Roland Boutique-Serie: Kompakte Synthesizer, nur für was und wen?

Letzte Aktualisierung am 11. Januar 2026

Als mein Cousin Carsten und ich auf der SuperBooth im Jahr 2017 waren, hier der zugehörige Podcast, kam ich mit den Roland Boutiques erstmals in Berührung. Spannend fand ich sie alle, aber es wäre doch eine größere Investition gewesen und weil es sich schon um die zweite Auflage handelte, wollte ich meine Sammelleidenschaft gar nicht erst aktivieren. Als dann aber der Roland D-05 schon fast nicht mehr zu kriegen war, wollte ich unbedingt einen mit zugehörigem Tastatur-Dock haben, alleine schon meiner Erfahrung mit dem Roland D-50 wegen. Es war zwar kein Fake-Shop, aber irgendwie doch, denn der als angeblich neu aus Italien gelieferte D-05 entpuppte sich als JU-06A und den wurde ich nicht mehr los, denn der Shop war weg. Einen Roland D-05 erstand ich dann bei eBay in sehr gutem Zustand zum fairen Preis und weil eh schon alles egal war, gönnte ich mir noch die passende TR-08 dazu. Das sollte es erstmal gewesen sein, zumindest bis zum Herbst 2025. Nun sind es insgesamt 11 Boutiques geworden und ich möchte die Serie hier vorstellen. Ausführliche Tests gibt es zur Genüge bei AMAZONA.de unter Anderem, die ich an entsprechenden Stellen verlinke. Ebenso die zugehörigen Vintage-Artikel, so muss ich nicht auf alle technischen Details eingehen.

Roland Boutique Neigungswinkel

Eigentlich ist es Envision und den unsäglichen Erfahrungen mit Ally zu verdanken, dass ich meine monetären Mittel zunächst in einen JD-08 und JX-08 investierte. Pech für mich, denn so begann ich doch das Sammeln und einige konnte ich günstig gebraucht erstehen, andere neu im Abverkauf oder als Sonderangebot bei kleineren Musikläden. Vier fehlen mir noch, so sind mir die ersten drei zu kompromissbehaftet und der SE-02 ist kein legendäres Instrument, dafür ein echter Analogsynthesizer. Wer weiß, vielleicht packt es mich und ich komplettiere die Sammlung noch. Die Boutiques sind immerhin wertbeständig, sogar im Fall des D-05 und TR-09 wertsteigernd, denn sie wurden auf je 5.000 bis 8.000 Stück verknappt. Neben den obengenannten sind einige noch erhältlich, TB-03, SH-01A, TR-08, JU-06A, bei der TR-06 wird es schon schwierig. Ob dies an einer geringeren Nachfrage oder limitierten Stückzahl liegt, ist schwer auszumachen. Inzwischen sind einige schon wieder im Preis etwas gestiegen und die Differenzen sind teils enorm.

Roland Boutique, Fluch oder Segen?

Die Diskussion über den Charakter, ob und warum analog besser als Digital klingt, will ich nicht anfangen. Fakt ist, dass abseits von extremen Filtereinstellungen und im effektbehafteten Mix die Mehrzahl ohnehin nicht ausmachen könnte, ob es sich beispielsweise um einen echten (druckvollen) Jupiter-8, einen (klinischen) JP-08, ein Sample oder eine Replik handelt. Alleinunterhalter freuen sich indes über populäre Presets (als Beispiel Fantasia des D-50, bekannt als Flippers-Sound). Moderne Popmusik dürfte auch nicht von der Authentizität leben, sondern ob und wie die Sounds schlussendlich in den Mix passen. Daher überspringe ich dies verbunden mit dem Hinweis, dass drei analoge Vorbilder ohnehin abhängig von Alterungsprozess und Pflege unterschiedlich klingen, was ist also das „echte“ Original? Statische Samples natürlich ausgenommen, denn solche Kurzaufnahmen können natürlich nicht wie beim Vorbild authentisch manipuliert werden. Übrigens gibt es selbst bei den digitalen Vorbildern Unterschiede, weil die Wandler und nachgeschaltete Verstärkersektion anders als Emulationen klingen. Am Roland D-50 konnte ich dies nachvollziehen inklusive Eigenrauschen.

Roland TR-08, JU-06A, D-05 und dTronics DT-01

Mit der Roland Cloud gibt es Konkurrenz aus eigenem Hause, die Plug-Ins sind günstiger und vielfältiger. Optisch orientieren sie sich näher an den Originalen und sind aufgrund mehr Rechenleistung des Computers weniger begrenzt. Wer alle Klassiker haben möchte, kann ein Abo-Modell wählen oder bekommt die Instrumente im Einzelkauf oder als Bundle. Für Musikschaffende sind die Plug-Ins durchaus sinnvoll und flexibler, wer noch mehr Geld investieren will, nutzt die Boutiques dann eben als kompatible Controller oder kann beides miteinander kombinieren. Eine Idee, die auch von Korg für einige moderne Synthesizer aufgegriffen wurde, die man wahlweise als Software, Hardware oder beides kaufen kann.

alter.audio Timetosser mit Roland MC-707

Diskutiert wird auch immer wieder über die Frage, ob Software nicht genügt. Programme sind zwar schnell gekauft, aber Systemänderungen und Aktivierungen sorgen nicht selten für Ärger. So manchen Software-Synthesizer kann ich heute leider nicht mehr nutzen oder aktivieren. Die Hardware schalte ich ein und sie funktioniert, sofern sie nicht kaputt geht, auch lässt sich diese besser verkaufen. Kritik an der Boutique-Serie gibt es nicht nur wegen der Preise, sondern auch wegen des recht gedrungenen Bedienkonzepts. Doppelbelegungen und Abweichungen vom Original, sowohl in positiver als auch negativer Hinsicht, lassen Musiker mit gemischten Gefühlen zurück. Keine professionellen Anschlüsse und dedizierte Gerätetreiber für die Betriebssysteme sind weitere Aspekte, die gegen die Boutiques sprechen können. Weil die Vorbilder mitunter 45 Jahre überschritten haben und nur noch selten in gutem Zustand für horrende Preise zu kriegen sind, ist die Boutique-Serie trotzdem interessant, wenn man sich mit den Instrumenten einzeln beschäftigen möchte und zumindest ein Gefühl für die damalige Arbeitsweise entwickeln will. So stelle ich an mir fest, dass ich mich mit der Software zumindest so gut wie nie beschäftige, aber viel lieber mit der Hardware.

Die Vorgeschichte

Schon seit den 60er Jahren entwickelte die in Japan ansässige Roland Corporation Rhythmusgeräte, vorzugsweise für den Orgelspieler. In den 70er Jahren kamen die ersten analogen Synthesizer hinzu, 1978 der Vocoder VP-330 und die ansatzweise programmierbare Rhythmusmaschine CR-78, die beispielsweise Blondie, Visage und Phil Collins einsetzten.


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1981 brachte Roland mit dem Jupiter-8 einen vergleichsweise günstigen polyphonen Analogsynthesizer heraus, der bis heute begeistert und den teuren Instrumenten aus Amerika das Leben erschwerte. Gleichwohl erreichte der programmierbare Drumcomputer TR-808 Kultstatus aufgrund des markanten Sounds, der Hip-Hop wie kein anderes Instrument prägte und nicht nur Marvin Gaye inspirierte.


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Dagegen waren die günstige TR-606 Drumatix und TB-303 Bassline anfangs ein Flopp und sollten eigentlich Gitarristen unterstützen, doch klangen sie weder nach Bass und schon gar nicht nach Schlagzeug und wurden deshalb zunächst verramscht.


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Digitale Drumcomputer wie die Linn LM-1 hörte man indes bei Michael Jackson und vielen anderen, so dass auch die größtenteils analoge TR-909 zunächst ein Schattendasein führte. Als dann Acid Ende der 80er Jahre aufkam und DJs in Detroit diese Instrumente entdeckten, erreichten sie Kultstatus und die Gebrauchtpreise kletterten im Verlauf auf deutlich vierstellige Beträge. Andere Instrumente von Roland aus den 80ern waren erfolgreicher, egal ob Juno-60, JX-3P, TR-707, SH-101, D-50, JD-800 oder JV-1080, die Liste ließe sich noch um viele Instrumente erweitern.

Korg microKORG

Nach vielen samplebasierten Instrumenten hat Roland Ende der 90er Jahre Mit der (Trance-Maschine) JP-8000 das virtuell-analoge Konzept begründet, gleichwohl startete Korg rund 10 Jahre später mit Monotron, Monotribe und den Folcas und echtes analog war plötzlich wieder in. Nicht zu vergessen den auf dem MS-2000 basierenden und seit 2002 gebauten, aber virtuell-analogen microKORG, den es bis heute noch gibt. Ursprünglich wollten Synthesizer in den 70er und 80er Jahren organische Instrumente nachahmen, obwohl man damals auch mit neuer Musik experimentierte. Vielleicht war es das Sampling, was den Synthesizern diesen Job abnahm und ihnen so den Raum zur Eigenständigkeit ermöglichte.

Roland D-05 mit K-25m

Anfang der Zehnerjahre brachte Roland die ersten ACB-Instrumente mit der AIRA-Serie auf den Markt, die TR-Drumcomputer (TR-8), die TB-303 (TB-3), Voice Transformer (VT-3) und SH-101 (SYSTEM-1). Die modernen Geräte mit dem grünen Designakzenten gefielen nicht jedem und trotzdem beflügelten sie die Techno-Szene. Yamaha veröffentlichte zeitgleich vier Modelle der Reface-Serie, YC, CP, CS und DX, erinnernd an hauseigene Orgeln, E-Pianos, Analog- und FM-Synthesizer. Diese sind Keyboards mit 37 Minitasten, ähnlich günstig, aber doch etwas sperrig. Die AIRA-Serie von Roland waren die ersten Geräte mit ACB und sollten ein neues Zeitalter einleuten.

Roland MC-707

Mit den Technologien wie ACB (Analog Circuit Behaviour durch Simulation der originalen Schaltkreise) und ZEN-Core (eein hardwareübergreifendes Plug-Out-System) hat die Roland Corporation ihre frühen Erfolge wieder aufleben lassen, zum Fluch und Segen der Musiker. Die einen sehen darin ein totgerittenes Pferd und wenig Innovationskraft, die anderen hingegen ein rein wirtschaftliches Interesse oder guten Kompromiss. Während die Hardware mit ACB möglichst originalgetreu moduliert wird, geht man mit ZEN-Core mit AMB (Analog Modelling Behaviour) einen etwas anderen Weg. Die Synthesemodelle können in kompatible Instrumente nachgeladen werden, je nachdem sind mehr oder weniger gleichzeitig nutzbare Emulationen möglich. Dabei orientiert sich die Bedienung nicht am Original, sondern an der jeweils genutzten Hardwarestruktur. Zenology Pro ist auch als Software erhältlich und kann mit diesen Erweiterungen umgehen. In Vergleichen hat man ergründet, das ACB gegenüber AMB klanglich besser wegkommen soll, man aber weniger Rechneleistung benötigt, ein Grund für die reduzierte Stimmenanzahl der Boutiques. Die Plug-Out-Synthesizer System-1 und System-8 machten den Anfang, weitere Workstations wie JUPITER-X und Grooveboxen wie die MC-707 kamen hinzu. Im Gegensatz dazu sind die Boutiques zumeist ACB-basierend und orientieren sich sowohl optisch als auch im Funktionsumfang weitgehend an ihren originalen Vorbildern. Sie verfügen auch über AIRA-Link und lassen sich wie die oben erwähnten Instrumente an den AIRA-Mixer MX-1 per USB anschließen. Dieser verfügt über sechs analoge Eingänge und vier USB-Ports, wobei nur der vierte Strom führen kann. Richtig durchdacht ist das nicht, denn so müssen drei Boutiques auf Batterien oder Akkus laufen. Aktuell gibt es übrigens neben Boutique, SH-4D und diversen ZEN-Core-Instrumenten noch die AIRA Compact-Serie, die derzeit aus den Modellen T-8 Beat Machine, J-6 Chord Synth, S-1 Tweak Synth, E-4 Voice Tweaker und dem P-6 Creative Sampler besteht. Alle kosten jeweils unter 200 Euro, verfügen über Akku und Lautsprecher und könnten als eine Art Roland Auslese verstanden werden. Gleiches Prinzip, klassische Vorbilder, aber natürlich eingeschränkt im Funktionsumfang. Die Kritik bezogen auf eine Mehrfachverwertung könnte man hier tatsächlich sehen, rechnet man noch die Taschen hinzu, käme man komplett auf knapp 1.200 Euro, mehr als eine MC-707 mit mehr Möglichkeiten kostet. Auch der Roland SH-4D ist eine Alternative, die man Dank Batteriebetrieb in Betracht ziehen könnte, dieser basiert aber weder auf ACB und auch nicht auf ZEN-Core.

Gemeinsamkeiten und Zubehör

Alle Boutique-Modelle sind bis heute weitgehend ähnlich aufgebaut und basieren auf einen Chip Namens ESC2, der ursprünglich für Effektmodellierung genutzt wurde. Er reicht aus, die ACB-Technologie nachzubilden, in den beiden neusten wird stattdessen ZEN-Core verwendet, bei weniger Rechenintensität sind dadurch mehr Stimmen realisierbar. Alle bieten zwar echte MIDI-Buchsen, jedoch alle weiteren Anschlüsse sind als Mini-Klinken für Ein- und Ausgänge ausgeführt. Dadurch lassen sich Boutiques hintereinanderschalten und die Ausgänge lassen den Lautsprecher verstummen und sind über einen Volume-Drehpoti auf der Rückseite regelbar. Allerdings ist das für professionelle Mischpulte schwierig, hier müssen ‚Adapter herhalten. Immerhin liefern sie MIDI- und Audiodaten auch über virtuelle Einzelausgänge per USB, sind aber nicht klassenkompatibel und benötigen wie erwähnt eigene Treiber, die in Windows automatisch geladen werden. Die ersten drei Modelle wurden mit USB-Netzteil mit langem Kabel geliefert, Micro-USB Typ-B ist heute nicht mehr zeitgemäß, führte damals aber zu keiner Kritik. Bei allen weiteren Modellen liegen keine USB-Kabel bei und die neusten verfügen über USB-C. Als Audio-Interface lösen sie mit 24 Bit bis maximal 96 kHz auf.

Roland Boutique Rückseite

Die Boutiques verfügen bis auf den SE-02 über ein Batteriefach für vier Mignonzellen und lassen sich entweder auf ihre vier Gummifüße stellen oder in den optionalen Kippständer Roland DK-01 einhängen, damit lassen sie sich in zwei Winkelpositionen aufstellen. Den Drumcomputern und der TB-03 liegen diese Kippständer in der zum Gerät passenden Farbe bei, das relativiert den Anschaffungspreis. Einzeln kostet das Roland DK-01 aktuell knapp über 70 Euro, die Tragetasche CB-BRB1 für ein Boutique-Modul ist mit rund 25 Euro dagegen recht günstig. Ohne Dock haben die Module in der Tasche etwas Spiel.

Roland DK-01

Alternativ bietet Roland das K-25m Keyboard-Dock an, quasi ein nach vorne verlängertes DK-01 mit 25 anschlagdynamischen Minitasten ohne weitere Spielhilfen. Diese braucht man auch nicht, weil viele Boutiques über zwei Touchstrips auf der linken Seite verfügen. Ist keine Tastatur angeschlossen, dient der linke als C1 bezeichnete zur Noteneingabe, quasi als Ribbon-Ccontroller. Eingedockt in der Tastatur oder mit MIDI wird dieser dann automatisch zu Pitchbend und C2 wird für Modulation verwendet. Ergonomisch ist das ein Kompromiss, denn die Qualität des K-25m vor Allem gemessen am Preis ist eher unterdurchschnittlich und ausdrucksvolles Spielen damit kaum möglich. Sie reicht aber durchaus für die Programmierung der Instrumente und sieht sehr minimalistisch aus. Das Zubehör ist somit ein Thema, denn auch das K-25m kostet auch etwa um 100 Euro.

Roland SH-01A mit K-25m

Verbunden werden die Geräte über ein rückseitiges Flachbandkabel, das in Etwa an alte Parallel-Ports von Computer-Mainboards erinnert. Da macht es nichts, wenn man den Stecker am Kabel herauszieht, Zugentlastung sei Dank. Alle Boutique-Modelle verfügen über diesen Anschluss und schaut man ganz genau hin, gibt es auch linksseitig an der Tastatur einen Anschluss. Vermutlich hat man sich dies freigehalten, sofern am Design der Boutiques mal was geändert werden sollte. Auch die Drumcomputer kann man damit verbinden und die Tastatur zur Werteeingabe verwenden.

Verbindung Roland Boutique mit K-25m

Die Tasche CB-BRB1 der Black Series ist schwarz und kommt ohne Schultergurt aus. Speziell für die TR-08 gab es die limitierte Variante CB-BTR8 mit passendem Aufdruck, Schultergurt und Tragegriff. Für TR-09 und TB-03 war die CB-PBR1 in silbergrau erhältlich, eine ebenfalls limitierte Version mit Schultergurt aber ohne Griff.

Roland CB-PBR1 und CB-PTR8

Auch nicht mehr erhältlich ist die Roland CB-BRB3, ein praktischer Rucksack für drei Boutiques mit Zubehör in zwei Außenfächern und einer entnehmbaren Kabeltasche. Der Gurt wird dabei hinten praktischerweise hinter einem Reißverschluss verstaut. Alle Taschen sind sehr robust gefertigt und dies nicht nur gemessen am günstigen Preis

Roland CB-BRB3

So sieht übrigens die CB-BRB3 aufgeklappt aus mit K-25m und SH-01A, sowie TR-06 und TB-03 in den Einschubfächern.

Roland CB-BRB3 offen

Roland JP-08

Im Jahr 2015 stellte Roland die ersten drei Boutique-Modelle vor, die aufgrund ihrer Einschränkungen nicht nur Freunde fanden. Hier lohnen sich die Diskussionen unter den Tests zu lesen. Den Anfang macht der Roland JP-08 anlehnend an den Jupiter-8 von 1981. Im Gegensatz zum Jupiter-4 von 1978 ist er achtstimmig polyphon, beim JP-08 wurde die Stimmanzahl halbiert. Er klingt zwar nicht analog, aber kommt dem sehr gefragten Original klanglich nahe. Dabei werden die vier Stimmen im Stereobild verteilt, die Bedienung erfolgt über die dem Original nachempfundene Bedienelemente. Wer sich einen zweiten JP-08 kauft, kann diese via Polychaining zusammenschalten und erhält dann die doppelte Stimmenanzahl und kann so auch die Verschaltung von acht Oszillatoren realisieren (Super-Saw). Günstiger fährt man also mit dem Plug-In, welches das alles kann. Viele Boutiques verfügen über eine rote, vierstellige Segmentanzeige, so auch der JP-08.

Roland JP-08

Hier geht es zum Test des JP-08 und hier zum Vintage-Artikel des Jupiter-8.

Roland JU-06

Der Roland JU-06 als Replik zum Juno-106 von 1984 ist der zweite mit ebenfalls vier Stimmen und somit zwei weniger als beim Original. Der Juno-106 war der Nachfolger des JUNO-60 jetzt mit Arpeggiator. Wie dem JUPITER-8 fehlt ihm die Anschlagdynamik, dafür kommt er stattdessen mit einem stimmstabilen Digitaloszillator (DCO) und MIDI. Es sei verraten, dass er bislang der einzige Boutique-Synthesizer ist, der später noch einen Nachfolger erhalten sollte.

Roland JU-06

Hier geht es zum Test des JU-06 und hier zum Vintage-Artikel des Juno-106.

Roland JX-03

Der dritte ist der ebenfalls nur vierstimmige JX-03, der den JX-3P von 1983 ähnelt, in dem Jahr wurde übrigens auch die MIDI-Schnittstelle vorgestellt. Der Ebenfalls noch ohne Anschlagdynamik ausgestattete Synthesizer bot im Gegensatz zum Juno-60 zwei getrennte Oszillatoren mit jeweils drei Schwingungsformen mit Crossmodulation und sechs Stimmen. Er verfügte wie auch der JX-03 über kein Display, der Sequenzer kann 128 Noten speichern, hier ist der JX-03 mit nur 16 Steps unterlegen. Dafür bietet er fast alle Bedienelemente des damals optional ansteckbaren Programmers PG-200, denn der JX-3P war seinerzeit mit Drucktasten bestückt. Die drei ersten Boutique-Modelle konnten zunächst keine MIDI-CC-Daten empfangen und versenden, dies hat Roland in einem Update nachgelegt.

Roland JX-03

Hier geht es zum Test des JX-03, hier zum Vintage-Artikel des JX-3P und hier geht es zum zweiten Teil.

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