Cleer DU, günstiger und faltbarer 2-Wege-Kopfhörer

Letzte Aktualisierung am 27. März 2020

Ein Kopfhörer für unter 90 Euro mit einem zumindest scheinbaren Aluminiumgehäuse, 2-Wege-System und guten Klangeigenschaften, klingt fast wie ein Aprilscherz, der in Wahrheit keiner ist. Der hierzulande aktuell noch unbekannte Hersteller Cleer aus den USA fertigt seit 2012 Kopfhörer und möchte das untere Preissegment mit hochwertigen Produkten aufräumen. Im Netz finden sich bei großen Online-Händlern schon Rezensionen, , die teils zu überschwänglich klingen. Dennoch stimmt vieles, wenn auch nicht alles. So kompromisslos kann ein Schallwandler um diesen Preis sicher nicht sein,wenn der Hersteller selbst für seinen DJ-Kopfhörer über 350 Euro aufruft. Der Slogan auf der Cleer Homepage heißt übersetzt ganz einfach „Qualität, die begeistert“. Aktuell befinden sich vier Kopfhörer im Sortiment, darunter einer mit aktiver Geräuschunterdrückung, ein DJ-Kopfhörer und ein drahtloses Modell mit ebenfalls aktiver Geräuschunterdrückung. Der als HD-Kopfhörer bezeichnete DU ist der Vierte und günstigste im Bunde, den ich intensiv testen konnte und mit vorhandenen Kopfhörern ausgiebig verglichen habe, wie gut er wirklich ist möchte ich im Folgenden beschreiben. Wie üblich ist es kein normaler Testbericht, sondern ich möchte meine Erfahrungen mit einfließen lassen und Tipps mit auf dem Weg geben, worauf Ihr beim Kauf eines guten (und nicht teuren) Kopfhörers achten solltet.

High Resolution, das neue Marktschreier-Argument

CD-Quality, Pure CD, for digital. Diese und ähnliche Produktangaben schmückten fast jeden Kopfhörerkarton Ende der 80er Jahre bis weit in die 90er hinein. Die CD als ultimatives Klangerlebnis, die alles je zuvor da gewesene in den Schatten stellen sollte, schien das Optimum zu sein. Es klang modern und so ließ man sich weniger von der Akustik verleiten, als von der schriftlich bestätigten Zukunftsweisung. Inzwischen haben wir gelernt, wie schlecht ein damaliger Kopfhörer aus heutiger Sicht Trotz CD-Eignung klingen kann und dass mit High Resolution oder einer sauber abgespielten Schallplatte klanglich viel mehr geht. Ich selbst hatte mir damals auch so einen Kopfhörer von „Elite“ gekauft, einer Marke die zur Metro-Gruppe gehört. Dieser kostete 50 Mark, hatte einen Lautstärkeregler und war gegenphasig verdrahtet. Das diffuse Klangerlebnis wurde zur Ernüchterung und ließ mich schon früh an diesen Werbeversprechen zweifeln. Während später dann der Koss Porta Pro als mobile Referenz galt, sollte auch dieser Trend durch Hochleistungs-Wandler im Miniformat abgelöst werden. Heute hat der Porta Pro nahezu an Bedeutung verloren und ist selbst dem Cleer DU deutlich unterlegen.

Aktuell erlebe ich ein Déjà-vu, denn das Gleiche, wie mit der CD-Qualität als Kaufargument, versuchen die Firmen jetzt mit hochauflösender Musik und das, obwohl diese nicht mal bei der Masse angekommen ist. Streaming-Dienste liefern ihre Alben für gewöhnlich komprimiert aus, Smartphones unterstützen selten werkseitig die Wiedergabe hochauflösender Musik und verlustfreie Verfahren wenden nur wenige zur Speicherung der Musiksammlung an. Ein paar HiFi-Enthusiasten wissen hingegen diese Technik zu schätzen, Studien einer nachgewiesen hörbaren Klangverbesserung gibt es allerdings bislang nicht. Trotzdem hat die Industrie nach langer Durststrecke ein neues Feld gefunden und toben sich mit jährlich doppelt so teuren High Res Abspielgeräten und Zubehör aus. Mit logischem Sachverstand kann man diesen Trend durchaus anzweifeln und dass trotz einer deutlichen Klangsteigerung in gewissen Bereichen, die für die Masse eher untergeordnet ist. Unbekannte Firmen in dieser Branche, wie Colorful Technology, FiiO oder Ibasso, brachten vor einigen Jahren günstige High Res Player mit dem Argument heraus, dass diese gar nicht teuer sein müssen. Heute bedienen dieselben Hersteller den Markt mit mindestens dreimal so teuren Geräten und wechselbaren Verstärker- und Wandler-Chips, für die es aber einen Kundenkreis zu geben scheint. Dabei stellt die Fantasiemarke von iRiver mit Namen Astell & Kern die Spitze dar. Klar gibt es Klangveränderungen, nur ob man von besser oder schlechter sprechen kann, wage ich zu bezweifeln. Weniger zweifelhaft finde ich die Annahme, dass sich vermutlich die meisten Käufer eher von Datenblätter und Testberichte leiten lassen. Vor Allem dann, wenn man weiß, welchen Zuspieler man hört, werden sich die Meisten von der Marke und dem Design, als vom eigenen Gehör überzeugen lassen. Das ist Verkaufspsychologie und funktioniert besonders gut bei HiFi-Produkten.  Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel und es gibt keine teuren Player und Wandler, die zugleich ein schlechtes Klangbild abliefern. Nur wird der finanzielle Mehraufwand selten im Verhältnis zur Klangverbesserung stehen.

Bei Schallwandlern verhält sich das anders. Hier können schon minimale Veränderungen für ein gänzlich anderes Klangbild sorgen. Die Entwicklung eingesessener Hersteller wird daher selten übertrieben als aufwendig und komplex geschildert. Tauscht man bei einer HiFi-Anlage den CD-Spieler aus, birgt dies deutlich weniger Klangveränderungen mit sich, als wenn man die Raumakustik oder die Lautsprecher verändern würde. Und genauso ist dies bei Ohr- und Kopfhörern, jeder klingt auf seine Art anders und jeder Hersteller hat seine eigene Klangsignatur. Auch werden Produkte für unterschiedliche Einsatzbereiche entsprechend abgestimmt, ein Studiokopfhörer oder Abhörmonitor sollte im Frequenzgang möglichst linear und somit neutral und authentisch klingen. Wäre ein HiFi-Kopfhörer beispielsweise auf starke Bässe hin optimiert, würde man diese beim Abmischen zu stark reduzieren. Bei der Präzision sollte auch ein Kopfhörer ohne ausdrückliche HD- oder High Res Fähigkeit im Stande sein, Musik präzise abbilden zu können. Das macht bei hochauflösender Musik natürlich Sinn, bei komprimierter Musik können allerdings bei entsprechendem Zuspieler Artefakte stärker in den Vordergrund treten, welche der Musikliebhaber eigentlich nicht hören möchte. Bei Bluetooth sind vor Allem eher unpräzise Schallwandler sinnvoll, um die schlechten Codecs zu kaschieren. Hier wird auch auf DSP-Techniken gesetzt, die das Klangbild aus psychoakustischer Sicht optimal abstimmen.

Die verschiedenen Kopfhörertypen

Neben dem Unterschied zwischen portabel und stationär, gibt es auch verschiedene Tragevarianten, nicht beschäftigen sollen uns an dieser Stelle Ohrhörer. Kopfhörer können ohraufliegend oder ohrumschließend sein. Größere Muscheln erlauben größere Treiberdurchmesser, die nicht unbedingt einen garantiert besseren Klang abliefern. Bei den Materialien der Ohrpolster können manche bei Hautkontakt die Schweißbildung fördern oder schließen zu dicht ab, Stoffpolster sind hier zwar besser, müssen aber auch häufiger gereinigt werden. Neben der PC-Tastatur dürfte der Kopfhörer eine Brutstätte für Keime und Bakterien sein, sofern sie sehr häufig genutzt werden. Bei den Polstern sollte der subjektive Tragekomfort entscheiden, das Material sollte sich am Kopf angenehm anfühlen und nicht drücken. Auch die Schallisolierung ist beim mobilen Einsatz ein Thema. Unter Active Noise Cancelling (ANC) versteht man Kopfhörer, die über Mikrofone und aktiven Antischall die Umgebungsgeräusche dämpfen können. Diese Technik wird auch in Fahrzeugen zur Lärmunterdrückung eingesetzt und Freisprecheinrichtungen entkoppeln so die Stimme vom Schall. Je nach Güte der Technik, kann dies allerdings auch etwas Unbehagen auslösen, weil dieser Antischall häufig als unnatürlich empfunden wird. Gut geschlossene Kopfhörer können auf diese Technologie verzichten, der Schall von und nach Außen wird gedämpft, das Klangspektrum spielt sich in einem klar definierten Bereich innerhalb der Ohrmuschel ab. Für mobile und DJ-Kopfhörer sind geschlossene Bauformen üblich, die allerdings in der Darstellung und Präzision häufig offenen Systemen unterlegen sind. Als halboffen bezeichnet man ein System, bei dem eine Belüftung hinter dem Treiber erfolgt. Hierbei wird rückwärtiger Schall abgeführt und der Kopfhörer wird dadurch resonanzarm, Wärmeentwicklung und Schweißbildung am Ohr werden etwas verringert. Die Kopfhörer schirmen Außengeräusche zu einem deutlich geringerem Teil ab, dafür sind sie auch leichter und lassen sich länger tragen. Die Basswiedergabe kann bei geschlossenen Systemen mit am besten reproduziert werden, halboffenen Bauformen gelingt dies noch recht gut. Bei offenen Systemen wird ein anderes Konzept verfolgt, hier schweben die Kalotten wie zwei Lautsprecher neben dem Ohr und sind häufig auch in einer Winkelstellung angeordnet. Dies führt zu einer besseren Ortung und klingt nicht so, als würde sich die Musik im Kopf abspielen. Die Realisierung starker Bässe ist etwas schwieriger und wird meist durch große Membranen erreicht. Trotz dieser verallgemeinernden Erklärungen hat allerdings jeder Hersteller seine eigenen Konzepte, weshalb die Vor- und Nachteile nicht als solche generell zu verstehen sind. Ein guter offener Kopfhörer im Referenzbereich kann mitunter mehr Bass abliefern, als ein günstiger geschlossener, so sagt auch die Bauform nichts über den Preis eines Kopfhörers aus. Halboffene Systeme scheinen ein guter Kompromiss aus beiden Welten zu sein: Stärkerer Bass und weniger Reflexionen in der Kopfhörermuschel bei einer leichten Bauform mit ausgewogenem Klangbild.

Auch bei den Treibern gibt es Unterschiede, Elektrostaten stellen hier landläufig die Spitzenklasse dar. Hier wird ein Kondensator aus zwei hauchdünnen Folien gebildet, die durch einen hohen Stromfluss in Schwingungen gebracht werden. Diese benötigen einen speziellen Verstärker und lassen sich nicht an einen gängigen Kopfhöreranschluss betreiben. Übliche Kopfhörer verwenden eine normale Schwingspule, so dass ein Magnetsystem die Membran antreibt. Dabei gilt heute nicht mehr, dass Elektrostaten zwangsläufig besser klingen müssen, auch wenn sie konstruktionsbedingt viel präziser arbeiten können. Gute Kopfhörer mit Schwingspule sind auch heute zu sehr guten Leistungen fähig, so wird der Sennheiser HD 800 gerne mit Elektrostaten verglichen. Wie auch andere Kopfhörer, nicht nur im oberen Preissegment, kann er Nuancen hochauflösender Musik authentischer und impulstreuer wiedergeben, sofern er durch einen adäquaten Verstärker angetrieben wird.

Tonquelle und Nutzlast

Genau wie bei einem Lautsprecher stellt auch ein Kopfhörer eine nicht zu unterschätzende Last für den Verstärker dar. Dabei gilt generell nicht, dass eine höhere verfügbare Leistung zugleich auch eine bessere Klangqualität bietet, wohl aber dem Kopfhörer mehr maximale Lautstärke entlocken kann. Das ist besonders für Modelle wichtig, die einen schwer kontrollierbaren Magneten haben und somit eine hohe Nutzlast sind. Der Sennheiser HD 800 ist beispielsweise ein hochohmiger Kopfhörer, der mit einem angegebenen Innenwiderstand von 300 Ohm viel Leistung in Bewegung umsetzen muss und daher an einigen Verstärkern unverständlich dünn klingen kann. Dies liegt daran, dass die überdimensionierten Neodyn-Magneten im gesamten Frequenzspektrum gut kontrolliert werden müssen. Auch bei den Modellen aus dem mittleren Preissegment, wie dem HD 650, ist eine Ansteuerung bei einer Impedanz von ebenfalls 300 Ohm ebenfalls nicht einfach und er wirkt an portablen Zuspielern oft recht leise. Denn hat ein Verstärker zu wenig Leistung fällt vor Allem der Bassbereich ab und der Klang wirkt relativ dünn.

In diesen Fällen kann ein Kopfhörerverstärker das Problem lösen, weil er den kleinen Verstärker des Zuspielers entlastet und dem Kopfhörer die benötigte Leistung zur Verfügung stellt. Trivial ist das allerdings nicht, denn der einfache Anschluss am Kopfhörerausgang ist wenig sinnvoll. So könnten Artefakte des DAC-Chips und mögliche Störgeräusche nämlich mit verstärkt werden, welche die Musik unruhig erscheinen lassen. Hinzu kommt, dass bei vielen tragbaren Geräten die Lautstärkereglung digital erfolgt und durch die Teilung aufgrund der geringen Wortbreite leise Passagen regelrecht verschwinden. Wie das klingt, hört Ihr im merkst.de-Podcast Nr.73. In einem Beispiel demonstriere ich den Unterschied zwischen 16 und 24 Bit Wortbreite und mache mir zur Verdeutlichung diesen Effekt an einem digital geregelten Kopfhörerausgang zu Nutze. Um diese Abschneidung niedriger Dynamikstufen zu umgehen, ist ein ungeregelter Line-Ausgang sehr hilfreich. Würde man hingegen den Kopfhörerausgang auf Maximum regeln, könnte das Eingangssignal übersteuern und den Verstärker überfordern. Gute hochauflösende Audioplayer kommen bereits mit sehr hochleistungsfähigen Kopfhörerverstärkern, die eigentlich keinen zweiten Verstärker mehr brauchen. Während große Kopfhörer viel Verstärkung benötigen, geben sich In-Ears mit winzig kleinen Membranen und einer geringen Impedanz mit deutlich weniger Leistung zufrieden. Hier beklagen viele Nutzer hingegen, dass bereits für Kopfhörer akustisch sehr ruhige Audiogeräte diese bei In-Ears deutlich hörbare Artefakte aufweisen können. Und so kompliziert wie das Ganze klingt, ist es schließlich auch, denn Kopfhörer und Elektronik müssen zusammen passen, der Test am eigenen Equipment ist daher sehr ratsam. Auch benötigen Kopfhörer im Gegensatz zur Elektronik eine Einspielphase, die mehr oder weniger lang sein kann. Ein frisch ausgepackter Kopfhörer, der sich womöglich nach einem Transport im Winter noch erwärmen muss, sollte bei Zimmertemperatur eine Zeit bei normaler Lautstärke eingespielt werden. Je nachdem kann sich nach wenigen Stunden oder Tagen das volle Klangpotential entfalten. Es ist eben ein mechanischer Schallwandler, der sich noch freischwingen muss.

Auch der Anschluss eines Kopfhörers kann auf mehrere Weise erfolgen. Viele Hersteller setzen auf eine ergonomisch sinnvolle einseitige Kabelführung. Hierbei wird über ein im Kopfbügel integriertes Kabel das Signal an die andere Ohrmuschel weitergereicht. Dies stellt zwar keine akustischen Nachteile dar, ein getrennt symmetrischer Anschluss kann aber nicht realisiert werden. Daher ist es zumindest theoretisch sinnvoll, wenn der Kopfhörer über eine Kabelführung für jeweils die linke und rechte Ohrmuschel verfügt, hochwertige Kopfhörer und Verstärker bieten dies an. Im Ergebnis ist eine bessere Kanaltrennschärfe möglich und die Störfestigkeit der Zuleitung wird verbessert. Symmetrische Anschlusskabel werden oft bei sehr hochwertigen Kopfhörern eingesetzt, bei der kurzen Distanz zwischen Verstärker und Kopfhörer dürfte der Mehrwert allerdings anzuzweifeln sein. Bei Funkkopfhörern gilt im Übrigen, dass Verstärker und Wandler, wie auch bei Bluetooth-Headsets, direkt im Kopfhörer untergebracht und von einem Akku gespeist werden, hier ist auf besonders hochwertige Übertragungswege zu achten. Ein Digitaleingang am Sender verhindert eine übermäßige Wandlung des Signals und verhindert einen möglichen Dynamikverlust. Aufgrund der hohen Anschaffungspreise würde ich bei gelegentlicher Nutzung zu einem Bluetooth-Sender und -Headset raten und dieses Set ergänzend zu einem stationären Kopfhörer mit langem Kabel nutzen. In der Praxis erreichen bei gleichem Anschaffungswert die Funkkopfhörer nicht die Leistung eines kabelgebundenen Kopfhörers. Wenn man aber auf Lautsprecher verzichtet und sich stattdessen einen hochwertigen Kopfhörer mit Verstärker und Digital-Analog-Wandler kauft, wird man sich klanglich allerdings in höheren Sphären bewegen. Für den mobilen Einsatz sollte man stets bedenken, dass es draußen nie ruhig ist und man wohl selten unterwegs die Ruhe zum entspannten Musik genießen finden wird.

Der Cleer DU

Der kurze Name DU steht für das duale Treibersystem (Dual Units). So kommen, wie auch bei vielen Lautsprechern, zwei Schallwandler je Muschel zum Einsatz. Auf diese Technik trifft man immer wieder und es ist schwer zu sagen, ob sie sich als tatsächlich besser bewahrheitet. Manche hochpreisigen In-Ears setzen ebenfalls auf getrennte Membranen, ich konnte bislang bei solchen Modellen keinen essenziellen Vorteil heraushören. Viele teure Kopfhörer setzen hingegen auf einen breitbandigen Treiber, dies ist von der Konstruktion auch einfacher realisierbar. Nutzt man mehrere Treiber, muss auch ein Filtersystem vorgeschaltet sein, diese Frequenzweiche unterteilt das Signal in hohe und tiefe Anteile und leitet sie an die zuständige Membran weiter. So müssen nicht nur die Filter von hoher Güte sein, auch die Membranen dürfen bei der Übergangsfrequenz nicht zu stark übersprechen, damit keine ungewünschten Verwirbelungen durch Phasenverschiebungen in der Muschel entstehen. Dies ist bei Lautsprechern, die einen größeren Raum beschallen und auch durch die Raumreflexionen klanglich beeinflusst werden, ein geringeres Problem. Der Raum innerhalb der Muschel ist aber definiert und so ist eine gute Abstimmung von Nöten. Es sei vorweg verraten, dass der DU hier überzeugt. Zumindest insofern, als dass sich das 2-Wege-System nur geringfügig negativ bemerkbar macht.

Geliefert wird er in einer schicken Verkaufsverpackung, die auch hätte von Apple stammen können. Öffnet man den Deckel, stößt man zunächst auf einen Tragebeutel aus glattem Kunststoff mit Schlüsselring und einem robusten Reißverschluss. Dieser besteht aus zwei Schichten, innen hält das raue Kunststoffgewebe ein etwas zu kleines Kabelfach bereit. Darunter findet sich die Anleitung und ein Audiozertifikat, das die klangliche Abstimmung bestätigen soll und dem Laien wenig Aussagekraft bietet. Das wirkt professionell, wäre da nicht der nachträglich angebrachte Aufkleber der Seriennummer. So beschleicht mich irgendwie der Eindruck, dass sich die vielen Zertifikate von den Angaben alle ähneln könnten. Unter den Papieren befindet sich der Kopfhörer und dazwischen die beiden fast identischen Anschlusskabel. Diese sind flach ausgeführt und dadurch verknotungsfrei, sie eignen sich mit knapp 1,20 m für den mobilen Einsatz. Beide haben einen Metallstecker an der Kopfhörerseite und einen gewinkelten Stecker für die Geräteseite, der noch gerade so durch Handytaschen passt. Der einzige Unterschied besteht in den Fernbedienungen, wobei das eine Kabel über nur eine und das andere über drei Bedientasten verfügt. Das Kabel mit drei Tasten ist für Apple- und das andere für Android-Geräte vorgesehen, beide haben einen vierpoligen Klinkenstecker. Sinn macht das nicht, da auch das Apple-Kabel unter Android funktioniert und bis auf die Lautstärketasten eben nur die mittlere Taste genutzt werden kann. Anstatt zwei Fernbedienungskabel beizulegen, hätte man für den heimischen Einsatz eines mit drei Metern Länge und einem 6,35 mm Klinkenadapter beilegen sollen. Bei der Größe des Kopfhörers würde das Sinn machen, so scheint er sich auf den ersten Blick eher für den heimischen Betrieb zu eignen. Auch hätte ein Seitenblick des Herstellers genügt um festzustellen, dass eigentlich fast alle wenigstens einen Klinkenadapter beilegen. Das fehlende 3-polige Kabel allerdings ist problematisch für Geräte, die über gewöhnliche Audioanschlüsse verfügen, hier kann es mit den beiliegenden Kabeln zu Verbindungsproblemen kommen.

Die Materialwahl des DU ist auf den ersten Blick gefällig und er wirkt so, als wäre er komplett aus Aluminium gefertigt worden, das allerdings nicht als hochwertiger Werkstoff einzustufen ist. Auf den zweiten Blick wird jedoch schnell klar,dasses sich um mit Aluminium bedampftes Kunststoff handelt. Lediglich die Außenkappen scheinen aus Aluminium zu sein, beim Kopfband ist der Kunststoff bei näherer Betrachtung gut zu erkennen und sorgt auch für Probleme beim Tragen. Auch die Aufhängung der Muscheln haben etwas Spiel und vermitteln mir bei etwas Krafteinwirkung wenig Vertrauen. Sichtbar aus Metall ist die Kopfbandverstellung gefertigt, wobei auch dieses Metallband mit einer Kunststoffführung eingefasst ist. An der linken Muschel befindet sich unten die 3,5 mm Klinkenbuchse für das Anschlusskabel, das auch durch ein längeres getauscht werden kann. Bei dem hochwertigen Anspruch hätte ich eine Metallbuchse erwartet, zumal auch die kopfhörerseitigen Stecker der Kabel metallisch ausgeführt sind. Die Muscheln lassen sich seitlich drehen, so wird er für den Transport relativ flach. Allerdings passt er so nicht in die Tasche, dazu muss der Faltmechanismus verwendet werden und die Muscheln klappen nach Innen ein. Warum man das Drehgelenk eingebaut hat, erschließt sich mir daher nicht ganz. Gut gemacht sind die austauschbaren Ohrpolster und die Polsterung am Kopfbügel, die aus weichem Kunstleder bestehen. Die Muscheln sind mit einem wertigen roten Stoff überzogen, auf der jeweils in großen Lettern die Seite aufgedruckt ist. Dahinter verbirgt sich eine Kunststoffabdeckung und hier fühlt man auch den werkstofflichen Kompromiss, der in diesem Preisbereich nicht zu vermeiden ist. Die Treiber für den Tiefton- und Mittelbereich sind etwas schräg im Winkel nach Hinten gestellt, das kennt man auch von anderen Kopfhörern und soll eine gute Vorne-Ortung ermöglichen. Die Hochtöner sind gerade eingelassen und befinden sich schräg darunter. Die grobmaschigen Schlitze allerdings hätte man vielleicht etwas feinporiger gestalten können oder gleich den Kunststoffschutz weglassen sollen. Das ist übrigens alles Jammern auf hohem Niveau, denn für den Preis geht die Verarbeitung absolut in Ordnung. Lediglich die beiliegende Kabelauswahl ist nicht akzeptabel gelöst worden und auch die Ergonomie gibt Anlass zur Kritik.

Beim Aufsetzen des sehr leichten Kopfhörers spürt man zunächst die schon fast zu weichen Ohr- und Kopfpolster, die sehr angenehm die Ohren zumindest fast umschließen. Aber man spürt auch einen zu geringen Anpressdruck, so dass er zumindest bei mir leicht vom Kopf rutschen will. Die Ursache ist schnell ausgemacht und liegt am Kopfbügel. Denn der nicht versteifte Materialmix lässt sich leicht verbiegen und biegt sich ebenso leicht in die Ausgangsposition zurück. Das ist einfach zu wenig, um einen brauchbaren Andruck für einen guten Sitz aufzubauen, ein steifer oder verstärkter Kunststoff hätte es wenigstens sein müssen. Ruhig sitzen ist kein Problem, Liegen oder leichte Kopfbewegungen reichen allerdings aus, ihn aus der Position zu wuchten. Besonders für den mobilen Einsatz bringt dies zwei Probleme mit sich, zum Einen dämpfen die lockeren Ohrpolster Außengeräusche schlecht ab und zum Anderen wird man ihn selbst beim Gehen wohl nur beunruhigt tragen. Auch erfolgt ein Bassabfall, wenn sich die Polsterung auch nur minimal vom Kopf löst und das Klangbild wirkt sofort asymmetrisch. Für zierliche Personen und Kinder ist er daher nicht geeignet. Immerhin ist Die Kopfbandverstellung jeweils stufenlos und schwergängig einstellbar, das ist sehr gut und verhindert ein versehentliches Verstellen. Eine vertikale Anpassung der Muscheln gibt es hingegen nicht. Ärgerlich ist, dass nur mit einem minimalen Produktionsaufwand diese Probleme hätten vermieden werden können und der Kopfhörer daher in dieser Preisklasse einen eher unterdurchschnittlichen Tragekomfort hinterlässt.

Der Sound

Während Cleer einige Kompromisse bei der Mechanik eingegangen ist, überzeugt der DU gemessen am Preis klanglich auf ganzer Linie. So habe ich ihn einem recht unfairen Vergleich ausgesetzt und mit aktuell vorhandenen Kopfhörern zwischen 100 und 1.000 Euro verglichen, die ich zunächst kurz vorstellen möchte. Die beiden Modelle Technics RP-DJ1210 und Akai MPC Headphones sind neutral abgestimmte und geschlossene DJ- bzw. Studiokopfhörer. Der Technics dient mir als Kontrollkopfhörer für meine Sprache oder Instrumente und klingt recht mittenlastig. Der Akai bietet hier klanglich aber noch einen Sprung nach oben und wurde von mir oft bei Podcast-Produktionen eingesetzt. Der Technics ist ohraufliegend, der Akai hat große ohrumschließende Muscheln und ein massives und schweres Aluminiumgehäuse. Der Technics liegt mit 100 Euro preislich am Nächsten zum DU, während der Akai mit rund 170 Euro fast doppelt so viel kostet. Der Sony MDR-1A ist mein einziger Kopfhörer, der sich ausgewiesen für High Resolution Audio zeigt und daher mit dem DU zumindest vom Anspruch ähnlich einzustufen ist. Von der Abstimmung sind beide sich ähnlich, wobei der Sony nur mit je einem Treiber den ungewöhnlichen Frequenzgang von 5 Hz bis 100 kHz abdecken möchte. Mit aktuell rund 160 Euro ist er doppelt so teuer, der unverbindliche Verkaufspreis mit rund 220 Euro allerdings liegt nochmal einen Sprung höher. Diesen gibt es auch in Versionen mit Bluetooth und einem integrierten D/A-Wandler. Sony greift wie Bowers & Wilkins zu einem 2-poligen Kabel mit 3 Metern Länge als Option, die klangliche Signatur ist ähnlich zum DU, auch wenn er im Hochtonanteil runder klingt, aber ebenso im oberen Bassbereich leicht überbetont. Die Mitten sind klar umrissen und er zeichnet bei entsprechendem Zuspieler auch sehr fein, die Treiber sind ebenfalls schräg eingefasst und nach Außen hin belüftet. Dadurch klingt er auch im Tiefbassbereich sehr authentisch und ist im Vergleich zum DU ähnlich abgestimmt. Als Weiteres greife ich zum ohraufliegenden Bowers & Wilkins P5 Series 2, der mit rund 250 bis 300 Euro für einen mobilen Kopfhörer recht teuer ist. Die klangliche Abstimmung folgt einer eigenen Signatur und so eignet er sich wie der Sony nicht für den Studioeinsatz, das ist aber bei einem Kopfhörer für den Musikgenuss üblich und so kann man ihn auch mit dem Cleer DU vergleichen. Der B&W liefert tiefe, Knackige und präzise Bässe, überzeichnet jedoch etwas im unteren Hochtonbereich. Er ist zwar präziser als sein Vorgänger, der mir aber von der Abstimmung etwas besser gefiel. Der groß dimensioniert konstruierte Sennheiser HD 800 mit knapp 1.000 Euro braucht ungleich viel Leistung und ist besonders analytisch ausgeprägt, jedoch von der Konstruktion ein offenes System, das eher an schwebende Lautsprecher erinnert. Zwar sind alle diese Kopfhörer vom Prinzip her verschieden, dennoch werden sie wie beispielsweise der Technics ganz normal von Konsumenten gekauft. Diese fragen sich nicht, wie authentisch oder neutral ein Kopfhörer klingen muss, , sondern es ist wichtig, dass er überhaupt klingt und gefällt. Von daher sind diese Vergleiche schon realistisch, zumal der Preis nicht immer im Verhältnis zur klanglichen Leistung steht, wie es beim Cleer der Fall ist. Meine Klangeindrücke habe ich mir auch von anderen Testpersonen bestätigen lassen, denen ich zuvor meine Gedanken nicht mitgeteilt und die Kopfhörer wertfrei aufgesetzt habe. Natürlich gibt es kleinere Differenzen. So wurde der DU von manchen deutlich schlechter beurteilt, als von mir. Aber die Tendenz deckte sich trotz Allem mit meinen Eindrücken.

Als Erstes habe ich, wie auf dem Titelbild zu sehen, den Cleer DU an den HiResFi D/A-Wandler mit Sabre 9018-Chip angeschlossen. Eine Einspielzeit bei einem neuen Kopfhörer ist sinnvoll, da sich die Mechanik nach einer langen Lagerung erst frei schwingen muss. Je nach dem kann diese länger oder kürzer sein, der B&W brauchte einen ganzen Abend, bis er sein volles Klangpotential erreicht hat. Der Cleer hingegen war mit ein paar Stunden zufrieden. Ein klanglicher Unterschied zwischen dem ersten Aufsetzen und nach zwei Stunden war zu vernehmen. Der Kopfhöreranschluss des HiResFi-Wandlers hat mit den mitgelieferten Vierpol-Kabeln Probleme, der Stecker muss ein kleines Stück herausgezogen werden. Daher habe ich direkt die Kabel durch ein gutes zweipoliges Klinkenkabel ersetzt und meine Versuche mit diesem fortgeführt. Trotz dass der HiResFi über eine diskrete Schaltung und kein Verstärkungsglied verfügt, hat er den Cleer gut kontrollieren können. Selbst die Maximallautstärke reicht aus, das deutet auf die geringe Impedanz von 32 Ohm hin. Am iPhone angeschlossen, macht mir die komprimierte AAC-Musik wenig Freude, hier scheint er recht impulstreu zu sein. Erstaunt war ich aber am Computer mit Foobar2000 und FLAC-Dateien in CD-Qualität, hier zeigt der Cleer DU sein Klangpotential. Hochauflösende Musik beherrscht der HiResFi aufgrund des universellen USB Audio 1.0-Standards nicht, das dürfte allerdings die meisten Nutzer nicht stören. Das Gespann zwischen dem Cleer DU und dem HiResFi DAC mit Sabre-Chip gefällt mir insgesamt gut, so hat man für rund 120 Euro die Möglichkeit, in audiophile Sphären einzusteigen.

Um ihn mit hochauflösender und Standard-Musik füttern zu können, nutze ich den allseits bekannten Colorfly C4 Pro, der besonders mit dem Sennheiser HD 800 eine sehr gute Partnerschaft eingehen kann. Um speziell aber den Standardnutzen zu simulieren, verwendete ich den etwas leistungsschwächeren Mini-Klinken-Anschluss, der von der Ausgangsspannung eher einem Mittelklasse-Smartphone entspricht. Wer sich diesen Kopfhörer kauft, wird wohl weniger bereit sein, viel Geld in einen hochwertigen Audioplayer oder Verstärker zu investieren. Die leistungshungrigen Kopfhörer von Technics und Akai haben mir diese Entscheidung nicht gedankt und fallen klanglich am Colorfly etwas zurück. Da ich diese aber auch an anderen Zuspielern kenne, habe ich diese Eigenschaft berücksichtigt. Immerhin sollten mir die anderen Kopfhörer nur eine Kennlinie aufzeigen, so dass eine Klangbeschreibung besser möglich ist. In einem weiteren Vergleich am Sony PCM-D100 mit dem Sony MDR-1A fällt der Cleer DU aber deutlich ab. Hier macht der Sony vieles besser, klarere Höhen, präzisere Tiefenstaffelung und vor Allem der deutlich bessere Tragekomfort sind Punkte, die mich haben zum Sony greifen lassen. Klanglich sind das zwar keine Welten, aber die Ergonomie ist beim Cleer DU die offensichtliche Problemzone. Auch ein Vergleich am iPad Air 2 zwischen dem Cleer DU und dem Bowers & Wilkins P5 Series 2 macht schnell klar, dass es noch Klassen höher geht. Vor allem im Bassbereich zeigt sich der P5 Series 2 souverän und erlaubt auch das direkte Erkennen subtonaler Bässe. Diese gibt der DU zwar wieder, aber sie lassen sich nicht so gut abgrenzen.

Zum Vergleich verwende ich in solchen Fällen bestimmte Musikstücke in hochauflösender und Standardqualität, die ich seit Jahren zum Test einsetze und daher in fast allen Details sehr gut kenne. Eine verbale Schwurbelei über die Ausmalung bestimmter Instrumente und Stimmen erspare ich an dieser Stelle. Das liest sich zwar alles ganz nett und professionell, ist aber selten ohne eigene Hörerfahrung nachvollziehbar. Insgesamt hat der Cleer die anfallenden Aufgaben gut gemeistert und spielt in diesem Preisbereich sehr luftig, auch wenn er erwartungsgemäß gegenüber den anderen Kopfhörern in manchen Punkten zurück fällt. Die Abstimmung in Richtung Bass- und Höhenbetonung ist vorhanden, obgleich nicht so stark ausgeprägt, wie bei anderen Herstellern, die damit gerne werben. Mir gefällt die Klangsignatur, bis auf ein paar Abstriche, auf die ich gleich noch eingehen werde. Die Schnelligkeit der Signalverarbeitung macht sich vor Allem bei hochauflösender Musik bemerkbar und sorgt für eine gut ausgeprägte Tiefenstaffelung. Man hat wie bei deutlich teureren Kopfhörern etwas den Eindruck, dass sich das Klangbild von den Muscheln löst und es sich weniger im, als vor dem Kopf abzuspielen scheint und sich Instrumente gut voneinander abgrenzen lassen. Dafür ist vermutlich auch die Schrägstellung der Treiber verantwortlich. Während er tiefe und nicht übertriebene Bässe abliefert, überzeichnet er allerdings im extremen Hochtonbereich. So treten spitze Höhen hervor, die nicht kristallklar wirken. Die Transienten verhalten sich wenig präzise und gelegentlich wird ein überdeutliches Zischeln hörbar. Trotz der Aufteilung in zwei Membranen scheinen diese für den extremen Hochtonanteil nicht ganz gewachsen zu sein. Dieser Effekt tritt aber auch nicht bei allen Musikstücken auf, Klavier- und Gitarrenmusik ist davon beispielsweise nicht betroffen, wohl aber klare Frauenstimmen. Bei populärer Musik, die beim Mastern schon sehr höhenlastig abgestimmt ist, wirkt dieser Effekt störend. Als weiteres Problem macht ihm die Übergangsfrequenz der beiden Membranen zu schaffen. Hier zeigt sich bei bestimmten Frequenzen im Hochtonbereich ein Übersprechen, das als leichtes Zischeln wahrgenommen werden kann und auch nicht immer auffällt. Im Präsenzbereich gefällt mir das gut durchzeichnete Klangbild. Bei hoher Lautstärke geraten die äußere Muscheln in Eigenresonanz und die Klangverwirbelungen nehmen etwas zu. Durch die recht geringe Impedanz muss man mit Leistungsverstärkern etwas aufpassen, so kann man ihn leicht überfahren. Grundsätzlich kann ich dem Cleer DU ein gemessen am Preis gutes Klangbild bescheinigen, dessen Abstriche sicher auch als Budget-Produkt zu verschmerzen sind.

Fazit

Es gibt um 100 Euro sehr viele und auch gute Kopfhörer, wobei der Cleer DU klanglich zu den Besten zählen dürfte. Dieses steht allerdings im Verhältnis zu einem mittelmäßigen Tragegefühl und einer seltsamen Auswahl an beiliegenden Kabeln. Konkurrenzlos ist er jedenfalls nicht, auch Teufel bietet mit dem Aureol Real um 100 Euro einen guten Kopfhörer an, der auch ein langes Kabel enthält, ein besseres Tragegefühl bietet und vor Allem auch ein sehr feines Klangbild abliefert. Im Vergleich gefällt mir der Cleer DU besser, als die ähnlich teuren Produkte von UrbanEars oder dem Bowers & Wilkins P3, der teilweise im Angebot statt rund 180 Euro nur 70 Euro kostet. Dem B&W P5 Series 2 kann er nicht das Wasser reichen, zumal dieser auch kompakter ist und einen besseren Tragekomfort und Geräuschdämmung bietet. Der Sony MDR-1A kommt zumindest von Haptik und Optik sehr nahe dran, übertrifft ihn in Ergonomie und Preis allerdings und klingt für mich subjektiv auch besser. Auch wird man wohl den jahrelang als Referenz genutzten und offenen Koss Porta Pro schnell vergessen haben, trotz dass dieser wesentlich kompakter ist. Daher kann ich den Kopfhörer guten Gewissens für dickköpfige und preisbewusste Nutzer empfehlen, die einen recht analytischen und nicht kompakten Kopfhörer mit einer guten Klangwiedergabe für günstiges Geld suchen. Menschen mit kleinen Köpfen werden durch den lockeren Sitz wohl keinen klanglichen Hochgenuss erfahren und sollten sich den Teufel Aureol Real näher ansehen.

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