Historischer Filmbeitrag über die Schulvernetzung in den Anfängen

Im merkst.de-Podcast 100 hatte ich dieses Video erwähnt, das mich zu Schulzeiten bei der EDV-Arbeit zeigt. Es ist ein schon fast historischer Filmbeitrag der Sendung “Modem, Pops und Klammeraffe” aus dem Jahre 1995 des Hessischen Rundfunks. Die VHS-Aufnahme entspricht leider von der Ton- und Bildqualität nicht mehr dem aktuellen Stand. Trotzdem ist es aus heutiger Perspektive interessant, diesen Beitrag anzusehen.

Wenn man dem Text von Kraftwerks “Computerwelt” aufmerksam lauscht, fallen Begriffe, deren Aktualität selbst zu dieser Zeit nur ansatzweise greifbar waren. Computer standen zwar schon viele herum, zumindest in Behörden oder auch Schulen. Zuhause war es jedoch längst nicht üblich, dass man einen eigenen Computer besaß und eine Internet-Verbindung schon gar nicht. BTX vielleicht schon, das damals von der Deutschen Telekom noch als Datex-J vermarktet wurde und zumindest begrenzte Möglichkeiten in Sachen Homebanking und eCommerce anbot. Allerdings nicht grafisch, sondern textbasiert in einer eigenen Anwendung. Da die BTX-Geräte zumeist mit Fernbedienungen ausgestattet waren, beschränkte sich die Steuerung auf Zifferntasten. 19 beispielsweise für ja, bestätigte einen Vorgang. Seiten wurden mit Sternchen-Raute-Kommandos aufgerufen. Der grafische Zugang zum WWW, wurde erst einige Jahre später massentauglich. Handys hat man zwar schon gesehen, mobiles Internet hingegen wurde allenfalls vorgestellt.

Für damalige Verhältnisse war ich allerdings schon sehr modern und nutzte nicht nur einen eigenen Computer, sondern hatte auch Zugang zum Usenet über das Modem, welches sich bei Bedarf mit einigen Mailboxen verbinden konnte. Nur zwei Jahre später konnte ich bereits mobil das Internet eingeschränkt nutzen. Drahtlose Netzwerke waren übrigens ebenfalls nicht vorhanden, so dass man das TAE-Kabel mitführen und sich bei Familienangehörigen umständlich direkt an die Telefonbuchse anschließen  musste. Da war das Nokia Card Phone 2.0 ein Segen, das ich weitere Jahre später nutzen konnte und über das GSM-Netz eine Internetverbindung möglich war. Die Übertragungsrate von 9600 Bits pro Sekunde reichte für kurze Text-E-Mails aus, Surfen war damit kaum möglich. Die Minute kostete stolze 39 Pfennig.

Ich zeige diesen Film gerne jungen Praktikanten, um etwas zu sensibilisieren, dass moderne Medien noch nicht immer allgegenwärtig waren. Natürlich klingt das ein Bisschen wie die ältere Generation, die in den 70ern das Telefon und in den 50ern den Fernseher verteufelten. Aber während das Telefon unsere Art der Kommunikation und auch die Bequemlichkeit förderte, hat das Internet durch die enorme Geschwindigkeit der Informationsverbreitung ganze Generationen verändert. Die Ansätze kann man hier sehr gut nachvollziehen.

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