aber ich habe mich sicher getäuscht. – Ich kaufte den Computer und trug ihn stolz nach Hause: 2,2 GHz Pentium 4, 512 MB RAM und 60 GB Festplatte sollten nun unter meinem Schreibtisch platz finden, verpackt in einem doch für meine Ansprüche recht ansprechendes Design.
Erster Einsatz
Nach dem Auspacken baute ich zunächst meine Hardware ein, die drei Steckkarten für Internet, LAN und Fernsehen. Die Laufwerke waren ein SONY DVD-ROM und ein SONY Brenner, wobei das DVD-ROM 40fach CD und 16fach DVD, der Brenner 40fach liest und 24fach schreibt. – Ich installierte nun Windows XP Professional und das Gerät lief, nur ein helles Sirren störte, was wohl vom Prozessorkühler ausgehen mußte, aber bei dieser Taktfrequenz wohl unumgänglich. – Nach der recht problemlosen Installation ging ich ins Internet auf die VOBIS-Seite, um noch mal mehr über den PC herauszufinden. – Das erste, worüber ich stutzig wurde, war der Preis. Ich habe 995,- Euro bezahlt, im Internet kostete er das zunächst auch, nach einigen Tagen stand er für 999,- Euro im Netz. – Einfach so, klammheimlich geändert. Zudem wurde er mit einem 48fach lesenden DVD-ROM-Laufwerk angeboten, sowie einem 32fachen CD-Brenner. Komisch war, dass dies auf meiner Rechnung ebenso ausgezeichnet war. Dies veranlaßte mich dann doch mal, an Vobis eine Mail zu schicken und vorsichtig anzufragen, ob es nicht möglich sei, mir dieses Versehen sei es durch Preisnachlass oder eine freundliche Geste, wie einen Packen Rohlinge, auszugleichen. Tatsächlich schrieb mir der Filialleiter der Marburg-Filiale und bot mir eine Gratis-Spindel zum Abholen unter Vorlage dieser Mail an, wobei ich natürlich dies gerne angenommen habe. Nicht zuletzt auch deshalb, weil ich in gleicher Filiale einen hervorragenden Yakumo TFT-Bildschirm erworben habe, woran es im Gegensatz zu diesem Computer überhaupt nichts auszusetzen gibt.
Nach einigen Tagen passierte es zunächst einmal, dass sich der Computer einfach so aufehangen hat und zwar unter Windows. Einfach so, völlig sporadisch und vor Allem ohne Vorankündigung. Dies passierte ein zweites, ein drittes mal, bis hin zu einem Sonntag, wo es bereits ca. 10 Minuten nach dem Einschalten passierte. – Ich kam nicht um hin, das Gerät zu untersuchen und schaute mir noch mal das Gehäuse an. – Die Krümel, die ich bemerkt habe, stellten sich als sichtbare Verunreinigung des Gehäuses aus, was mich dann doch etwas entsetzt hat, denn dies kannte ich bislang von Fertig-PC’s nicht. Fujitsu-Rechner, von denen ich viele kenne, sind alle klinisch rein, auch von IBM kenne ich das. Aber so? – Nun gut, ich habe einfach das Gehäuse gereinigt und somit auch alle Steckkontakte der einzelnen Komponenten. Nebenbei habe ich mir noch den Prozessor zerstört, was allerdings auf meinen Mist gewachsen war, denn erst hinterher habe ich in der c’t gelesen, dass diese Wärmeleitpads im kalten Zustand verkleben und man diesen nur bei laufendem Rechner tauschen sollte, somit ist mir das nicht als Erster passiert. Ich tauschte daher die CPU und kaufte mir die deutlich preiswertere 2 GHz-Variante, die für meine Ansprüche ausgereicht hat. Da ich die CPU auch als mögliche Schwachstelle empfunden habe, konnte ich zumindest auf diese Weise prüfen, ob es an ihr lag. Der Vobis-Mann meinte, ich hätte ja den PC auch zu denen bringen können, Garantie und so. Aber ich gab ihm zu verstehen, dass ich das lieber selbst mache und da recht eigen bin, als das Gerät irgendwem in die Werkstatt zu geben. Und bei seinem Nikotindurchsatz inmitten offener PC’s, was ich ihm im Übrigen nicht gesagt habe, ist es eh für mich klar, dass der das Ding nicht auf die Theke bekommt. – Nun gut, die CPU kam, lief einwandfrei und war aufgrund des original Intel-Kühlers um Längen leiser als der von Highscreen installierte Billig-Kühler. ich machte den Kasten wieder zu und er lief. Gleich am selben Tag kamen die Aufhänger jedoch wieder und ich vermutete nun Überhitzung. Fragen an Vobis blieben unbeantwortet, im Internet machte ich mich dann mal schlau und mein Cousin meinte auch, es könnte ja ein Wärmeproblem sein, somit mußte ein Gehäuselüfter her. Das Herolchi-Netzteil ist zwar von den Werten her stabil und zuverlässig, der Kühler allerdings ein Spielzeug und schafft überhaupt keine Wärmeabfuhr. Vobis bot mir einen Billig-Kühler an, der zwei Wochen nach Bestellung endlich mal ab Lager war und den ich aufgrund der minderen Qualität und des überhöhten Preises mal lieber nicht genommen habe. Zumal die Angaben über die Einbaumöglichkeiten überhaupt nicht gestimmt haben, der Herr im Vobis wußte ja auch nicht, welches der zahllosen Gehäuse ich denn nun hätte, zumal die gleichen Rechner dort in der Ausstellung standen. Übergangsweise behalf ich mir damit, die seitliche Klappe einfach offen zu lassen, dann lief er wenigstens einwandfrei, was das Wärmeproblem somit nachweislich bestätigt hat.
Tücken im Detail
Eines Sonntags nun, ich war gemütlich im Internet, ertönte ein Knallen aus dem Rechner. Dann wieder, und noch einmal. Ich kannte das Geräusch, Leseköpfe der Festplatte. Nach näherer Beurteilung stellte sich ein Headcrash heraus. Dies war nun endgültig zuviel und ich zerlegte den ganzen Schrotthaufen, zumal auch unsere Umsatzsteuererklärung 2001 – leider noch ungesichert – auf dem nun kaputten Datenträger verweilt ist, die Sicherung wollte ich eigentlich noch an diesem Sonntag durchgeführt haben. Ich brachte die Platte mal wieder zu Vobis, man könne das ja überhaupt nicht verstehen, Western Digital sei eine hervorragende Firma und hätten einen super Support. Nur komisch, dass die Austauschplatte eine von Maxtor gewesen ist, die ich im Übrigen gleich einem Freund gegeben habe, den Rest in eBay verkauft. – Und da stellte sich wieder ein „versteckter Mangel“ heraus, und zwar die Grafikkarte. Diese OEM-Karte von Gigabyte mit einem ATI Radeon 7500-Chip und 64 MB SDRAM entpuppte sich im Nachhinein als eine Radeon 7500LE, wo weder auf dem PC noch auf der Rechnung, ein Hinweis vermerkt wurde. Der Hauptunterschied ist, dass die LE keinen Kühler besitzt und einen geringeren Befehlssatz, somit konnte ich die Überhitzung auf die Grafikkarte zurückführen, was mir aber zu diesem Zeitpunkt egal war.
Das Spektakel zog sich von mitte Juni bis Anfang September hin, wo ich mich nur auf mein FSC-Notebook verlassen mußte und auch konnte. Ich habe wieder selbst gebaut und wie man sieht, arbeitet dieser Rechner doch einwandfrei. – Auf das Gehäuse des Notebooks, dass ich im Übrigen zum Sperrmüll gestellt habe, möchte ich nicht näher eingehen, denn dass diese bei Fertig-Rechnern sicher nicht dem Qualitätsanspruch entsprechen wie bei Selbstbau-PC’s, ist meistens so. Die Gehäusefrage ist ohnehin ein Problem, lediglich bei IBM habe ich wirklich stabile Gehäuse finden können. FSC ist so eine Sache, wenn man sie nicht zu häufig öffnet, gehen die wohl. Aber das Highscreen-Gehäuse hatte nicht mal wechselbare Frontblenden, sprich: Zum Ruasbrechen, was dann doch recht unüblich ist. Nach dem Abnehmen der Frontblende ist sofort etwas abgebrochen, diese hielt nicht mehr fest, die Blechdeckel, die seitlich eingeschoben und festgeklickt wurden, waren auch nicht das, was ich als stabil bezeichnen würde, insgesamt ein „Klapperkasten“.
Fazit
Ich bin kuriert und es wird auf meinem Schreibtisch nun endgültig kein VOBIS-PC mehr geben. Nun kann ich auch nachvollziehen, warum – und das ist kein Scherz – einige Menschen, denen ich davon erzählt habe, herzzerreißend gelacht haben. – No more Vobis…
Stephan Merk
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