Letzte Aktualisierung am 10. August 2026
Eigentlich befasse ich mich nicht mit Fintechs und Finanzprodukten, aber die Gebührenerhöhung der hiesigen Sparkasse trieb mich dazu. Denn hat man nur einen relativ überschaubaren Zahlungsverkehr, sind inzwischen acht Euro (zuvor sechs Euro statt der ursprünglichen 3,50 Euro pro Monat) eine deutliche Steigerung, die sich bei zwei Girokonten doppelt bemerkbar macht. So würden wir jährlich für zwei Konten und zwei GiroCards (wovon die zweite auch eine Gebühr on top kostet) über 150 Euro bezahlen, in zehn Jahren ist das schon ein großer Batzen. Damals waren es sechs Euro Grundpreis und für mich ein Grund, wenigstens ein Girokonto von der Sparkasse Marburg-Biedenkopf abzuziehen. Einige Jahre später habe ich diese Entscheidung nicht bereut, obwohl wir nun einen weiteren Schritt gingen und zur ING auch mit dem anderen Konto gewechselt sind. Mit FYRST wäre ich heute immer noch zufrieden, aber ist ist nur konsequent, dass wir alle Konten bei einer Bank halten und von daher habe ich mein Geschäftskonto dort gekündigt. Dennoch hat dieser Artikel nichts an der Aktualität verloren und ich kann FYRST weiterhin empfehlen.
„Eigentlich hätten wir viel früher und noch deutlicher erhöhen müssen“, ist eine Aussage einiger Mitarbeiter und das mag auch sein. Aber es reicht eben auch nicht, zwei Kontomodelle im Jahr 2020 für gefühlt 10 Anforderungen anzubieten. Ausnahmen wie früher gibt es nicht mehr und so musste ich mich entscheiden, ob die Sparkasse meinen Weg noch begleiten kann. als ich seinerzeit unserem damaligen Zweigstellenleiter meine Argumente zur Kündigung vorlegte, argumentierte dieser, dass die Sparkasse noch zu günstig sei und auch Direktbanken zusehens Kosten cdecken müssen. Was dann kam, klingt wie eine Anekdote: Ein halbes Jahr später vermeldete die Sparkasse Marburg-Biedenkopf die bis Dato besten Geschäftszahlen, inzwischen wurde das Filialnetz weiter ausgedünnt, Filialen renoviert und in Marburg stellt man gleich noch einen dicken Bau für die Hauptstelle hin. Für mich ist das Fazit eindeutig: Alles richtig gemacht. Denn während man einerseits gute Zahlen schreibt, sich zugleich andererseits gerade auf dem Land selbst mit heimischer Unterstützung von Aktivitäten zurückzieht, fällt eine schlüssige Begründung schwer, für ein reines Girokonto so viel Geld bezahlen zu müssen. Immerhin liegen die Gebühren bei der Volksbank Mittelhessen beispielsweise auch deutlich darunter und das ist bei Weitem keine Direktbank. Fusionieren könnten die Sparkassen auch großflächiger, aktuell gibt es die Sparkasse Marburg-Biedenkopf, Gießen und Wetzlar. Sparkasse Mittelhessen klingt doch auch gut. Ganz davon ab freut man sich vermutlich über ältere Kunden mit Classic-Konten, die für jede Überweisung schön viel Geld bezahlen. Wenn man diese Konten laufen lässt, zahlen diese Herrschaften deutlich mehr, was auch als Argument für „günstige sechs Euro“ seinerzeit angeführt wurde. Sorry, solche Spielchen mache ich nicht mit und ist mindestens genauso vertrauenswürdig wie Einzelhändler, die über den Online-Handel meckern und ihre Vorrführware fast zum Listenpreis verkaufen.
Der Umweg über die DKB
Die Deutsche Kreditbank AG oder „Das kann Bank“ ist eine wirkliche Alternative zu den Sparkassen. Laut Wikipedia ursprünglich die Staatsbank der DDR, dann Treuhand und später Eigentum des Bundesfinanzministeriums gehört sieh jetzt der Bayern-LB. Sie investiert auch in lokale Projekte und bietet selbst Konten für Kommunen an, Hauptsitz der DKB ist Berlin. Als Geschäftskunde nimmt man aber nicht jeden, hauptsächlich werden Freiberufler und Ärzte akzeptiert und das Konto kostet seit Sommer 2020 15 Euro Grundpreis im Monat. Da läge es besonders für Kleinunternehmer nahe, einfach ein kostenloses Girokonto geschäftlich zu nutzen, das wäre laut Gesetzgebung sogar zulässig. Einzig SEPA-Firmenlastschriften und der weltweite Geldtransfer ist eingeschränkt, was Kleinunternehmer kaum stören dürfte. Wie viele andere Direktbanken duldet auch die DKB die geschäftliche Nutzung privater Girokonten nicht und überprüft dies sporadisch. Stellt man dabei Geldeingänge fest, welche auf die Begleichung von Rechnungen hindeuten, droht die Sonderkündigung. Das wollte ich genauer wissen und fragte bei der Hotline nach, in der Tat würde man Konten regelmäßig prüfen und sich mit Betroffenen Kunden jedoch zuvor in Verbindung setzen, sofern die Nutzung nicht den Standards entspricht und ein Konto nicht unangekündigt schließen. Im Gegensatz dazu berichten Kunden in verschiedenen Foren darüber, dass die DKB sich nicht daran stört und die Nutzung toleriert. Irgendwo gibt es schließlich das Recht auf ein Girokonto, aber die Banken haben wiederum das Hausrecht und müssen natürlich nicht jeden Kunden nehmen oder behalten. Irritierend ist das beispielsweise, weil der Deutsche Fachjournalistenverband die „Journalisten-Card“ der DKB empfiehlt und es nahe liegt, sich die Honorare auf das DKB-Konto überweisen zu lassen. Als Solo-Selbständiger, wie es in Coronazeiten gerne heißt, hat man nicht unbedingt mehrere Girokonten. Das macht schon deshalb keinen Sinn, weil man sich üblicherweise kein Gehalt selbst auszahlt. Ist man nebengewerblich tätig, ist ein Zweitkonto mit den geschäftlichen Transaktionen wiederum sinnvoll.
Grundsätzlich ist ein Konto bei der DKB schnell eröffnet, das gilt sicher für die meisten Online-Banken. Man wird über Tage zugeschmissen mit Briefen. Kreditkarten, GiroCard, Geheimzahlen und zwei Internet-Zugänge gibt es auch, jeweils für ChipTAN und PushTAN. Die Kreditkartenkonten können auch als Tagesgeldkonto genutzt werden, eine Teilbelastung des Girokontos ist im Nutzungsfall aber nicht möglich. Es lässt sich bei Bedarf ein weiteres, virtuelles Kartenkonto zum Sparen anlegen. Initial kann man wählen, ob man ein eigenes oder Gemeinschaftskonto eröffnen will, ab 700 Euro monatlichem Geldeingang gilt man als Aktivkunde und bekommt mehr Leistungen, beispielsweise günstigere Überziehungszinsen oder weltweit kostenloses Bargeldabheben mit der VISA-Card und Vorteilsangebote bei Partnern. Anmeldenamen und Kennwörter können geändert werden, die PINs für die VISA Allerdings nicht. Apple Pay ist möglich, aber hübsch sehen die Karten nicht aus, dafür ist das Online-Banking aufgeräumt und wie erwähnt nichts für Geschäftskunden. Dass man sich bei jedem Zugriff mit der Banking-Software legitimieren muss und dies auch dann, wenn man Kontostände abfragen will, ließ mich zwei Tage später direkt wieder kündigen. Die lapidare Antwort, es läge an PSD2, stellte mich nicht zufrieden, zumal das so nicht richtig ist. Für Basiszugriffe müssen erst alle 90 Tage zwei Faktoren abgefragt werden und immerhin können andere Banken das besser. Nebenbei bemerkt wickelt die DKB für die Lufthansa auch das Vielfliegerprogramm Miles & More ab und gibt die zugehörigen Kreditkarten aus. Hat man keinen der wenigen Geldautomaten in der Nähe, muss man mit der VISA-Card Bargeld holen, wenn es kostenlos sein soll. Das wird aber vom Kreditkartenkonto abgezogen und am Ende vom Girokonto belastet, was auch nicht jedem gefällt.
FYRST BASE, die vielleicht beste Alternative
Zurück in den Ursprungstext. Damals blieb nun die Frage, was ginge denn alternativ und vor Allem sicher mit Hinblick auf die geschäftliche Nutzung. Zur DKB wären wir mit allen Konten gezogen und wir entschieden uns anschließend, privat bei der Sparkasse aufgrund des guten Automatennetzes zu bleiben. Heute weiß ich nicht mehr, warum wir seinerzeit nicht zur ING gewechselt sind. Die Comdirect-Bank bietet ebenso ein kostenloses Girokonto, aber auch nur für Privatkunden an und so landete ich bei den Fintechs N26, Fidor, Holvi und Fyrst. Es gibt dazu unzählige Influencer-Berichte, wobei die meisten nicht auf tatsächlichen Erfahrungen beruhen, sondern im Papiervergleich die Daten lediglich ungeprüft gegenüberstellen und man verdient über Affiliates. Quintessenz für mich war eindeutig FYRST, weil deutsche IBAN und zumindest dreiviertel vertrauenswürdiges Bankhaus im Rücken, daher ist dies ein echter Erfahrungsbericht und ich hoffe, dass ich noch lange bei FYRST bleiben kann.
Die Risiken und Nebenwirkungen waren seinerzeit überschaubar, kein Apple Pay, keine Tagesgeldkonten und Geld holt man kostenlos an Automaten der Cash-Group, also Deutsche Bank AG, Postbank, HVB (HypoVereinsbank) und Commerzbank AG. Das ist abseits der Städte schwierig, hier dominieren klar die Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken. Eine kostenlose MasterCard Business und ein optionales Business Flexgeld-Konto gibt es inzwischen, diese kann man direkt in der FYRST-App beauftragen. Ein Bisschen unsinnig ist das allerdings, denn eine VISA bei der ING reicht mir, bei FYRST hatte ich am Ende zwei Karten. Die anfänglichen Bewertungen für FYRST waren ziemlich unterirdisch, auch ich hatte so meine Probleme mit der Erreichbarkeit des Supports. Das mag allerdings daran gelegen haben, dass man FYRST nun in die Deutsche Bank AG integriert hat, heute ist das deutlich besser geworden. Allerdings habe ich auf meine schriftliche Kündigung auch keine Bestätigung erhalten, das geht auch über die FYRST-App, jedoch etwas versteckt.
Konto einfach und schnell eröffnet
Die Registrierung an einem Freitag kurz vor dem Sandmännchen klappte prompt, WebID Solutions als besseres Verfahren im Gegensatz zu PostIdent per Video-Chat kannte ich schon von der DKB. Die Mitarbeiter sind im Vergleich wesentlich freundlicher und geduldiger und so klappte die Legitimierung schnell. Sofort eine IBAN sollte ich erhalten, das klappte hingegen nicht ganz, ich bekam nur unmittelbar eine SMS mit der initialen Geheimzahl für das Online-Banking.
Übers Wochenende passierte zunächst nichts, am Montag schickte ich um die Mittagszeit eine Mail an den Support, ob irgendwas schief gelaufen sein könnte. Ich erhielt wenige Minuten später eine Antwort, dass ich doch im Spam-Ordner mal nachschauen sollte, was ich natürlich längst tat und entsprechend reagierte. Wenige Minuten später klingelte das Handy und der freundliche Mitarbeiter gab mir Postbank-ID und noch einige Infos durch, schon konnte ich mit kleiner Verzögerung starten. Legitimiert wurde ich durch abgefragte, persönliche Daten. Er wusste aber von mehreren Neukunden, die das gleiche Schicksal ereilte, ein technischer Defekt darf natürlich passieren. In Coronazeiten ist die Hotline nicht ganztägig besetzt, eigentlich nur von Mittags bis in den frühen Abend. Per Mail aber rund um die Uhr und Kartensperren lassen sich auch über die bundeseinheitliche Hotline 116 116 durchführen. Zum Vergleich beantwortete die DKB eine Anfrage von Freitag Morgen erst Dienstag früh, am Telefon wartete ich dort bei drei Anrufen insgesamt eine halbe Stunde.
Alles weitere, Online-Banking per Software, Einrichtung von BestSign und der App, Kontokorrentkredit, SEPA-Mandat und so weiter verliefen störungsfrei und ohne Probleme. Das Banking ist sehr schlicht aufgebaut, übersichtlich und wirklich eine Freude. Die Einbindung in Subsembly BankingZV klappte problemlos und ohne ständiges BestSign. Lediglich die FYRST-App könnte missfallen, denn diese ist eher ein Abbild der Webseite, enthält aber den BestSign-Client. Irreführend ist beim Log-In die Aufforderung zur separaten Installation der BestSign-App, dass diese nicht nötig ist, erfuhr ich erst beim Einrichten. So startete ich BestSign, setzte ein Kennwort und erhielt eine 16stellige ID, die richtige wurde jedoch in der App generiert. Gewissheit hatte ich nach dem Entfernen der Postbank BestSign-App, denn beim Anmelden im Web wird die Fyrst-App über eine Push-Benachrichtigung geöffnet. Zweimal Touch-ID und ich bin drin, Gleiches gilt für Überweisungen. Eine EC-Karte, die FYRST Card, gehört selbstverständlich und kostenlos dazu, eine optionale Kreditkarte wird aktuell nicht angeboten.
Wer ein Ladengeschäft hat, wird seine Tageseinnahmen selbst im Jahr 2020 noch bargeldreich führen und einzahlen müssen. Da sind lokale Banken ein Vorteil, bei FYRST bräuchte man eine Filiale der Postbank oder Deutsche Bank AG. Zweimal Bargeld einzahlen jährlich bei FYRST BASE geht gratis, das ist für Restaurants, kleine Geschäfte und Taxiunternehmer zu wenig. Auch wer viele Buchungsposten hat, wird mit diesem Angebot nicht glücklich, jedoch eher mit FYRST COMPLETE. Bei 10 Euro Monatsentgelt und 200 Buchungen durchschnittlich bei jeweils 8 Cent pro Zusatzbuchung würde das Konto 20 Euro kosten, bei gleicher Buchungsanzahl liegt man bei FYRST BASE bei monatlich 28,50 Euro. Da wäre die Sparkasse mit sechs Euro Grundpreis inklusive aller beleglosen Buchungen deutlich günstiger. Jedoch ein schwieriger Vergleich, denn auch diese Konditionen gelten für Privatkunden. Ein Geschäftskonto bei der Sparkasse Marburg-Biedenkopf kostet 4,50 Euro zuzüglich Buchungsentgelte mit je 30 Cent, also deutlich mehr. Die DKB wickelt Bargeldzahlungen übrigens über barzahlen.de ab, das geht mit der App sogar an Supermarktkassen, das Abheben dort gelingt übrigens auch mit der FYRST Card.
FYRST – Wer steckt dahinter?
Ich gebe zu, ich bin kein Freund weder von der Deutschen Bank AG (jene, welche vor Jahren wegen einer zu schlechten Dividende einen Haufen Mitarbeiter entließ) , noch von der Postbank. Beide kenne ich, die Postbank ist inzwischen ein Branch der Deutschen Bank und schlussendlich auch Mutterkonzern von FYRST, das es erst wohl seit 2018 oder 2019 gibt. Das heißt, man nutzt die Postbank-Infrastruktur und kann wählen, ob man die FYRST- oder Postbank-Seite und Apps benutzt. Das Telefonbanking ist Teil der Postbank und entsprechend aufgebaut, die Postbank-ID lässt sich übrigens ändern und auch mit vorhandenen Konten nutzen. Kurios, dass man als Postbank nicht PostIdent per App sondern WebID anbietet, aber mit DHL bzw. der Deutschen Post hat die Bank außer dem Namen und den Filialen nichts mehr zu tun.
Allerdings ist FYRST ansonsten unabhängig. Eigene Hotline, eigene Formulare, als Geldinstitut gibt man Deutsche Bank AG an. So gesehen ist es eine eigenständige Bank, eben ein Fintech, aber mit Kapital im Rücken und entsprechender Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Damit wird geworben, ist aber EU-weit vorgeschrieben, Stichwort Finanzkrise. Demnach ist man schon irgendwie Postbank-Kunde, vor Allem bezogen auf digitale Zugriffe. Würde man ein weiteres Konto bei der Deutsche Bank AG oder Postbank anlegen, würden die Daten sicherlich migriert werden. Was aber die Konzerne mit FYRST bezwecken, ist mir nicht klar. Ein Gegengewicht zu anderen Fintechs mit nicht selten zweifelhaftem Ruf ist sicherlich denkbar, zumal der Markt an Einzelkämpfern wie erwähnt zunimmt. Ob man das allerdings so durchzieht oder das Ganze durch die Kreditvergabe oder Gewinnung von Mittelständlern künftig auffängt, bleibt abzuwarten. Zwei bis drei Jahre am Markt lassen keine wirkliche Referenz zu und man muss sehen, ob und wie lange das gut gehen kann. Schaut man sich die Unternehmenszahlen der Deutsche Bank AG und die Verteuerung der Geschäftskonditionen an, liegt die Frage nahe, warum FYRST so günstig ist. Gerade in Gesprächen mit Freiberuflern ist diese Frage nicht unbegründet, auf der anderen Seite kann man das mal mitmachen und nimmt höchstens billigend in Kauf, dass man irgendwann seine Bankverbindung nochmal ändern muss. Selbst wenn aber jede Buchung 19 Cent kosten würde und keine Grundgebühr anfällt, wäre ich künftig günstiger dran.
Trotzdem muss ich zugeben, dass mich FYRST nachhaltig begeistert und vor Allem, weil es funktioniert. Hätte es dies nicht, wäre ich zunächst bei der Sparkasse geblieben. Und funktionieren tut es, zumal man mit BestSign keine umständlichen TANs abtippen muss, Fingerabdruck reicht. Ich bin allerdings auch ein Kunde mit recht geringen Ansprüchen, ich brauche nicht zwingend eine EC-Karte für dieses Konto und keine Hotline, die sofort reagiert, ich will nur beleglose Buchungen durchführen und Lastschriften ausführen. Das kann ich mit FYRST BASE alles machen, wobei jeden Monat die erwähnten 50 Buchungsposten inkludiert sind. Das betrifft jeden einzelnen Posten, also auch Geldeingänge. Wird die Zahl überschritten, werden für diesen Monat die 19 Cent je Posten abgezogen und automatisch berechnet, der Zähler wird am nächsten Ersten wieder zurückgesetzt. Beleghafte Buchungen, also mit schriftlicher Bestätigung oder eingereicht, kosten dafür immer. Wer seine Buchhaltung noch auf Papier führt, wird mit FYRST eher Nachteile haben.
ING, Deutschlands beliebteste Bank
Inzwischen ING Deutschland, vormals ING-DiBa, hat sich bei mir schon öfters positiv hervorgetan. Sei es die Aktion „Du und Dein Verein“, bei der die ING über ein Abstimmungssystem Vereine unterstützt, gibt es auch aktuell Möglichkeiten, mit dem Future-Konto für einen Euro monatlich eine karitative Einrichtung zu fördern. Einzig GiroCards gibt es wie das frühere Kartendoppel nicht mehr kostenlos, das ist in Zeiten von Google und Apple Pay aber zu verschmerzen. Mit Extra-Konto und Depot mit kostenloser Führung gibt es weitere Erweiterungen für das Girokonto und die App ist ein Musterbeispiel für Barrierefreiheit. Man braucht keine separate App zur Bestätigung und die Konten waren in nullkommanix eingerihtet. Bis auf die optionale GiroCard ist das Konto kostenlos.
Bei ING Business ist das nicht anders, hier aber kosten Überweisungen mitunter 30 Cent. Allerdings wird automatisch je nach Zahlungsverkehr das günstigste Kontomodell ausgewählt und umgeschaltet. Das ist am Ende etwas teurer als bei FYRST, aber immer noch ein fairer Kurs. Wer also Kleinunternehmer ist, braucht keine riesigen Kontoführungskosten befürchten, so kosten zehn Überweisungen drei Euro. Das ist noch im Rahmen und wenn Gewerbe wachsen, braucht man prinzipiell nie den gewählten Tarif zu überprüfen. Die Apps für Privat- und Geschäftskunden sind weitgehend ähnlich aufgebaut. Ein Extra-Businesskonto gibt es obendrein und Unterkonten für verschiedene Projekte lassen sich erstellen.
Fazit
Es ist nicht so, dass ich zwingend ein kostenloses Konto will oder haben muss. Mir ist klar, dass Negativzinsen und das Geldanlagegeschäft in diesen Zeiten schwierig ist, Corona setzt dem noch deutlich zu. Allerdings steht für mich die Frage bei einer Gebühr, welche Gegenleistung ich bekomme und ob ich diese nutze. Ich bin ein großer Fan von Pauschbeträgen, weil diese alle Eventualitäten kalkulierbar machen. Zahle ich 95 Euro für Spotify im Jahr, kann ich 12 Monate Musik hören, egal wann und was ich will. Ein Budget von einigen Stunden würde mir wenig helfen und Werbung möchte ich auch nicht. Gleiches gilt für Bankgebühren, ich zahle gerne einen Betrag, wenn ich das Gefühl habe, die Gegenleistung passt. Aber bei einem Konto mit wenig Bewegung, ohne dass man es für den täglichen Bargeldeinsatz braucht oder man hauptsächlich nur Ein- und Ausgänge im Banking beobachtet und mal eine Überweisung tätigt, dafür sind mir die Gebühren einfach zu hoch. Vor Allem deshalb, weil auch das Filialnetz abgebaut, Öffnungszeiten verkürzt und Leistungen zentralisiert werden. Dies fiel mir bei der Sparkasse über Jahre negativ auf, Kreditkarten kosteten 20 Euro, die man bei einem gewissen Umsatz rückvergütet bekommt. Dann kosteten sie 30 Euro und ich sollte nichts mehr zurück bekommen. Dann wähle ich doch besser einen Anbieter, wie die HanseaticBank mit einer kostenlosen Kreditkarte mit Apple Pay, Teilzahlungsfunktion und einem einerseits horrenden Zinssatz, der andererseits bei einem jährlichen Leibetrag von 300 Euro vielleicht an die Kosten der Sparkassen-Kreditkarte anknüpfen würde. Mit ING Business gibt es eine starke Alternative, etwas anders und nicht günstiger, aber durchaus einen Blick wert.


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