Letzte Aktualisierung am 22. März 2026
Ergänzend zu meiner Autobiographie und der persönlichen Musikgeschichte finden sich im Folgenden viele Tondokumente zum Herunterladen. Die meisten stammen von mir, andere historische Aufnahmen jedoch nicht. Der Download und die Verwendung ist ausdrücklich nur für den privaten Gebrauch bestimmt. Bei Fragen freue ich mich über eine Kontaktaufnahme.
Vorbemerkung
Weil ich bereits viel über meine Musikgeschichte schrieb, möchte ich mich nun auf die Aufnahmen fokussieren. Viele ältere existieren nicht mehr und was noch vorhanden ist, könnt Ihr im Folgenden hören. Die meisten Experimente entstanden mit großen Kompromissen und ich war froh, überhaupt etwas zum Aufzeichnen zu haben. Weil ich nicht Unmengen an Leerkassetten hatte, wurde einiges überspielt oder umkopiert, was der Qualität ebenfalls abträglich war. Teilweise nutzte ich Videorekorder und später MiniDisc, erst in den Nullerjahren wurde es digital. Deshalb hört man die Qualitätsunterschiede teilweise deutlich. Kritik daran ist müßig, denn außer Normalisierung der Lautstärke und Kürzungen sind die Tondokumente so, wie sie sind. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Stöbern.
Erste Experimente und Schulaufnahmen
Die folgenden Aufzeichnungen enthalten teilweise Material von Dritten, darunter sind Schulaufnahmen und Hörspielprojekte. Möglicherweise erkennt die eine oder der andere irgendwelche Stimmen von Früher wieder. Damals gab es unglaublich viele Mitschnitte von Schülerkonzerten, Weihnachtsfeiern und weiteren Veranstaltungen, die leider nicht mehr erhalten sind. Wer in den 1980er Jahren in Hannover die Schule besuchte und aushelfen kann, darf sich gerne bei mir melden. Die Louis-Braille-Feier möchte ich als Beispiel heranziehen, diese fand an irgendeinem Vormittag statt. Der Anlass war neben 175 Jahre Blindenschrift auch die Gründung der weltweit ersten Blindenschule in Paris vor 200 Jahren. Die Veranstaltung wurde auf Tonband aufgezeichnet, meist kam unsere TEAC Vierspur-Bandmaschine zum Einsatz und vier dynamische Sennheiser MD 421 Mikrofone. Man hat sie seitlich in der Aula aufgehängt und so hört man recht gut den Phasenversatz aufgrund der zu weit auseinanderliegenden Kapseln. Ich bin an einer der Blockflöten zu hören und auch der Schulchor kam zum Einsatz.
In den Projektwochen gab es in Hannover über die 1980er Jahre mindestens zwei Hörspielprojekte. Max und Moritz führten wir 1988 vor, das war eine Produktion in Quadrophonie. Mit der Bandmaschine wurde jedem Kanal ein Lautsprecher in der Ecke zugeordnet und es gab einen Downmix in Stereo. Dabei wurde die Geschichte verlesen und mit Geräuschen veredelt. Höhepunkt war die explodierende Pfeife, die zu einem Schockmoment nach dem Wort „Rumms“ führen sollte. Diese Aufnahme existiert nicht mehr, aber in der Projektwoche zuvor produzierten wir ein Hörspiel, in dem die Rollen von Schüler und Lehrer vertauscht wurden. Die Lehrer sollten von den Schülern betreut eine Klassenfahrt organisieren und die Szene spielte entsprechend in einem fiktiven Klassenraum. Zur Vorbereitung zeichneten wir zunächst typische Geräusche in einer Klasse mit einem Uher Report und Sennheiser-Kunstkopf auf, daneben führten wir Interviews mit Lehrern und entwarfen Fragen, die sich irgendwie mit der Thematik beschäftigten. Ich weiß noch, dass sich einige Lehrer über die Fragen wunderten – der eigentliche Zweck war streng geheim. Im Regieraum verfügten wir über eine Batterie an Stereo-Bandmaschinen von Uher, die im Raum platziert wurden. Als Hintergrund hört man die Klassensituation auf den ersten beiden Spuren, die anderen enthalten die Aufnahme im Raum mit den Lehrerstimmen. Man hört die Dämmung des Raums sehr gut, Herr Waldherr performte im Hintergrund dazu live. Später führt Pia als Klassenlehrerin das Gespräch mit den Schülern, deren Sprachfragmente direkt auf die übrigen Spuren reingeschnitten wurden. Bei solchen Bandmaschinen war es möglich, für jede Spur zwischen Aufzeichnung und Wiedergabe individuell zu wechseln. Man hört die Lautstärkesprünge und unterschiedlichen Qualitäten der jeweiligen Interviews. Weil sich zwei Spuren mitunter überlagern, ist manches nicht gut zu verstehen.
In Marburg mischte ich ein Hörspiel für den Deutschunterricht, dass ich aus Urheberrechtsgründen auf die wesentlichen Szenen verkürzt habe. In der Klasse entwarfen wir die Handlung und ein Skript, das wir im Musikraum vorlasen und mit deutlicher Raumakustik aufzeichneten. Dank Herrn Meyer-Uhma hatte ich freie Hand und beschränkte mich auf zwei Mikrofone, die direkt an ein Kassettendeck angeschlossen wurden. Nach der Aufzeichnung kam ich auf die Idee, dass wir die Sprachaufnahmen in den akustisch besseren Übungsräumen mit den Klavieren erstellt könnten. So wurde besonders die Szene im Auto scherzhaft als überdimensionierte Großraumlimousine bezeichnet. Die Mischung fand eines Nachts in meinem Zimmer unter dem Einfluss von mindestens einer Kanne Kaffee statt, gegen sechs Uhr morgens war sie fertig. Aufgezeichnet wurde mit dem Telefunken CC-27, die Einspieler erfolgten über zwei CD-Player am Vivanco-Mischpult mit nur zwei Line-Inputs. Es beginnt mit der Szene im Auto, danach folgt die Eisdiele. Die Aufnahme war spektakulär, denn wir rückten mit dem CC-27, einem Sennheiser-Kunstkopfmikrofon, Kopfhörer und Kleingeld in der damaligen Milchbar Garbelotto an und bestellten mehrere Cappuccinos und zeichneten die Maschine auf, weiterhin verwendete ich Gemurmel von einer Geräusche-CD. Die Musik stammt aus einem Sony Walkman WM-DD33, der am angeschlossenen Phono-Entzerrer für das diffus dumpfe Klangbild sorgte. Die Szene in der Küche wurde des Nachts bei uns in der WG mit einer Gruppenkameradin aufgezeichnet und als Hintergrund eingespielt. Der Schrei am Ende war der Höhepunkt. Die Protagonisten standen im Nebenraum des Musikraums und bei der Wiedergabe habe ich den 5-Band-EQ auf Minimum eingestellt. Ich weiß nicht, wie oft wir gerade diesen Schrei aufzeichneten, wir hatten jedenfalls Spaß. Dabei halfen mir natürlich die Erfahrungen aus Hannover und kommerzielle Hörspiele, wobei ich nur zwei Spuren hatte und deshalb die Aufnahmen teils durch Umkopieren schichten musste. Manche Geräusche sind bekannt aus vielen Hörspielen und waren seinerzeit auf Schallplatte und CD erhältlich.
Der erwähnte Orgelunterricht an der Yamaha FE-41 mit Herrn Bierwisch war – vorsichtig formuliert – etwas speziell. Klar war das sicher ein Generationenproblem, die volkstümliche Musik war auch bei uns Kindern nicht sonderlich gefragt. Bei mir stimmt das nicht ganz, siehe Klaus Wunderlich und WERSI, aber es war vermutlich meine beschriebene Ungeduld. Schließlich wollte ich nicht lernen, sondern spielen. Als Beispiel habe ich eine Aufnahme von meinem Freund Daniel ausgegraben, der den Unterricht mit einem Philips D-6410 Kassettenrekorder mitgeschnitten hat. Der Hall in dem recht kahlen Raum wirkt sich negativ auf den Klang aus, aber die Yamaha FE-41 mit ihren warmen Analog-Sounds kann man gut hören. Sie hat keine Zugriegel und verfügt über monophon spielbare PCM-Sounds, die hier nicht zur Geltung kommen. Aftertouch ist eines der Highlights und die PCM-Rhythmussektion, die man ebenfalls nicht hört. Im Gegensatz zur FE-40 ist sie Stereo und die Drums werden auf dem linken und rechten Lautsprecher verteilt, zur Tonbeugung ist sogar ein Kniehebel vorhanden.
Der folgende Zusammenschnitt entstand in meinem Kinderzimmer und ich führte meinen Drumcomputer und die Orgel vor. Vermutlich sind hier die Anlagen für mein späteres Tun und Handeln bereits angelegt. Ich verwendete offenbar verschiedene Rekorder, vermutlich das Siemens Kofferradio und oben erwähnten Philips. Weil der Korg DDM-220 kein internes Demo hatte, programmierte ich das vom Roland TR-505 in Ansätzen nach.
Carstens Eminent Solina P-256 mit dem Roland TR-505 sind hier zu hören. Er hat aus einigen Stücken von damals eine CD sogar mit Cover erstellt, diese befindet sich in meinem Archiv. Es handelt sich hierbei um eine Improvisation des Orgelstudios Hopp aus Holzminden.
Frühe Experimente
Nun folgen meine Musikversuche, die sich von 1989 bis über etwa fünf Jahre erstrecken. Die General Music Easy Organ von Onkel Horst habe ich mit dem Kofferradio von Soundwave aufgezeichnet. Dabei habe ich den Sequenzer benutzt und versucht ein Stück quantisiert einzuspielen. das Ihr schon zuvor von Carsten deutlich besser performt hören konntet.
Von Carsten bekam ich immer mal wieder den Roland TR-505. Die folgende Aufnahme wurde mit dem Telefunken VRV-655 Videorekorder ohne Aussteuerungsmöglichkeit erstellt. Der TR-505 verfügt über 16 Sounds und eine Accent-Funktion.
Im Sommer 1990 bekam ich für rund ein Vierteljahr Carstens Korg DDD-1 Drumcomputer. Weil ich Melodiesequenzen brauchte und keinen Klangerzeuger zur Hand hatte, bemächtigte ich mich der Cowbells. Diese wurden intoniert und auf einige Pads gelegt und melodisch in die Patterns eingebaut, der Bass stammt von der Erweiterungskarte. Zu beachten ist, dass maximal 14 Sounds gleichzeitig und anschlagdynamisch gespielt werden können. Pitch, Gate, Velocity und weitere Parameter konnten individuell angepasst und als Kit gespeichert werden, mit Flam und Roll sind auch Spielvariationen möglich. Das Soundwave Kofferradio diente mir als Rekorder.
Von einer Klassenkameradin bekam ich leihweise ein Kawai MK-800, ein Minitasten-Keyboard mit Sequenzer. Damals hatte ich den PC noch nicht und somit keinen MIDI-Sequenzer.
Das änderte sich, als ich ein Jahr später von einer anderen ein Roland E-15 geliehen bekam und mit dem Voyetra Sequencer Plus angesteuert habe.
Meine Experimente im Musikraum mit Korg Mini Pops MP-7, PS-3100, MS-20, Poly-800, dem Yamaha DX21 und Roland D-50 folgen nun in unterschiedlichen Konstellationen. Ich war nachmittags öfters dort, wenn Herr Meyer-Uhma Zeit hatte oder im Nebenraum unterrichtete. Ich holte mir den schuleigenen Kassettenrekorder und hatte ohne Mischpult nur die Möglichkeit, beide Kanäle je einem Instrument zuzuweisen. Um nicht lange nach Kabeln suchen zu müssen, hatte ich passende aus meinem Fundus immer mit dabei. Was ich einspielte, konnte ich somit nur in Echtzeit mithören und aufzeichnen. Teilweise lief der Rekorder einfach nur mit und er hatte parallel geschaltete Eingänge, so dass man den Poly-800 teils sogar auf dem anderen Kanal mithören konnte.
Der Creative Sound Blaster diente mir ebenfalls als Klangquelle. Immerhin hatte ich das Roland EP-3 und konnte die Noten nun ohne Anschlagdynamik einspielen. Gleichwohl nutzte ich den VOC-Player quasi als Looper für Samples, das war nicht ganz einfach. So musste ich mit einer Hand die Leertaste zum Abspielen gedrückt halten und konnte mit der anderen spielen. Wenn Carsten und ich uns trafen, haben wir auch irgendwas gemeinsam zustande gebracht, wie im letzten Beispiel.
Die Demo-Zeit
Nach dem Yamaha PSR-500 und Erhalt des Roland E-16 mit dem anderen Equipment war fortan mehr möglich. Die Eminent Solina P-256, ein Korg A5 Stereo-Gitarreneffekt, lange MIDI-Kabel und ein Onkyo Kassettenlaufwerk oder dcc, das weiß ich selbst nicht mehr, dienten mir zur Aufzeichnung verschiedener Stücke in unterschiedlichsten Konstellationen. Die Orgel hatte kein MIDI und somit musste ich mit der Hand improvisieren. Ein langes Tastaturkabel sorgte davor, dass ich die Spuren des Sequenzers an der Orgel auf der gegenüberliegenden Seite ein- und ausschalten konnte.
Als wir umzogen, bekam ich den Akai S-01 Sampler und das Alesis MicroVerb 4 Effektgerät. Mit dem IBM PS/1 und dem Voyedtra Sequencer plus entstanden so weitere Demos, die teils mit einem Akai GX-75 Kassettenlaufwerk aufgezeichnet wurden. Das Vivanco-Mischpult war nun endgültig hin und ich bekam eines von Soundcraft, ebenfalls nur mit zwei Line-Inputs. Die Geräte wurden wie schon zuvor in Reihe geschaltet.
Die letzten drei Tracks entstanden durch die Ansteuerung eines Yamaha PSR-330, das mir ein Schulfreund einige Tage zur Verfügung stellte. Hier kam der MiniDisc-Rekorder von Sony zum Einsatz, mit dem auch das Schneiden der Aufnahmen möglich wurde. Die Schnitte kann man bei genauem Hinhören erkennen und fügten zwei unterschiedliche Sequenzen zusammen.
Nicht zu vergessen ist das Technics sx-KN600 von Onkel Horst, mit dem ich in den Sommerferien 1992 einige Aufnahmen zustande brachte. Klanglich war es seinerzeit weit voraus, verfügte jedoch nur über Chorus und keinen Halleffekt, das blieb dem sx-KN800 vorbehalten.
Soundlogos und Intros
Mit dem Korg NX-5R erstellte ich ohne Einsatz des Yamaha XG-Boards ein Soundlogo für meine damalige Webseite und später für BLINtec. Gesteuert wurde er jedoch nicht vom Computer sondern mit dem Yamaha QY-70 Sequenzer.Aufgenommen wurde auf DAT oder MiniDisc.
Das Soundlogo für merkonline.de stammt aus dem Technics sx-KN7000,für meine Stimme verwendete ich den Chorus-Effekt. Aufnehmen auf die interne SD-Karte war nicht möglich und so nutzte ich den USB-Anschluss mit dem Total Recorder von High Criteria – auf Empfehlung eines Kunden. Der Total Recorder kann aktuell sogar eingeschränkt als Video-Editor genutzt werden und ist hoch flexibel anpassbar. Er versteht 32-Bit-Float genauso wie die Ausgabe als FLAC-File. Genau genommen ist er die digitale Reinkarnation eines Kassettenrekorders, aber mit der DNA einer Bandmaschine. Aufnahmen lassen sich schichten, normalisieren, ausschneiden und einfügen – selbst aus anderen Dateien und sogar bei unterschiedlichen Formaten. Dabei wird nicht in ein proprietäres Zwischenformat gewechselt, sondern man arbeitet mit der Ursprungsdatei und dieses ist auch das Zielformat. Das sorgt für ein extrem schnelles und flexibles Arbeiten – ganz ohne DAW-Verwirrung. Einziger Nachteil ist, dass keine VST-Plug-Ins nutzbar sind und trotz einiger Erweiterungen die Möglichkeiten nicht an moderne Lösungen heranreichen.
Die ersten beiden Intros von „Stephans Welt“ stammen wie viele der ersten Episoden ebenfalls aus dem sx-KN7000, wobei im zweiten Andreas von Acapela als Stimme zum Einsatz kam. Viele fanden das gut und meine Intention war, dass ich nicht selbst alles sprechen wollte. Die dritte Version entstand 2013 unter Einsatz der Akai MPC Renaissance mit Plug-Ins von Korg wie M1, PolySix und anderen vermutlich MS-20, das ist heute schwer nachvollziehbar. Testweise wurde das Ergebnis viel zu stark verdichtet – weniger ist manchmal mehr.
Beim merkst.de-Podcast kam bei den ersten beiden Intros die Korg microSTATION zum Einsatz. Klanglich absolute Korg DNA und Teil der micro-Serie, von der es heute nur noch den microKORG gibt. 61 Minitasten, Joystick, vier zuweisbare Drehregler, 16 Spuren und EDS-X-Klangerzeugung und alles im Rucksack zum Mitnehmen. Vergessen hat Korg lediglich den Batteriebetrieb, dann wäre es perfekt. Ich verkaufte es einer Schulfreundin, die mir das Instrument glücklicherweise wieder zurückverkauft hat und nochmal gebe ich es nicht her. Das dritte Intro stammt aus der Roland MC-707 Groovebox, ein ebenfalls recht spannendes und vielseitiges Instrument und klanglich aktueller als die microSTATION und in diesem Fall mit Samples von Ghosthack.
Die Akai MPC Renaissance kam nach der microSTATION und war ein massiver Controller mit Audio- und MIDI-Interface mit hervorragenden Klangeigenschaften. Der Nachteil war jedoch, dass sie ohne MPC-Software lediglich als Interface verwendet werden konnte. Sie diente mir einige Jahre als solches, wurde aber genauso für die Komposition von Zwischenstücken genutzt.
Mit der Zeit wollte ich mir ein umfassendes Repertoire an Zwischenstücken mit verschiedenen Stimmungen kreieren und nutzte dafür einige meiner Synthesizer. Den Korg Monotribe schenkte ich mir 2012 zum Geburtstag, eine analoge Groovebox mit drei Drum-Sounds und MS-20-Filter. Weil ich keine weiteren Analogsynthesizer hatte verkaufte ich ihn wieder und die Gebrauchtmarktpreise stiegen an. Damals im Jahr 2012 war noch nicht ganz absehbar, dass künftige Synthesizer auch über analoge Steueranschlüsse verfügen würden, heute ärgere ich mich daher etwas darüber.
Dann war da natürlich noch die Korg microSTATION,mit der ich viele dieser Zwischenstücke kreierte.kompakterer Form
Die UltraNova von Novation war ein blauer Synthesizer mit 37 normalgroßen Tasten mit Aftertouch, einem sehr breiten Display und prinzipiell Direktzugriff pro Parameter. Besonders war die AutoMap-Funktion, so dass man sie auch als Controller für kompatible Plug-Ins verwenden konnte und sie verfügte über einen Digitalausgang. Als MiniNova gibt es sie noch in kompaktem Formfaktor, aber mit kleinerem Display und dadurch etwas umständlicher in der Bedienung. Auto-Tune hat sie auch, dies fehlte der UltraNova. Weil die Autokratie von Apple dazu führte, dass AutoMap schlussendlich nur noch unter Windows funktionierte, habe ich sie am Ende wieder verkauft. Die Ergebnisse konnten im Gegensatz zur microSTATION digital abgenommen werden, weshalb diese Übergangs-Sounds mit ihren drei Oszillatoren sehr warm und druckvoll klingen.
Der Roland JD-Xi ist ein Groove-Synthesizer und die Kompaktversion des JD-Xa. Er verfügt über einen analogen Oszillator und vier Parts, einen Rhythm-Part mit vielen TR-Sounds, Step-Sequenzer und der Roland-typischen Lauflichtprogrammierung. Es gibt ihn heute noch und man kommt schnell zu brauchbaren Ergebnissen, die Programmierung von Sounds ist jedoch it dem roten Display und Gummitasten ohne Direktzugriffsregler eher umständlich.
Das Technics sx-KN7000 kam bei meiner Vorstellung in der ersten Podcast-Episode zum Einsatz. Damals erstellte ich auch einige Aufnahmen und zwei Übergänge, die mir aber nie so recht gefielen und deshalb im Podcast keine Verwendung fanden.
Für einige Podcast-Episoden, beispielsweise Rundgänge auf der SightCity oder Kreuzfahrt auf der „Mein Schiff 4“, kam die App LaunchPad von Novation zum Einsatz. Damals war sie recht zugänglich und steht für iOS zur Verfügung. Neben eigenen Cliplisten gibt es unzählige Pakete zum Kauf in verschiedenen Stilrichtungen. Das Konzept erinnert an Ableton Live und erlaubt das schnelle Zusammenklicken von Musik, die sich in Echtzeit verändern lässt. Dadurch kann man Musik schnell kreieren und individuell an die benötigte Laufzeit anpassen. Von Novation gibt es mit der LaunchPad-Serie passende Controller und die Roland MC-707 arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip, die Clips muss man dann natürlich selbst erstellen.
Keyboards und Klangerzeuger
Während ich viele meiner Instrumente schon in konkreten Projekten und Experimenten vorgestellt habe, gibt es von einigen leider keine Aufnahmen mehr. Deshalb bemächtige ich mich an dieser Stelle einigen Beispielen, deren Quelle ich heute nicht mehr nachvollziehen kann. Das PT-30 von Casio war mein erstes monophon spielbares Mini-Keyboard und hatte eine einfache Begleitautomatik mit Sequenzer. Die beiden Beispiele zum Korg DW-8000 zeigen schön die warmen und kräftigen Flächen. Das Beispiel zum Korg Super Drums DDM-110 und DDM-220 habe ich für meinen Vintage-Artikel bei AMAZONA mit der Akai MPC Renaissance auf der Basis von Samples erstellt. Den Korg Super Percussion DDM-220 besaß ich nie und hätte den DDM-110 um perkussive Sounds ergänzen können. All diese Instrumente besaßen keine Werksdemos.
Eine Heimorgel von WERSI hatte ich nie, aber den OX7 als Orgel-Expander. An den Beispielen hört man schön die vergangene Zeit heraus, vor Allem auch an den Digitalwandlern. Ihm fehlt einerseits der nötige Biss um sich im Bandkontext richtig durchzusetzen, andererseits verkörpert er schön die damalige Klangqualität. Ob man ihn mag, ist Geschmackssache, aber er ist durchaus gesucht und mein Exemplar war tadellos. Mit typischen Drawbars, Emulation von H100, Helios und DX-Line konnte man zwischen drei Varianten wählen und ein Master-Effekt fügte den typisch weiten Hall hinzu.
Yamaha kam bei mir immer wieder vor, ob PSR-500, PSR-510 oder das PSR-6300 von 1986, mein erstes großes Entertainer-Keyboard. Aufnahmen davon habe ich leider nie gemacht, von daher hier ein Werksdemo des PSR-500, an dem sich das Timing-Problem gut ableiten lässt. Begeistern konnte mich übrigens auch das PSR-6700 von 1991, das ich mir damals nicht hätte leisten können.
Nach dem Yamaha PSR-6300 kam es endlich – das erste neue Entertainer-Flaggschiff. Ausschlag dafür war ein zufälliger Besuch in unserem Marburger Musikgeschäft. Dort stand ein Yamaha Tyros und nachdem ich mich länger nicht um Musik gekümmert hatte, schien das bunt leuchtende Instrument wie aus einer anderen Zeit. Farbdisplays verband ich nicht mit Keyboards und die nuancierten Sounds ebenso wenig. Die Auswahl hat bestimmt ein Jahr gedauert und ich nahm mir viel Zeit – mich drängte ja nichts. so verbrachte ich unzählige Stunden mit dem analytischen Gegenprüfen von Demos und Sounds. Die Auswahl war nicht einfach, denn wie es immer so ist, haben alle ihre Vor- und Nachteile. Ich möchte Euch an diesem Experiment teilhaben lassen und kommentiere ganz bewusst nicht, was den Ausschlag gab. Trotzdem lasse ich Euch nicht im Dunkeln stehen und verschiebe diese Analyse ans Ende des Artikels. Ihr könnt Euch jetzt durch meine Favoriten der damaligen Zeit hören und sehr gerne kommentieren, wie Eure Wahl ausgefallen wäre. Die Instrumente Roland VA-7 und Korg Pa1000 fallen etwas aus dem Rahmen. Das VA-7 war bereits drei Jahre alt und wurde durch das VA-76 ersetzt, wobei Roland sich im Charakter nicht maßgeblich verändert hat. Das Korg Pa1000 ist 15 Jahre jünger und das merkt man natürlich am Soundvorrat. Zum Vergleich: Während damalige Keyboards mit durchschnittlich 64 MB auskommen mussten, sind es beim Pa1000 960 MB. Wollte man übrigens einen solchen Test realistisch durchführen, müsste man diesen mit unterschiedlichen Musikstilen und idealerweise mit denselben Daten vornehmen. Die Anbieter von MIDI-Files wären hier eine gute Wahl, denn sie optimieren die Ergebnisse und passen sie für jedes Instrument an, weil die klanglichen Vorteile individuell sind. Für diesen Vergleich habe ich mich für Latin und Salsa entschieden. Die Arrangements sind dicht und treibend, auch ist die Auswahl mit Bläsern, Klavier und Perkussion recht vielseitig. Man könnte gleiches jetzt noch mit Rock, Dance und was auch immer machen, das wäre aber zu viel des Guten. Wer Spaß daran hat, wird im Netz viele weitere Beispiele finden.
Bevor ich die Akai MPC Renaissance eher zufällig bei Thomann fand, experimentierte ich zuvor mit der Korg Electribe herum. Die ESX-1 SD war samplebasiert, die EMX-1 SD nutzte PCM-Drums und einen Synthesizer. Eigentlich hatte ich vor, beide zu kombinieren, aber die Programmierung mit dem schlecht beleuchteten LC-Display war schwierig. Per MIDI synchronisiert waren trotzdem einige Ergebnisse möglich, die über ein Mackie Mix12 in den Audiorekorder gelangen.
Gehen wir noch einen Schritt zurück zu Soundkarten. Den Sound Blaster hatten wir schon, aber der alte Game Blaster soll nicht ungehört bleiben. So klangen Spiele gegen Ende der 1980er Jahre und obwohl ich ihn auf der Sound Blaster Pro 1.5 hatte, wurde er von mir nie wirklich verwendet. Die FM-Synthese des Yamaha OPL-Chips klang angenehmer und war vielseitiger. Die Sound Blaster AWE-32 war der nächste Schritt und die e-mu Klangerzeugung deutlich besser, aber irgendwie charakterlich leblos wie übrigens viele damaligen e-mu Klangerzeuger. Ich wurde auch mit dem Morpheus nicht warm, den jener Freund hatte, der mir den Akai S-01 Sampler verkaufte. Was ich meine lässt sich gut im Unterschied zur TerraTec Maestro 32/96 hören, die klanglich in Richtung Roland tendierte. Vermutlich war das sogar ein Sound Canvas, denn die MPU-401-Aufsätze von Roland klangen ähnlich. Hier ab es die Module SC-10 und SC-15, eines davon hatte ich mal testweise im Einsatz, aber keine Aufnahmen damit erstellt.
Ein wichtiges Instrument für mich war der 2001 erschienene Korg microKORG, den ich in eBay wieder verkauft hatte. Eigentlich überlegte ich es mir nochmal und ich wollte ihn rausnehmen, aber da war der Zuschlag schon erteilt. Rückblickend betrachtet war das nicht so schlimm, denn der microKORG 2 erschien 2024 nach einigen Sondermodellen. Dieser kann alles, was der microKORG kann und noch viel mehr. Drei Oszillatoren, mehr Stimmen, Looper und sogar Sampling ist mit der neuen Firmware 2.0 möglich. Für den Deutschen Hilfsmittelvertrieb erstellte ich für die akustische Anleitung des Zoom H1essential ein Klangbeispiel, zunächst aber der Ur-microKorg. Dieses wurde ebenfalls im Overdub-Verfahren aufgezeichnet, weil die vier Stimmen das Potential natürlich begrenzen. Der Vocoder ist in beiden Versionen eingebaut und Batteriebetrieb ist ebenfalls möglich.
Bevor ich nun zur Auflösung komme, hier noch einige Demos meiner Keyboards, die auch schon in anderen Zusammenhängen immer mal Erwähnung fanden. Das Roland VA-7 beispielsweise mit VariPhrase-Sampler war seiner Zeit genauso voraus wie das Technics sx-KN7000 mit USB-Audio und -MIDI, das auch heute noch am Computer genutzt werden könnte. Bis auf DRM, denn MP3-Files auf die SD-Karte bekommt man ohne Weiteres leider nicht. Hier nun alle Demos sortiert nach Instrumenten, beim sx-KN7000 auch von den Erweiterungs-Boards. Der Klangvorrat von 64 MB konnte um weitere 64 MB ergänzt werden, sofern man die Erweiterungs-Boards sy-EW01 bis 04 nachgerüstet hat. In der Praxis zeigten sich jedoch Verwandtschaften zu den internen Sounds. Beim Korg Pa1000 ist die Musikant-Erweiterung ein ähnlich entscheidendes Merkmal, das allerdings in Form von Software in den Klangspeicher nachinstalliert werden muss. Aktiviert wird sie über die microSD-Karte, die man auf der Rückseite hinter die Serviceklappe einschiebt und die quasi als Dongle wirkt. Die Software selbst kann man von der Herstellerseite laden und auch ohne installieren, wird dann aber nicht freigeschaltet.
Zum Abschluss nun die Auflösung. Nachdem ich viele Stunden und über einen langen Zeitraum hinweg die obigen Instrumente verglichen habe, besuchte ich hin und wieder Musikgeschäfte. Bei der Auswahl sollte zwar die Bedienung eine wichtige Rolle spielen, aber auch der Klangcharakter. Am Yamaha Tyros gefielen mir die Super Natural Sounds und Mega Voices nur teilweise, denn die Gitarren mit ihren Artikulationen klangen für meine Ohren steif und starr. Das Ketron SD-1 hätte mir klanglich am besten gefallen können, hier waren mir jedoch die Möglichkeiten etwas zu eingeschränkt und wie dem Tyros fehlten interne Lautsprecher. Beim Korg Pa80 missfiel mir das Touch-Display trotz der sehr guten Klangperformance. Das GEM Genesys gab es baugleich als Solton SD-1, allerdings war nicht ganz klar, woher man die Instrumente beziehen könnte. Verglichen mit dem SD-1 hat man die Hallfahnen beim Genesys vermutlich nicht grundlos langgezogen – ein bekanntes Mittel zum Kaschieren von Artefakten. In Foren las man seinerzeit Diskussionen, ob Yamaha Tyros oder Technics sx-KN7000, beide waren neben dem Korg Pa80 hierzulande gefragt. Das Technics empfanden viele als kühl und distanziert, Yamaha war immerhin mit seinem Grundsound sehr beliebt, ob zurecht oder nicht sei mal dahingestellt. Hört man Tyros und sx-KN7000 gegeneinander, könnten die beiden Instrumente kaum unterschiedlicher sein. Der Tyros klingt direkt und unmittelbar, setzt sich gut durch und das bewährt sich auf der Bühne. Das sx-KN7000 klingt eher kühl und zurückhaltend, brilliert dafür mit einer sehr räumlichen Darstellung. Die Instrumente gruppieren sich auf der virtuellen Bühne, als säße man in einem Konzertsaal. Diese leicht verhaltene Stimmung sollte sich noch später über Kopfhörer als vorteilhaft erweisen und war neben der Bedienung und Orgel-Sektion für mich das Kaufargument. Roland und Korg klingen deutlich direkter, beide Hersteller setzen nicht grundlos ein Statement auf der Bühne und in Studios. So fiel mir am Ende der Wechsel auf das Korg Pa1000 nicht schwer, das in allen Bereichen technisch vorne liegt, die vielen Jahre dazwischen machen sich schon bemerkbar. Damit endet die kleine Reise durch meine Aufnahmen und ich hoffe, dass Euch das eine oder andere etwas gefallen konnte.

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