Die Archos Jukebox mit Rockbox-Firmware

Letzte Aktualisierung am 10. März 2026

Die Archos Jukebox 6000 gehört zu den ersten guten MP3-Playern mit Festplattenspeicher, der im Jahre 2000 auf den Markt kam. Ich selbst gehörte denke ich zu den ersten, die eine Archos Jukebox6000 besaßen. Diese zu kriegen wahr recht mühselig, denn es gab nur wenige Anbieter, welche Festplatten-MP3-Player vertrieben. Bei der Jukebox Recorder 20 handelt es sich um die dritte Generation dieser MP3-Player, jetzt mit 20 GB Festplatte und Aufnahmefunktion. Sehr interessant machen die Jukeboxen, dass sie wie eine normale Wechselfestplatte angesteuert und deshalb auch keine Spezialsoftware oder kaufhemmende DRM-Funktionen verwenden. Leider ist dieses Modell bereits durch die AV-Generation ersetzt, Geräte, die zudem noch Videos und andere Dateiformate abspielen können.

Was macht die Jukebox für Sehbehinderte und Blinde interessant?

Diese Frage ist leicht zu beantworten: Die Sprachausgabefähigkeit, denn die Jukebox kann mit wenigen Handgriffen auch sprechen. Möglich macht dies eine alternative Open-Source-Firmware, das sogenannte Rockbox-Projekt. Dieses alternative Betriebssystem verleiht der Jukebox nicht nur neue und intuitive Funktionen, sondern erlaubt durch Hinzufügen von Plug-Ins die Einbindung einer Sprachsynthese, welche nicht nur die Menüs und Einstellungen sondern auch Titelnamen und Verzeichnisse ansagen kann – allerdings nur buchstabieren. Es ist zwar keine normale TTS, aber dennoch eine überaus brauchbare Möglichkeit, welche die alte Jukebox Recorder interessanter denn je macht.

Auch für alle Anderen kann die Jukebox sehr interessant sein, da sich nicht nur die Festplatte mit recht wenig Aufwand tauschen lässt, sondern auch der Hauptspeicher kann – allerdings mit wesentlich mehr Aufwand – von 2 auf 8 Megabyte erweitert werden. Weil die Jukebox Recorder – im Gegensatz zur Jukebox FM Recorder – mit normalen Mignon-Akkus arbeitet, kann durch den Akkutausch auch die Betriebsdauer um ein Vielfaches gesteigert werden. 1.500 MAh Akkus sind standardmäßig eingebaut, maximal können bis zu 2.200 MAh Akkus verwendet werden. Allerdings ist fraglich, ob sich die Anschaffung einer Jukebox Recorder heutzutage noch lohnt, abgesehen von dem Einsatz für Blinde und Sehbehinderte. Zwar überzeugt die Klangqualität der Jukebox Recorder vergleichsweise durchschnittlich, somit gibt es heute bessere Jukeboxen mit größeren Festplatten und satterem Klang. Aber die Sprachfunktionalität und die Erweiterbarkeit machen die Jukebox Recorder einzigartig in ihrer Klasse und es ist sicherlich kein ebenbürtiges Gerät mit gleicher Vielseitigkeit zu finden.

Umbau der Jukebox

Ich möchte den Umbau nicht so ausführlich beschreiben, da es bereits zahlreiche Internetseiten zu diesem Thema gibt. Der versierte Techniker allerdings kann das Gerät leicht zerlegen und findet sich schnell zurecht. Beachtet werden muss, dass das Gehäuse aus drei Teilen besteht. Der Oberschale, in welcher auch die Tastatur eingelegt ist, der Unterseite und der Platine mit Rahmen, welche den Mittelteil bildet. Im unteren Gehäuseteil ist über Kopf eine 2,5-Zoll-Festplatte montiert, die leicht zu wechseln ist. Wenn man zuerst die Akkus aus dem Gerät entfernt hat, kann man einfach links und rechts die vier Schrauben lösen und danach die kleinen vier Schrauben an den schmalen Seiten. Danach lässt sich der obere Gehäuseteil abheben und die gepolsterten Ecken können ebenfalls entnommen werden. Das Unterteil löst sich und man hat Zugriff auf die 8,5 mm hohe Festplatte. Beachte: Die heutigen 60 und 80 GB großen Festplatten haben eine Bauhöhe von 9,5 mm, auch einige ältere 40 GB-Festplatten mit der Bauform gibt es. Trotzdem passen solche Platten mit ganz sanfter Gewalteinwirkung gut und sicher ins Gehäuse. Wenn die Platte eingebaut ist, sollte sie am PC angeschlossen direkt als Wechselfestplatte erkannt werden. Unter Windows XP läuft dies nur über die Systemverwaltung, zudem fehlt bei neuen Platten zunächst die Partition. Es empfiehlt sich daher, das Gerät an einem älteren Windows-Rechner einzusetzen und die Platte über die DOS-Box zu partitionieren und zu formatieren. Wichtig dabei ist, dass unbedingt eine FAT32-Partition erstellt werden muss, mit NTFS kommt die Software der Jukebox nicht zurecht.

Beachte: Ich übernehme keine Haftung weder für die Richtigkeit der Angaben noch hafte ich für Schäden, die aus dem Umbau entstehen können. Detailliertere Infos gibt’s auf den Seiten des Rockbox-Projektes.

Rockbox-Firmware und akustische Kurzanleitung

Als bekennender Fan der Archos Jukebox Recorder 20 habe ich hier ein Programmpaket mit der sprechenden Rockbox-Firmware zusammengestellt. Es sind die Sprachen Englisch und Deutsch enthalten. Die Installation ist sehr einfach durchzuführen:

  1. ZIP-Archiv runterladen und entpacken
  2. Die Datei AJBREC.AJZ und das Verzeichnis .ROCKBOX auf die Jukebox kopieren, notfalls die vorhandene AJBREC.AJZ überschreiben.
  3. Die Jukebox vom PC entfernen und neu starten

Um sicher zu gehen, sollte die auf dem Gerät befindliche AJBREC.AJZ vor dem Überschreiben gesichert und aufbewahrt werden, sie enthält die aktuelle Firmware. Grundsätzlich ist die Firmware bei der Jukebox im ROM gespeichert, der Bootloader und das BIOS bleiben davon unberührt. Beim Einschalten prüft die Jukebox, ob sich eine Datei AJBREC.AJZ auf der Festplatte befindet. Ist diese eine andere als die im ROM gespeicherte Firmware-Version, übernimmt die Jukebox die auf der Platte befindliche Firmware. Somit ist es auch ebenso einfach, die Rockbox wieder vom Gerät zu entfernen: .ROCKBOX-Ordner löschen, AJBREC.AJZ mit der originalen von Archos überschreiben und neu starten. Zu beachten ist, dass natürlich die Garantie erlischt, wenn eine fremde Firmware wie Rockbox verwendet wird.

Anmerkung der Redaktion: Die Firmware und akustische Anleitung sind nicht mehr vorhanden.

2 Comments

  1. Eric said:

    Auf der Jukebox gestartet, wurde Rockbox und wird noch heute auf zahlreiche weitere Player portiert. Die Sandisks, iPods und Irivers scheinen unter Rockbox-usern die beliebtesten zu sein, ich selbst hatte lange Zeit den iPod Nano 2, dann einen Classic im Einsatz. Mittlerweile können mit dem Rockbox Utility auch Sprachprompts für die auf dem Player vorhandenen Dateien erzeugt werden, somit muss man sich auch nicht mehr alles buchstabieren lassen.
    Version 4.0 von Rockbox erschien am 01.04.2025.

    10. März 2026
    Reply
    • Stephan Merk said:

      Super Eric und Danke für die Ergänzungen. Ich erinnere mich, wir hatten über das Thema irgendwann mal gesprochen aber ich hatte das nicht weiter verfolgt. Vielleicht sollten wir das mal angehen und dann könnte man diesen alten Artikel auf den aktuellen Stand heben. Was mir noch fehlt ist die damalige Rockbox-Anleitung, die hätte ich gerne noch mit reingepackt. Wer die haben sollte, gerne melden, im Internet-Archiv war kein Drankommen möglich.

      10. März 2026
      Reply

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