Apple Pay mit Boon, ein Erfahrungsbericht

Während bei unseren EU-Nachbarn Apple Pay bereits an den Start ging, wartet man in Deutschland sehnsüchtig auf die Freigabe, die immer nach Hinten verschoben wurde. Woran es letztendlich hängt ist nur zu vermuten. Ich kann mir vorstellen, dass hiesige Geldinstitute ein Problem mit Apple Pay haben, weil sie eigene Zahlungsmethoden entwickeln und sich so die Konkurrenz vom Hals schaffen wollen. Ob das aber im internationalen Wettbewerb langfristig gelingt, bleibt abzuwarten, das ist aber nicht das Thema dieses Artikels. Grundsätzlich ist hier inzwischen stark zu beobachten, dass viele Händler ihre Kassen-Terminals auf den EMV-Standard umrüsten und somit das kontaktlose Bezahlen grundsätzlich ermöglichen. Bei kleineren Beträgen unter 25 Euro gelingt das sogar ohne PIN und schneller als mit Bargeld. Während die Karte einfach an das Terminal gehalten wird, scheinen Smartphones und Smart Watches aufgrund der vorherigen Entsperrung sicherer. Apple Pay als Beispiel ist in Verbindung mit Der Apple Watch ohne PIN faktisch nicht zu missbrauchen. Meine ersten Erfahrungen konnte ich mit Apple Pay quasi inoffiziell sammeln, das gelingt mit der virtuellen Kreditkarte Boon (eigene Schreibweise: boon.). Warum das keine so gute Idee war, verrate ich am Ende dieses Artikels. Im zugehörigen Video haben wir gezeigt, wie das Ganze in der Praxis funktioniert.

Was ist Apple Pay?

Schon vor einigen Jahren hat Apple den hauseigenen Bezahldienst in den USA eingeführt und reiht sich damit in den weltweiten Trend des kontaktlosen Bezahlens ein. Nur deshalb wurden seit dem iPhone 5 NFC-Module eingebaut. Das steht für Near Field Communication, oder auf Deutsch Nahfeldkommunikation, für Datenübertragungen aus geringster Distanz. Kontaktlos bedeutet in diesem Fall wenige Zentimeter, die ein NFC-Chip an das Lesemodul gehalten werden muss. Der NFC-Chip wird vom Leser durch Induktion mit Energie versorgt, die zum Übertragen der Daten ausreicht. Das ist ein Bisschen mit RFID-Chips vergleichbar, die man im neuen Bundespersonalausweis und Reisepass findet, diese haben allerdings mehr Intelligenz und eine größere Reichweite, weshalb sie bedingt ein Sicherheitsrisiko darstellen können. Während NFC bei Android schon lange zum Datenaustausch und schnellen Bluetooth-Koppeln genutzt wird, nutzt Apple sie nur für den hauseigenen Bezahldienst. Immerhin hat Apple diese Restriktionen zumindest etwas in iOS 11 gelockert, ganz frei wie bei Android lässt sich aber nicht auf das Modul zugreifen. Daher lassen sich Bezahlsysteme unter Android besser realisieren, hier kann frei entwickelt werden. Das ist wohl auch der Grund, warum Boon hierzulande nur für Android verfügbar ist.

In Deutschland geht bekanntlich alles etwas langsamer vonstatten, in den meisten umliegenden Ländern wurde Apple Pay bereits eingeführt. Will man es hierzulande einsetzen, geht dies derzeit nur über einen Umweg. Wann Apple Pay in Deutschland offiziell eingeführt wird, ist derzeit unklar, mehr oder weniger seriöse Spekulationen finden sich im Netz zu Genüge. Fakt ist, dass derzeit viele Kreditkarten und Girocards sukzessive von den Geldinstituten ausgetauscht werden, damit das kontaktlose Bezahlen möglich wird. Der praktische Vorteil bei Apple Pay besteht nun darin, diese Karten virtuell auf dem iPhone und in der Apple Watch zu hinterlegen, so dass man die eigentliche Karte nicht dabei haben muss. Das geht schon mit der ersten Apple Watch, da zum Bezahlen keine Internetverbindung nötig ist und das Terminal diese über das Internet abwickelt. Der Gedanke ist reizvoll, an einer Poolbar in Badehose und nur mit der Apple Watch am Arm den Cocktail bargeldlos bezahlen zu können. Dass Apple natürlich an den Transaktionen mitverdienen will, ist vermutlich auch das Problem. Aber nicht für die Händler, denn sie können heute Apple Pay schon akzeptieren und das Bezahlen in Supermärkten, Kaufhäusern, Tankstellen und Restaurants ist ohne Weiteres möglich. Einzige Voraussetzungen sind moderne POS-Systeme, Point of Sale bedeutet Verkaufsstellen, die Kredit- und Girokarten kontaktlos akzeptieren müssen, dann kann mit Apple Pay bezahlt werden. Es ist davon auszugehen, dass NFC-Terminals über kurz oder lang die bislang genutzten Magnet- und Chipkartenleser ablösen werden, zumal diese Technik auch deutlich günstiger zu realisieren ist. Damit wird auch die zwar verbreitete, aber von den Kunden schlecht akzeptierte Geldkarte verschwinden.

Von der Sicherheit her ist Apple Pay ebenso nicht uninteressant, weil der Verlust der Kreditkarte und somit der Missbrauch durch das Konzept ziemlich schwer möglich ist. Denn weil die virtuellen Karten lokal in den Geräten gespeichert werden, ist je nach Modell ab dem iPhone 5 Touch-ID (beim iPhone X Face-ID) zur Zahlungsbestätigung nötig, äquivalent auch der Gerätecode. Aktiviert man aber die Funktion, dass nach zehnmaliger Falscheingabe das Gerät zurückgesetzt wird, bietet dies noch mehr Sicherheit und die Karte wird in diesem Fall vernichtet. Die Zahlung wird direkt über Apple Pay abgewickelt, so dass der Händler keine Kenntnis über die eigentlichen Karteninformationen erhält. Auf einer gewöhnlichen Kreditkarte finden sich Kartennummer, Ablaufdatum und auch der Sicherheitscode stets angedruckt. Diese kann nicht nur der Händler sehen, sondern macht auch den Missbrauch vergleichsweise einfach. Daher wurde mit 3D-Secure ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal für den Online-Handel eingeführt, Transaktionen muss man je nach Anbieter über eine SMS-TAN oder ein Kennwort bestätigen. Aber auch das lässt sich jedoch durch Phishing im schlimmsten Fall abfangen. Dazu reicht ein Trojaner oder eine manipulierte Webseite zur fiktiven Eingabe von Kreditkartendaten aus. Tückisch ist auch, dass bei realer Nutzung zumeist die Unterschrift oder PIN genügt, hier könnte beispielsweise die Nachlässigkeit des Kassierers für einen Missbrauch begünstigend sein. All dies ist bei Apple Pay nicht mehr nötig und das Gerät dient als Sicherheitsstufe. Wer natürlich einen Zugang dazu hat, wird demnach auch die Karte missbrauchen können. Ein einfacher PIN oder der Zugriff mehrerer Nutzer auf ein Gerät kann somit fatale Folgen haben.

Ob man mit dem iPhone oder einer physischen Karte kontaktlos bezahlt, unterscheidet sich in der Praxis kaum. Die obere Kante des iPhone hält man an das Zahlungsterminal, legt den Finger auf den Fingerabdrucksensor und die Zahlung wird ausgeführt. Beim iPhone X und der Apple Watch drückt man zuvor zweimal auf die Seitentaste, um Wallet aufzurufen. Während die Apple Watch keine weitere Bestätigung benötigt, erkennt das iPhone X seinen Besitzer mit der Gesichtserkennung. Apple weißt außerdem darauf hin, dass optional eine PIN oder Unterschrift zur Bestätigung erforderlich sein kann. Unabhängig davon bieten digitale Karten aber nicht nur Vorteile. Ist der Akku leer, klappt es auch mit dem Bezahlen nicht. Auch die Akzeptanz auf Weihnachtsmärkten, der Kirmes, beim Eisverkäufer am Strand, im Kiosk oder beim Bäcker um die Ecke dürfte nicht flächendeckend gegeben sein. Gerade aber, wenn es um kleine Geldbeträge geht, macht kontaktloses Bezahlen absolut Sinn. Händler finden zudem sehr günstige Terminals, die sogar für Monatspreise von rund 20 Euro das Geschäft aufwerten können und schlussendlich den Umsatz steigern. In Gesprächen mit Händlern wurden mir diese Terminals als sehr attraktiv beschrieben, weil die Akzeptanz von bargeldlosen Zahlungsmöglichkeiten auch die Kaufbereitschaft erhöht. Gerade die Nutzung des Mobilfunknetzes machen sie ortsunabhängig, weshalb sie gerade sehr sinnvoll für den Außeneinsatz sind. Dass bargeldloses Zahlen unser Kaufverhalten zumindest aus Sicht der Händler begünstigt, ist ein alter Hut, der schon in den 80er Jahren bei der Einführung der Eurocheque-Karte kontrovers diskutiert wurde. Heute steht EC übrigens für Electronic Cash, wobei die Girocard die neueste Bezeichnung ist. Hierbei handelt es sich übrigens um Debit-Karten, welche im Unterschied zu Kreditkarten den fälligen Betrag direkt von einem Girokonto und nicht zu einem festen Datum abbuchen.

Boon und Alternativen

Eine gute Idee bleibt selten alleine und Konkurrenz belebt das Geschäft. Es tummeln sich inzwischen einige Kreditkarten, die mit kontaktlosem Bezahlen werben. Auch Netzbetreiber sind mit Lösungen am Start, die allerdings nur dem eigenen Kundenkreis zugänglich gemacht werden. Weil viele der Anbieter es den Kunden einfach machen wollen, unterstützen sie nicht Apple Pay, sondern liefern Sticker zum Kleben auf das Smartphone aus. Das ist aus meiner Sicht aber sehr riskant, da hier keine Software für den Schutz sorgt und das gestohlene Smartphone durch den Sticker noch einen interessanten Mehrwert bieten kann, sofern dieser nicht mit einer PIN geschützt wird. Wer solche Lösungen in Erwägung zieht, sollte stattdessen zur Kreditkarte mit NFC greifen und solche Angebote eher meiden. Diese Sticker sind ebenso sinnfrei, wie das Tragen der Kreditkarte in der Handyhülle, denn bei Verlust ist beides weg. Neben Boon gibt es auch einige andere ausländische Banken, mit denen ebenfalls Apple Pay möglich wäre. Jedoch sind die Informationen hierzu recht dürftig, weshalb ich über die Qualität keine Aussagen treffen kann. Eindeutig ist, dass Boon-Kunden mit der Leistung vollumfänglich zufrieden sind, wie es in zahlreichen Foren zu lesen ist.

Aller Anfang ist kompliziert

Die App von Boon, ein Produkt des britischen Unternehmens Wirecard Card Solutions Limited, steht im deutschen AppStore nicht zur Verfügung. Das hat seinen Grund, denn hierzulande funktioniert wie erwähnt das kontaktlose Bezahlen nur mit Android-Smartphones ab Version 4.4 und mit NFC. Daher hat das Unternehmen schon eine deutsche Niederlassung in Leipzig und eine Hotline mit Berliner Vorwahl, auf der Webseite https://boonpayment.de wird entsprechend nur auf Android verwiesen. Da sich eine unter Android erstellte Kreditkarte nicht auf dem iPhone nutzen lässt, ist die Einrichtung nur mit Hürden zu bewerkstelligen. Überhaupt gibt es außer der App keine andere Möglichkeit, ein Kartenkonto zu eröffnen. Daher ist man gezwungen, die Region im iPhone und auf der Apple Watch in Frankreich oder Irland zu ändern, damit man die App im jeweiligen AppStore laden und die Kreditkarte beantragen kann. Frankreich erscheint mir angesichts der aktuellen Brexit-Verhandlungen die bessere Alternative zu sein. Das Ändern der Region ist aber auch für die Einrichtung notwendig, weil die App diese auch nur in unterstützten Ländern zulässt. Der deutschsprachige Support von Boon ist sich übrigens diesem Umweg bewusst, auch wenn Boon hier verständlicherweise keine Anleitung zur Einrichtung bereitstellt. Es sei noch angemerkt, dass Boon an allen kontaktlosen Zahlungsterminals funktioniert, die MasterCard akzeptieren.

Der Weg zu Apple Pay

Vorweg der unausweichliche Hinweis, dass alle Angaben ohne Gewähr sind. Was Ihr tut, macht Ihr grundsätzlich auf eigene Gefahr und mit dem vollen Risiko, dass etwas hinterher nicht mehr so funktioniert wie vorher, das gilt insbesondere auch für alle rechtlichen Aspekte. Die Einrichtung dauert einige Zeit und sei im Folgenden zusammengefasst beschrieben, ausführliche Anleitungen finden sich im Internet zur Genüge. Blinde Anwender sollten beachten, dass die folgende Anleitung am Besten mit sehender Unterstützung klappt, vor Allem bei der Legitimierung mit vorhandenen Dokumenten, ohne die eine Nutzung außerhalb Frankreichs nicht gelingt.

Zunächst muss lediglich die Region, nicht aber die Gerätesprache im iPhone unter Einstellungen, Allgemein, Sprache und Region in Frankreich respektive Irland geändert werden, Nutzer einer Apple Watch ändern diese zusätzlich in der Watch-App auf dem iPhone in den allgemeinen Einstellungen. Einzig für den AppStore und die Erstellung einer französischen Apple-ID sind Sprachkenntnisse ratsam, vieles lässt sich aber auch durch Überlegen ableiten. Ist die Region gewechselt, dauert es einen kurzen Moment, ein Neustart der Geräte ist nicht nötig. Anschließend muss man sich in den Konto-Einstellungen unter iTunes von seiner Apple-ID vorübergehend abmelden. Das geht unter Einstellungen, iTunes und AppStore, seit iOS 11 findet man dieses Menü auch unter der Apple-ID, wenn man oben auf den Namen tippt. Bei mir war aus unerfindlichen Gründen auch das Abmelden von der iCloud notwendig, dies solltet Ihr aber nur machen, wenn das Abmelden von iTunes nicht ausreichend sollte.

Im nächsten Schritt öffnet man in Safari den Link zur Boon-App im französischen AppStore, https://itunes.apple.com/fr/app/boon/id1042647367?mt=8, das iPhone bietet direkt das Öffnen im AppStore an und verbindet dies mit der anschließenden Empfehlung, den Store zu wechseln. In meinem Fall landete ich nicht direkt auf der App-Seite und musste noch mit “Rechercher” nach Boon suchen, die erste App vom Entwickler Wirecard ist die richtige.

Auf der App-Seite “Laden” an, heißt hier jetzt entsprechend “Obtenir”, die Aufforderung zum Anmelden im AppStore erscheint anschließend. Hier darf man sich nicht mit der deutschen Apple-ID wieder anmelden, sondern muss Apple-ID erstellen wählen, um die französische ID anzulegen. Hierzu ist eine von Apple noch nicht benutzte E-Mail-Adresse nötig und die Postanschrift ist ebenfalls zu hinterlegen. Da mir diese Sammelverpflichtung durch Apple etwas zu weit geht und nicht im Verhältnis zum Laden einer kostenlosen App steht, habe ich vorübergehend meinen Wohnsitz nach Paris verlegt, was vielleicht nicht nötig gewesen wäre. Auf der französischen Registrierungsseite lassen sich alle Felder namentlich ableiten, der unterste Punkt der Zahlungsweise ist der richtige, oben rechts wird die Einrichtung abgeschlossen. Bevor man sich am iPhone jedoch mit der neuen ID anmelden kann, muss man diese mit dem Link in der zugesendeten E-Mail bestätigen. Wichtig ist, dass eine falsche Eingabe des Kennworts den Account sperrt, dies lässt sich aber auch schnell wieder per E-Mail zurücksetzen, was direkt nach der Sperre angeboten wird. Nach erfolgreicher Anmeldung wird die App installiert und man kann sich anschließend in den Einstellungen abmelden und mit der eigentlichen Apple-ID wieder anmelden.

Zum Erstellen des Boon-Kontos muss die Region allerdings weiterhin auf Frankreich verbleiben, weil die App ansonsten die Registrierung verweigert. Hier sind in jedem Fall die tatsächlichen Daten unabhängig von der neuen Apple-ID einzugeben, für das Start-Konto genügen Handynummer, an die auch ein Bestätigungscode gesendet wird, E-Mail-Adresse sowie Vor- und Nachname. Bevor man allerdings die Karte nutzen kann, muss man auf das Basic, besser noch auf das Plus-Konto hochstufen. Hierzu sind die Adressdaten, Telefonnummer und Legitimation erforderlich, die man direkt in der App abfotografieren und hochladen kann. Zu Beachten ist, dass man einen Identitäts- und Adressnachweis erbringen muss. Hierfür sind unterschiedliche Dokumente erforderlich, Personalausweis und Reisepass oder Führerschein sind ideal (sollten natürlich gültig sein), alternativ lassen sich stattdessen auch zwei unterschiedliche Versorgerrechnungen oder Ähnliches als Adressnachweis auswählen. Es kann nicht dasselbe Dokument für Identitäts- und Wohnsitznachweis verwendet werden, so dass man hier ein Bisschen auf die Angaben achten muss. Dies ist für blinde Anwender schwierig, weil die Felder nicht gut beschriftet sind, sehende Hilfe oder ein ausreichender Sehrest sind für diesen Teil erforderlich. Hat man Boon initial eingerichtet, ist das direkte Hochstufen allerdings keine Verpflichtung, dies kann man auch später erledigen. Bei Problemen empfiehlt sich der Anruf bei der deutschsprachigen Support-Hotline unter 030 300 110 200, die Dokumente lassen sich alternativ auch per E-Mail zusenden.

Abschließend muss man noch unter Zuhilfenahme der französischen Region die virtuelle Kreditkarte in Apple Wallet sowohl auf dem iPhone, als optional auch auf der Apple Watch, hinzufügen. Das macht man in der App und durchläuft anschließend den initialen Apple Pay Dialog, der die Funktion auf den Geräten freischaltet. Trotz dass Apple Wallet nun aktiviert ist und man zumindest theoretisch die Kreditkarte nutzen könnte, gibt es im Anschluss einige Fallstricke. So wird man für die App keine Updates erhalten und muss gegebenenfalls obige Prozedur zum Laden der App wiederholen, die Anmeldedaten der neuen Apple-ID sollte man also nicht vergessen. Auch ist eine Umstellung immer mit Problemen verbunden, die sich nachhaltig zeigen. Bei mir verschwanden nach Abschluss der Installation alle Playlisten, weil die iCloud-Musikmediathek deaktiviert wurde. Auch funktionierte bei einem erneuten App-Download im deutschen Store die Touch-ID nicht sofort, das iPhone verhält sich dann im Prinzip wie ein neues Gerät. Problematisch ist das allerdings nicht, weil das iPhone in der eigenen iCloud bekannt ist und somit nur reaktiviert wird. Praktisch ist auch, dass die Abmeldung nur in der iCloud erfolgt, nicht aber in Mail oder FaceTime, so dass die Einstellungen der Kommunikation mehrerer Apple-Geräte untereinander nicht beeinträchtigt wird. Immerhin synchronisieren sich die ausgewählten Playlisten nach der Aktivierung der Musikmediathek wieder, allerdings muss man die Playlisten manuell neu herunterladen. Das kann je nach Umfang auch einige Zeit dauern und nagt entsprechend am Akku. Daher empfehle ich, die Apple Watch und das iPhone bis zum Abschluss direkt am Netzteil zu betreiben und nach der Reaktivierung der ursprünglichen Apple-ID eine Nacht warten, bis sich alles wieder beruhigt hat.

Die drei boon-Tarife

Grundsätzlich sind die Konditionen, allerdings nicht die Preise,  pro Land aufgrund der jeweiligen Gesetzesgrundlagen unterschiedlich. So kann man Boon Irland auch ohne Aktivierung des Plus-Tarifs auch international nutzen, man sollte sich aber nie auf eine anonym dauerhafte Bereitstellung verlassen. So muss man sich auch dessen gewahr sein, dass man als deutscher Kunde im EU-Ausland eine Kreditkarte beantragt. Dies stellt zwar rechtlich kein Problem dar, dennoch unterliegen die Bedingungen den in Frankreich gültigen Bestimmungen und Konditionen. Bei der französischen Variante erhält man beispielsweise erst mit “boon. PLUS” alle Vorteile. Der Unterschied zwischen Plus und “boon. BASIC” im Gegensatz zum Start-Konto besteht darin, dass man erst ab dem Basic-Konto überhaupt Umsätze außerhalb Frankreichs tätigen kann, bei “boon.PLUS” wird das Limit von 250 Euro angehoben. Daher macht es durchaus Sinn, sich zu legitimieren, die Grundgebühr ist in allen Tarifen gleich. Auch ist im Netz zu lesen, dass Boon deutsche Kunden im Basic-Tarif nach einiger Zeit gesperrt haben soll.

Ein relativ teurer Spaß

Wirecard sieht sich selbst als am schnellsten wachsende Zahlungslösung in Europa, da haben sie vor Allem bezogen auf den deutschen Markt sicher Recht. Vielen sind das die Kosten von rund 1,50 Euro pro Monat wert, welche für die Prepaid-Kreditkarte nach einer dreimonatigen Probephase anfallen, Kündigungsfristen gibt es hingegen nicht. Hierzu genügt eine E-Mail an den Kundenservice unter Angabe der gültigen IBAN und BIC, so dass das Restguthaben zurückgezahlt werden kann. Denn will man mit der Kreditkarte bezahlen, muss man das Konto zunächst aufladen. Das kann über eine bereits vorhandene Kreditkarte geschehen oder man überweist das Geld händisch auf das Kartenkonto. Während die Zahlung per Kreditkarte sofort gutgeschrieben wird, dauert die Überweisung etwas länger. Eine Rücküberweisung ist laut Wirecard jederzeit über den Kundenservice möglich. Mit der automatischen Aufladung besteht die Möglichkeit, das Guthaben bei Unterschreiten eines gewissen Betrages direkt per Kreditkarte zu füllen, dies kostet dann aber eine geringe Gebühr. Genau genommen gibt man Wirecard ein zinsloses Darlehen, für dessen Leistungen man pro Monat einen gewissen Betrag als Grundgebühr zusätzlich abführt. Ist keine andere Kreditkarte vorhanden, wird das Angebot sehr umständlich und es bleibt als einziger Vorteil Apple Pay, das sich hierzulande derzeit nur auf diese Weise nutzen lässt.

Auch wenn ansonsten keine Gebühren anfallen, außer wenn man die Karte weltweit unter bestimmten Bedingungen einsetzt, ist das Angebot nicht grundsätzlich günstig. Zwar verlangen hiesige Banken und Sparkassen einerseits selbst für Prepaid-Kreditkarten nicht selten 30 Euro Grundgebühr pro Jahr, was zunächst deutlich teurer ist. Dafür bekommt man allerdings auch Versicherungsleistungen, beispielsweise bei Missbrauch im Internet. Andererseits bieten nicht nur Direktbanken kostenlose Kreditkarten auch als Ergänzung zum Girokonto an, deren Umsätze automatisch von diesem abgebucht werden. Kostenlose Kreditkarten ohne Girokonto gibt es ebenfalls, die zusätzlich mit Teilzahlungsfunktionen und kurzfristigen Barkrediten locken. Dies rechnet sich allerdings nur durch relativ hohe Zinssätze der ausgebenden Geldinstitute, die man gemessen am aktuellen Leitzins durchaus als Wucherei bezeichnen könnte. Während man kurzfristige Geldanlagen aktuell mit etwa 0,1% verzinst bekommt, sind 18,5% Sollzins nicht eben selten. Wer rechnerisch einen dauerhaften Soll von 1.000 Euro auf dem Kartenkonto hat, zahlt dafür pro Jahr 185 Euro Zinsen, das übersteigt selbst eine MasterCard Gold mit zusätzlicher Zweitkarte. Eines der bekanntesten Beispiele dieser Art ist die amazon.de-Kreditkarte, die nicht nur zu den Karten mit dem höchsten Sollzinssatz gehört, sondern obendrein bei zu geringem Umsatz eine Jahresgebühr einfordert. Die Landesbank Berlin gibt diese und auch andere Karten mit ähnlichen Konditionen heraus, wobei sich hohe Jahresumsätze durch Boni positiv bemerkbar machen und den Jahrespreis relativieren können. Eine gute Empfehlung ist die GenialCard der Hanseatic-Bank, deren Sollzins nicht nur mit derzeit unter 15% vergleichsweise moderat ist, sondern die auch dauerhaft kostenlos angeboten wird. Wie auch bei der Landesbank Berlin handelt es sich um eine VISA-Card. Übliche von den Geldinstituten ausgegebene Kreditkarten mit Grundgebühr buchen die Posten stets über eine Sammelrechnung am Ende des Monats in einem Rutsch ab. Sucht man nach kostenlosen Kreditkarten im Netz, stößt man auch ganz schnell auf die Advancia Bank aus Luxemburg, vor Allem wenn man nach Bon Kredit sucht. Der sich im Gegensatz zu Boon nur mit einem O schreibende Kreditvermittler aus der Schweiz vermittelt die dauerhaft kostenlose MasterCard Gold, die man ebenfalls selbst aufladen muss. Im Gegensatz zu Boon handelt es sich aber nicht um eine Prepaid-Kreditkarte, die Ausgaben werden direkt dem Kreditkartenkonto belastet. Wer den Saldo nicht unmittelbar durch Überweisung selbständig ausgleicht, zahlt recht hohe Sollzinsen, weshalb aus gutem Grund keine Lastschriftzahlung angeboten wird. Diese Karte ist also nur etwas für Menschen, die sehr gut mit Geld umgehen können oder aufgrund einer negativen Schufa-Eintragung woanders keine Kreditkarte oder Kredit erhalten. Wer konsequent auf die Rückzahlung gemessen an seinen Möglichkeiten achtet, hat allerdings neben relativ hohen Zinskosten wenig zu befürchten.

PayPal als Alternative

Betrachtet man das Konzept und vernachlässigt Apple Pay, ist ein Vergleich mit dem seit Jahren etablierten Online-Zahlungsdienst PayPal auch möglich, zumal über die passende App auch ein kontaktloses Bezahlen möglich ist. Dies hat allerdings den Nachteil, dass auch die Händler PayPal einsetzen müssen und sich selten mehrere Zahlungsdienstleister parallel rechnen. Mir ist zumindest nicht bekannt, wo ich in meiner Umgebung mit PayPal bezahlen könnte, auch die App zeigt sich hier nicht sehr auskunftsfreudig. Als PayPal im Jahre 2000 aus dem Zusammenschluss von Confinity und X.com hervorging und sich kurz darauf als eBay-Tochter im Auktionshaus eingeführt wurde, konnte eine große Nutzerzahl vom Start weg erschlossen werden und der weltweite Geldtransfer wurde deutlich vereinfacht. Heute ist PayPal eigenständig und in vielen Shops als Zahlungsoption zu finden und wird inzwischen auch von Apple, Google und Microsoft für Online-Käufe akzeptiert. Im Prinzip ist ein PayPal-Konto eine Mischung aus Prepaid- und herkömmlichen Kreditkartenkonto. Man kann es aufladen, Zahlungen werden aber auch bei leerem Konto ausgeführt und wahlweise per Lastschrift oder Kreditkarte beglichen. Das Guthaben lässt sich problemlos zurücküberweisen, so dass PayPal auch den Vergleich mit einem Tagesgeldkonto nicht scheuen muss. Gebühren fallen allerdings an, wenn man Geld erhält. Händler bekommen besondere Konditionen, die sich allerdings auch nur bei höherem Geldfluss lohnen und Instrumente zur Mediation zwischen Käufer und Verkäufer können im Streitfall helfen. Würde PayPal direkt Apple Pay unterstützen, könnte dieses Gespann sämtliche Zahlungsdienste an die Wand spielen. Allerdings ist PayPal von der Sicherheit ebenfalls nicht unumstritten, gehackte Konten sind nicht selten und Zahlungen können in den meisten Fällen ohne 2-Faktor-Authentifizierung schnell getätigt werden. Mit Paydirekt bieten die deutschen Banken und Sparkassen eine ebenfalls auf den Online-Handel spezialisierten Zahlungsdienst an, der sich allerdings in der Flexibilität derzeit nicht mit PayPal messen kann. Der jahrelange Vorsprung ist auch nur schwer einzuholen. Im Vergleich zu PayPal gibt sich die App von Paydirekt nicht so auskunftsfreudig und ist aufgrund der fehlenden Bezahlfunktion im stationären Handel zu den Genannten keine Alternative.

Paybox, das erste kontaktlose Bezahlsystem

Zum Schluss darf in einem solch ausführlichen Artikel Paybox nicht fehlen, ein aus meiner Sicht sehr guter Ansatz vergangener Tage, das Bezahlen zu vereinfachen. Ursprünglich als Projekt der Deutschen Bank 24 gestartet, wurde es nach dem Scheitern an Moxmo verkauft und später eingestellt. Bei Paybox zahlte man in zugehörigen Online-Shops mit seiner Handynummer. Ein automatisierter Rückruf mit der Bestätigung des Geldbetrages musste mit einer PIN bestätigt werden und die Transaktion wurde per Lastschrift vom eigenen Konto abgeschlossen. Im Prinzip könnte man dies als Mischung zwischen Apple Pay und PayPal betrachten, auch wenn das Prinzip eher an eine Kreditkarte erinnert hat. Selbst im stationären Handel, wie einigen Karstadt-Filialen, war das Bezahlen per Paybox möglich und einige Jahre nach der Jahrtausendwende ein von mir gern genutztes Zahlungsmittel. Ein Sicherheitsrisiko lag allerdings in der PIN, welche mitunter nach der Eingabe in der Liste der angerufenen Nummern auftauchen konnte. So wurde dringend empfohlen, den letzten Telefoneintrag von Paybox zu entfernen. Das Geld senden an Freunde war auch über die Hotline möglich, Handynummer genügt und wir haben das auch im Freundes- und Familienkreis gerne eingesetzt. Nachdem Paybox in Moxmo aufging, hatte PayPal allerdings die Nase vorn. Ich bin gespannt, ob die neuen Alternativen auch PayPal ersetzen könnte, unmöglich wäre dies sicherlich nicht.

Desaströses Ende

Zwar funktionierte Apple Pay zunächst fehlerfrei, dennoch zeigten sich im Verlauf kleine bis mittelschwere Funktionsstörungen in Verbindung mit meiner Apple Watch Series 3 GPS + Cellular. Offenbar hat der zeitweilige Wechsel von Apple-ID und Region dazu geführt, dass keine Benachrichtigung auf der Watch abseits vom iPhone mehr stattfindet. Das Problem lässt sich so beschreiben, dass die Funktionen “Freunde suchen” und Übergabe der Benachrichtigungen zwischen iPhone und Apple Watch nur noch per Wi-Fi und Bluetooth funktioniert, via LTE scheinen sich die Geräte nicht mehr zu finden. Ausgenommen davon sind Telefonie, iMessage und Navigation, Musikwiedergabe und im Prinzip alles, was über die iCloud stattfindet. Auch der Apple Support hatte hierfür keine Lösung, zumal auch nicht ersichtlich ist, wann welche Daten wie übertragen werden. Hat man als Beispiel noch eine alte WhatsApp-Benachrichtigung auf der Watch und beantwortet diese unterwegs, wird sie erst dann verschickt, wenn das iPhone wieder in Sichtweite ist.

Das eigentliche Ausmaß wurde aber erst dann deutlich, als ich das iPhone zurückgesetzt und versucht habe, das iCloud-Backup einzuspielen. Hier fordert dieses trotz entfernter Boon.-App die Eingabe des Kennworts für die andere Apple-ID, mit der Käufe durchgeführt wurden. Das ließ mich hoffen, zumal ich dieses Kennwort nicht mehr wusste und somit das iPhone komplett neu ohne Backup eingerichtet habe. Im Ergebnis leider erfolglos, denn das Problem besteht weiterhin. Offensichtlich entsteht ein Fehler innerhalb der iCloud, der zumindest nach meiner Kenntnis auch nach dem vollständigen Zurücksetzen beider Geräte derzeit nicht behoben werden kann.

Fazit

Wer Apple Pay in Deutschland jetzt ausprobieren will, kommt um Boon faktisch nicht herum. Kein anderer Anbieter ermöglicht derzeit das Bezahlen mit geringerem Aufwand via Apple Pay und trotzdem sind einige Hürden zu erklimmen. Die Grundgebühr von rund 1,50 Euro in Verbindung mit der händischen Prepaid-Aufladung sind für spontane Zahlungen nicht sonderlich attraktiv und man muss damit leben, ein weiteres Konto mit Guthaben zu verwalten. Ein Bisschen erinnert das an die Geldkarte, die ich nie nutzen konnte, wenn ich sie gebraucht hätte. Immerhin gelingt das Aufladen bei Boon direkt in der App, kann aber ohne bereits vorhandene Kreditkarte nicht für den Spontankauf taugen. Die 250 Euro limitiertes Guthaben im Tarif “bon.BASIC” machen den Fachmarktbesuch nicht sonderlich interessant, vor Allem wenn in diesem Tarif eine Sperrung drohen kann. Betrachtet man die Fallstricke, ist die reale, dafür kostenlose GenialCard mit NFC-Chip schneller eingesetzt und ich kann sogar noch das Rückzahlungsziel selbst bestimmen. Würde Apple Pay kommen und sich unsere Kartenanbieter daran beteiligen, wäre der Boon-Boom sicherlich vorbei. Davon abgesehen, dass auch Payback eine nette Zahlungsfunktion innerhalb der App anbietet, die allerdings nichts extra kostet.

17 Comments

  1. Sabine Di Benedetto said:

    Super erklärt und ein tolles Video!!!

    24. Januar 2018
    Reply
  2. Rene said:

    Danke, für den guten Beitrag er hat alle meine Fragen beantwortet.

    20. April 2018
    Reply
  3. Kevin said:

    Sehr guter Beitrag der einige Fragen geklärt hat. Es ist allerdings auch möglich in Irland ein Konto mit Kreditkarte zu eröffnen und Apple Play so zu nutzen. Das ist natürlich auch vollkommen legal.

    13. Juni 2018
    Reply
    • Stephan said:

      Ganz richtig, Irland geht natürlich auch. Langfristig gedacht mit Hinblick auf den Brexit hatte ich jedoch Frankreich als sinnvoller erachtet. Die Konditionen sind dort bei einer vollständigen Legitimierung nach meiner Kenntnis auch etwas besser, was allerdings bei Micropayment egal sein kann. Wird Zeit, dass man hierzulande etwas fortschrittlicher denkt und vor Allem, dass man es überall nutzen kann. Ich habe es wieder abgeschafft, weil ich bei uns im Dorf ohnehin kaum bargeldlos bezahlen kann, wo ich es gerne würde.

      13. Juni 2018
      Reply
      • Stephen Healy said:

        Irland ist vom Brexit nicht betroffen und bleibt in der EU!

        8. Juli 2018
        Reply
        • Stephan said:

          Ich habe entsprechend recherchiert, so sicher scheint das nicht zu sein. Es findet sich kein ausdrücklicher Ausschluß bezüglich Irland und Brexit.

          11. Juli 2018
          Reply
          • D.N said:

            Hallo, wie zieht Boon die Grundgebühr nach den Freimonaten denn ein?

            23. Juli 2018
          • Stephan said:

            Die Grundgebühr wird vom Guthaben abgezogen, wobei ich nicht weiß, was ohne Guthaben passiert, bei mir war stets die automatische Aufladung aktiv. Ich könnte mir vorstellen, dass diese dann bei einer späteren Aufladung vom Betrag abgezogen wird. Das sollte aber in den FAQ zu finden sein.

            24. Juli 2018
          • Ralf Krause said:

            Irland ist definitiv ausgenommen. Irland ist ein eigenständiger Staat und gehört nicht zu Großbritannien.

            Du verwechselst das bestimmt mit Nord Irland; dies ist kein eigenständiger Staat und gehört zu Großbritannien.

            24. September 2018
          • Stephan said:

            Das wird so sein, ich bin da auch absolut nicht im Thema.

            24. September 2018
  4. Kevin said:

    Wenn ich das richtig im Kopf habe sind die Konditionen die gleichen, nach der Testzeit kostet das Konto ca. 1,49€ im Monat, wobei sich das ja wieder relativiert durch wirklich viele Cashback Aktionen. Der Nachteil für mich persönlich ist das ich 1. französisch nicht gut beherrsche und 2. der Upgradezwang auf das Plus-Konto wegen des Geldwäschegesetzes in Frankreich. Ohne dieses Upgrade wäre die Karte nur in Frankreich nutzbar. Über Irland kann ich das Konto nach der Einrichtung jedoch sofort nutzen und testen und mich dann entscheiden ob ich weitere Daten zur Verifizierung an boon geben möchte. Wie gesagt wäre auch ein möglicher Weg ein Konto bei zB der KBC Bank, dort gibt es meines Wissens ein kostenloses Konto mit dem ApplePay international funktioniert. Der Nachteil ist natürlich das man etwas länger warten muss und das ich die evtl. ausgestellte KK nicht mit meinem deutschen Konto verknüpfen kann… Somit fällt diese Möglichkeit für mich raus.
    Ich habe einfach die Hoffnung das sich Apple jetzt bewegt nachdem Google seinen Dienst in Kürze bei uns starten will. Bei uns gibt es relativ viele Akzeptanzstellen, daher macht das für mich wirklich Sinn und macht vieles bequemer. Das ist ein Dienst aus der Kategorie “Braucht kein Mensch aber muss ich haben” 🙂 Ich gebe dir aber Recht, es muss sich in D was bewegen, wir sind einer der größten Wirtschaftsstandorte und gleichzeitig so unglaublich rückständig wenn es um Innovationen geht. Vieles liegt aber meiner Meinung nach auch immer an der üblichen Datenschutzpanikmache, alles neue wird erst mal verteufelt. Dabei finde ich gerade Apples System mit Tokenisierung sehr sicher. Mal ganz davon ab das eine virtuelle KK bzw. Apple oder Google Pay ohne den Besitzer quasi unbrauchbar sind, während physiche Karten ein deutlich Missbrauchsrisiko sind, ebenso wie Bargeld. Grob betrachtet ist Mobile Payment die sicherste Bezahlmethode. Wenn ich meine Geldbörse verliere ist alles weg, Bargeld und evtl. Bank- Kreditkarten sowie persönliche Dokumente mit denen ich als Finder sehr viel Schaden anrichten kann. Verliere ich mein Handy oder meine Watch dann sind ein paar Daten weg aber sicher weil das Handy ja gesperrt ist und die Watch ohne Handy auch wertlos ist. Aber keiner kommt an mein Geld. Ich hoffe auf einen schnellen NFC-Terminalausbau so das du evtl. auch bald wieder Mobile Payment sinnvoll nutzen kannst 🙂

    Viele Grüße

    15. Juni 2018
    Reply
    • Stephan said:

      Ja, Du bringst die typischen und absolut richtigen Argumente. Es gibt aber noch weitere, so dass ich eine Prepaid-Karte als vollkommen sinnfrei empfinde. Ich verschiebe Geld auf eine Kreditkarte, vergebe dadurch ein kostenloses Darlehen, für das ich noch dazu eine Grundgebühr bezahlen soll. Ich möchte stattdessen aber ein System nutzen, das auch direkt mit meinen Zahlungsmitteln zusammen arbeitet. Das heißt, die bequemste Lösung wäre ein reiner Geldabgang vom Girokonto oder über eine bereits vorhandene Kreditkarte. So aber habe ich eine Kreditkarte, die ich mit einer anderen Kreditkarte auflade, die wiederum das Geld von meinem Bankkonto einzieht. Weil Überweisung würde zu lange dauern und ich hätte dann keine Flexibilität. Mal ein praktisches Beispiel: Ich will spontan ein neues Smartphone für 499 Euro kaufen. Ich habe jetzt auf meiner Boon.-Karte aber nur 50 Euro, müsste dann also das Geld erst einmal umbuchen, nur um mit Boon. zahlen zu können. Da ist längst die NFC-Kreditkarte aus der Tasche gezogen, macht also für mich nur Sinn, wenn ich konsequent alle Zahlungsvorgänge mit einem System abwickeln könnte. So lange ich aber noch einen Personalausweis und Schwerbehindertenausweis mitführen muss, kann ich meine Geldbörse auch nicht zu Hause lassen. Ob da jetzt eine NFC-Karte dann mehr drin steckt oder nicht, ist dann egal. Was aber auch viele vollkommen vergessen ist, dass viele Betriebe durch Bargeld auch Positionen haben, die man unter den Tisch fallen lassen könnte. Das ist auch der Grund, warum manche Kneipiers gerne darauf verzichten. Ein weiterer Aspekt ist die grundsätzliche Frage, ob es generell eine gute Entscheidung ist, alles Kapital dezentral lagern zu müssen. Apple bewirbt ja mit der Anonymität oder auch was Du angeführt hast, wenn man nicht alle Daten angeben würde. Als ob das aber zugleich bedeutet, dass man nicht identifizierbar wäre. Mit jeder digitalen Transaktion wirst Du als Zahler immer nachvollziehbar sein und sei es auch nur von Apple selbst. Ich habe damit kein Problem, möchte aber aufzeigen, dass es auch gute Gründe dagegen geben kann.

      15. Juni 2018
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  5. Kevin said:

    Ich gebe dir Recht das eine Prepaidkarte suboptimal ist und da kommt es sehr stark auf die persönliche und finanzielle Situation an. In meinem Bekanntenkreis gibt es Leute die grössere Summen aufladen und die automatische Aufladung aktiviert haben und da gibt es Leute, wie mich selbst, die diese Möglichkeit eher für kleinere Einkäufe nutzen. Die Möglichkeit direkt über mein Konto zu zahlen wäre auch für mich persönlich die Beste aber ich akzeptiere diese, hoffentlich kurzzeitige Möglichkeit, ein neues System zu testen. Ich kenne auch Leute die ihr Konto halt nach Irland verlagert haben und dort ihre Zahlungsgeschäfte abwickeln und dort ist es ja so das ApplePay direkt mit dem Konto verknüpft ist. Das man weiterhin seinen Ausweis dabei hat ist ja klar aber die Frage ist ob dann wesentlich mehr als das nötigste drin ist. Momentan habe ich zB nur sehr selten mehr als 20€ in Bar dabei aber halt noch meine normalen Bankkarten, zur Sicherheit da man ja nicht überall mit boon zahlen kann. Aber die Möglichkeit das es evtl. mal weniger werden könnte, wenn es denn offiziell funktioniert, gefällt mir. Ich betrachte die Menschen die es trotz der Umstände probieren oder auf Dauer nutzen als Betatester, die evtl. dazu beitragen Fehler aufzudecken oder zu zeigen das eine solche “Alternative” doch sehr gefragt ist, auch wenn von vielen Stellen was anderes behauptet wird.
    Am Ende entscheidet zum Glück jeder für sich wie er was in welchem Umfang nutzen möchte, daher auch der Spruch “braucht kein Mensch, muss ich haben” 😉 . Klar ist es nicht unbedenklich alles dezentral zu haben und anonym ist man nur bei der Bargeldzahlung, daher sage ich ja das der Vorteil des Mobile Payments darin liegt das die Daten bei Verlust der Karte, ob jetzt virtuell oder physisch, die Daten der virtuellen Karte für den “Finder” unsichtbar sind, während auf der physischen Karte alle relevanten Daten sind die ich für Einkäufe brauche. Daher sagte ich das ich Mobile Payment zumindest grob betrachtet als sicherer empfinde, dass dort auch irgendjemand registriert wo ich gerade meine “Karte” eingesetzt habe ist mir klar und das sollte auch jedem bewusst sein. Aber nehmen wir als Beispiel mal den Urlaub, am Strand bzw am Pool nur mit seiner Watch bzw. mit seinem Handy zu bezahlen ohne das man das Portemonaie in irgendeiner Tasche verstecken muss ist für mich ein ganz klarer Mehrwert. Klar geht es auch anders, hat es ja vorher auch viele Jahre aber ich hatte, zumindest gefühlt, mehr Ruhe als ich mich mal von meiner Liege entfernt habe. Das gerade in der Gastro oder aber auch in vielen anderen Bereichen darauf verzichtet wird kann ich sehr gut nachvollziehen, da es ja auch Leute gibt die leider nicht alles offiziell angeben können da sie sonst wahrscheinlich den Laden zu machen müssten. Es gibt immer und bei allem ein Für und Wider und jeder muss für sich entscheiden was überwiegt und ich verstehe und kenne genug Wider Argumente, dennoch wollte ich es für mich mal ausprobieren und auch wenn ich es nicht bei jeder Gelegenheit nutze möchte ich diese Möglichkeit zu zahlen nicht mehr missen.

    15. Juni 2018
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  6. Jan said:

    Auch ich nutze ApplePay über den bekannten Weg und bin wirklich zufrieden und wenn ich ehrlich sein soll, habe ich mir über vieles gar keine Gedanken gemacht. Ich war einfach neugierig und wollte es probieren. Mag vielleicht ein wenig leichtsinnig sein aber die Neugier hat einfach gesiegt

    20. Juni 2018
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  7. Basti said:

    Ich nutze ApplePay über ein ausländisches Girokonto, da mir der Aufwand über Prepaid zu groß war und erst jetzt finde ich es richtig sinnvoll. Vorher habe ich halt immer nachdenken bzw. grob mitrechnen müssen. Jetzt gehts halt direkt über ein Girokonto und das läuft wirklich super. Mir ist aufgefallen das der NFC-Ausbau in den letzten Monaten stark angezogen hat. Bei mir in der Umgebung gibt es eigentlich kaum noch Geschäfte ohne NFC-Terminal.

    22. Juni 2018
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  8. Chris said:

    Hallo, gibt es eigentlich irgendwelche Neuigkeiten zum Deutschlandstart von ApplePay? Würde mich doch sehr interessieren und ich hatte ja gehofft das auf der Keynote was dazu bekanntgegeben wird.

    24. September 2018
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    • Stephan said:

      Hallo Chris, die gibt es in der Tat, wenn auch keine konkreten Termine. Man sei im Gespräch und einige Kreditkartenanbieter seien mit im Boot, Boon. entsprechend auch, WireCard ist ja schließlich ein deutsches Unternehmen. Genaueres weiß ich allerdings auch nicht, bis Weihnachten sollte das aber geklärt sein.

      24. September 2018
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