Humanware Victor Reader Trek, ein Erfahrungsbericht

Der kanadische Hersteller Humanware bietet seit Jahren DAISY-Abspiel- und Navigationsgeräte an, welche unter den Namen Victor Reader und Trekker verkauft wurden und den Alltag blinder Menschen vereinfacht haben. Mit dem Victor Reader Trek hat man diese beiden Konzepte nun in einem Gerät verschmolzen und auf der SightCity 2018 präsentiert. Wer die SightCity-Berichterstattung erworben hat, kennt das Interview, das ich am Stand von HumanWare geführt habe. Wer es nicht mitbekommen hat, findet im zugehörigen Technik-Talk die Gründe dafür, warum diese Interviews nicht als Podcast erscheinen.

Unser Mitglied Dr. Aleksander Pavkovic hat sich die Mühe gemacht und einen ausführlichen Erfahrungsbericht zum Victor Reader Trek für die merkst.de-Community geschrieben. Ich habe den Text überarbeitet und darf ihn mit seiner Genehmigung publizieren, dafür sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Das Bildmaterial wurde mir ebenfalls von ihm zur Verfügung gestellt. Den Text hat er ursprünglich mit “erste Zwischenbilanz nach ca. zwei Wochen” betitelt und inzwischen durch einige Informationen ergänzt, die ich ebenfalls mit eingebaut habe.

Der Victor Reader Trek, ein Bericht von Dr. Aleksander Pavkovic

Mitte/Ende August machte in der merkst.de-Community der Victor Reader Trek bereits von sich reden, da es eine Mitteilung zu dessen Erscheinen auf dem deutschen Markt und dem zugehörigen Einführungspreis gab. Ich bestellte den Trek Bereits auf der SightCity 2018 vor. Anfang Oktober hatte ich im BIT-Zentrum München den Auftrag, das Handbuch in Braille zu übertragen. Es kommt immer wieder vor, dass Anwender ein gedrucktes Handbuch lieber mögen, als eine digitale Fassung oder gar nur die Bedienungsanleitung auf dem Gerät.

Seit dem 10. Oktober habe ich ihn nun selbst: den Victor Reader Trek. Neugierig geworden bin ich durch die Vorab-Berichterstattung sowie durch ein Gespräch mit einem Vertreter von Humanware. Zudem kamen weitere positive Berichte hinzu, etwa im Blog-Beitrag von Marco Zehe zur Rückbesinnung auf Blindenhilfsmittel:

Rückbesinnung auf Blindenhilfsmittel

Für etwas Skepsis sorgte bei mir jedoch der Hinweis auf größere Genauigkeit im Vergleich mit Geräten wie dem iPhone: Wie soll ausgerechnet eines dieser Spezial-Hilfsmittel ohne assistive Technologien besseren GPS-Empfang bieten, als die in High-End-Smartphones verbauten Komponenten? Aber man weiß ja nie … Zumindest versprach ich mir bessere gesprochene Routen-Beschreibungen und andere Aspekte der Benutzerführung im Vergleich zum Look and Feel einer auf Touchscreens optimierten Benutzeroberfläche. Ganz nebenbei war ich gespannt, ob mich der Trek auch sonst überzeugt, was seine Features betrifft.

An sich bin ich geneigt, auf Mainstream-Geräte und -Technologien zu setzen, statt ausschließlich auf Hard- und Software aus dem Hilfsmittelbereich. Abgesehen vom Plextalk PTR2, den ich gelegentlich noch zum Aufnehmen im DAISY-Format nutze, ist der Victor Reader Trek das erste Gerät mit DAISY als Kernfunktion, das ich mir je zugelegt habe. 2008/09 stand mir im Rahmen einer Vereinstätigkeit vorübergehend ein Leih-Victor (Stream) zur Verfügung, ein auf Speicherkarten basierender DAISY-Rekorder und im Prinzip der Vorgänger. Auch Konkurrenzprodukte, wie der Milestone 312 aus dem Hause Bones, nutze ich nicht, sondern herkömmliche Audiorecorder von Olympus. Von der Idee, Audioaufnahmen ausschließlich mit dem iPhone und geeigneten Apps und weiterem Zubehör, wie Mikrofone oder Audio-Interfaces zu machen, nahm ich wiederum längst Abstand. Eigenständige Recorder haben sich aus verschiedenen Gründen bewährt.

Erster Eindruck

Das Gerät ist schnell in Betrieb genommen und mit WLAN verbunden. Was vermutlich nicht klappt, ist die Verbindung mit einem dieser WLAN-Zugangspunkte, wie es sie im Hotel, im Zug usw. gibt. Denn dort erfolgt die Anmeldung am (offenen) Hotspot anschließend in einer Art Web-Anwendung, was mangels Browser auf dem Trek scheitern dürfte. Ein freigegebener Hotspot des Smartphones ist hingegen eine sinnvolle Alternative.

Der eingebaute Lautsprecher ist, gelinde gesagt, unterste Kategorie. Soweit ich mich erinnere, hat bisher jeder integrierte Lautsprecher in Handys, Netbooks oder Audiorecordern, die ich bisher genutzt habe, besser geklungen. In jedem Fall empfiehlt sich die Nutzung eines Kopfhörers oder beliebigen externen Lautsprechers (3,5 mm Klinke oder Bluetooth), selbst ein ganz einfacher Speaker im Cremedosen-Format wertet das Klangerlebnis deutlich auf.

Die Nutzerführung wirkt durchdacht. Bei Internet Radio und Podcasts ist es möglich, von Humanware gepflegte Listen zu durchstöbern oder Online zu suchen. Beim Internetradio fielen veraltete Links auf, was leider nicht überrascht. Schön ist, dass die Listen in diversen Sprachen bzw. für verschiedene Regionen angeboten werden. Der Trek versteht sich auch auf M3U-Dateien. Als Nachteil im Vergleich zu multilingualen Smartphones erweist sich, dass die eingebauten Acapela-Stimmen beispielsweise nichts mit kyrillischer Schrift anfangen können; bei russischen, ukrainischen oder serbischen Stream-Namen unterbleibt somit jede Ansage und man muss eben fröhlich herumprobieren.

Ist in einem der “Bücherregale” nichts vorhanden, beispielsweise kein DAISY-Buch, erscheint es auch nicht beim Rundgang durch die einzelnen Punkte mit den entsprechenden Tasten. Befüllt wird so ein Regal einfach von einem Computer aus durch Hineinkopieren in den dafür vorgesehenen Ordner oder man nutzt Online-Angebote, wie Podcast, Bookshare usw. Auch der merkst.de-Podcast ist zu finden, allerdings habe ich nicht in den Kategorien gestöbert. Eine Suche nach “merkst” brachte leicht das gewünschte Ergebnis. Für mit Smartphone, Tablet oder Computer ausgestattete Onliner ist es eher eine nette Spielerei, dass man auch in Wikipedia und Wictionary suchen kann, aber warum nicht. Vorlesefunktion und Volltextsuche sowie einige Navigationsbefehle sind auch in verschiedenen Dateiformaten, wie HTML oder TXT, möglich. Als deutsche Stimme kommt standardmäßig Acapela Klaus zum Einsatz.

Tatsächlich beginne ich nun, etwas aktiver Podcasts zu nutzen. Bisher hatte ich am PC eher einzelne Folgen klassisch heruntergeladen, nichts jedoch abonniert; auf dem iPhone konnte ich mich mit dem Konzept “Podcast” nicht so recht anfreunden. Der Trek bietet hier jedoch wirklich ein sehr nutzerfreundliches (“niederschwelliges”) Interface zum Auffinden, Abonnieren oder auch Abbestellen von Podcasts und zum Verwalten von Episoden. Die Funktion “Notizen” erlaubt einfache Aufnahmen in den Formaten WAV und mp3. Die Aufnahmequalität ist ordentlich für die vorgesehene Anwendung als akustischer Notizzettel, jedoch nicht für mehr als das.

Besser navigieren, als mit dem Smartphone?

Spannend wurde es jedoch gleich am ersten Abend wegen der angekündigten Neuerung: Wie würde sich der Trek als Navi bewähren? Sollte es möglich sein, damit präziser geführt oder über die Umgebung informiert zu werden, als mit einer der vielen Apps, die wie BlindSquare teils direkt auf unseren Personenkreis zugeschnitten sind? Ein Aha-Erlebnis gleich zu Beginn, vieles erinnert tatsächlich noch an den allerersten Trekker aus 2004. Das gilt sowohl für Details des Sound-Design, als auch für die Benutzerführung. Leider gilt das jedoch auch für die Art, wie das Gerät mit dem GPS umgeht. Genau wie beim Trekker dauert es beim Victor Reader Trek bisweilen recht lange, bis nach Umschalten auf “Orientierung” GPS-Signale empfangen werden. Weitere Minuten vergehen dann oft, bis die Position dann auch wirklich einigermaßen präzise geortet ist. Von der im oben beschriebenen Blogbeitrag geschilderten, viel höheren Genauigkeit im Vergleich zum iPhone SE, war bei meinen bisherigen Tests mit Apps, wie BlindSquare oder Google Maps, nicht viel zu bemerken.

Anders könnte sich die Situation im “Freigelände” darstellen, also außerhalb des Straßennetzes, beispielsweise in einem Park und dort wiederum mit selbst definierten “Orientierungspunkten”. Im Freigelände, etwa auf dem Weg zu einer Art Schlosskapelle in einem großen Münchner Park, hat mich Google Maps tatsächlich schon mal etwa 200 m vor dem Ziel völlig im Stich gelassen. Bei der Navigation auf gewöhnlichen Straßen in Münchner und Nürnberger Stadtvierteln konnte ich beim normalen Spaziergang keine großen Unterschiede zwischen Trek und Apps, wie Ariadne GPS, feststellen. Alles andere wäre auch eher überraschend gewesen. Stattdessen habe ich den Eindruck, dass der im iPhone SE verbaute GPS-Empfänger schneller brauchbare Ergebnisse liefert bzw. empfindlicher ist, als der im Trek. Das ist auch logisch, denn dieser arbeitet mit Online-Unterstützung und verlässt sich nicht nur auf die minimal notwendigen Satelliten. Ausführlich wird das im Artikel zu Navigationsgeräte für Blinde erklärt.

Anschließend habe ich den Trek nicht einfach nur so beim Gehen mitlaufen lassen, sondern die sogenannte Backtrack-Funktion genutzt. Geht man eine Strecke und drückt am Ziel die entsprechende Taste, wird man gefragt, ob man zum Ausgangspunkt zurückgeführt werden will. Diese Funktion ist auch im Vorgänger Trekker Breeze vorhanden. Neugierig war ich, denn der Weg führte absichtlich teils über “Freigelände”, etwa 10m abweichend von der Straße durch einen Park. Und siehe da: Drei der Anweisungen auf der Route waren zielgenau so, wie ich auf dem Hinweg durch den Park gegangen bin, mit ein paar absichtlich eingebauten Umwegen. Der Trek gibt in so einem Fall Anweisungen in etwa wie folgt: “Freigelände betreten. In Richtung 11 Uhr gehen. Nächste Anweisung in etwa 39 Metern”. Dort dann: “in Richtung 2 Uhr gehen. Nächste Anweisung in etwa 24 Metern”. Und dann: “in Richtung 9 Uhr gehen. Nächste Anweisung in etwa 44 Metern”.

Auch die über Straßen verlaufende Backtrack-Route klappte völlig tadellos, was mich weniger überraschte. Erstaunlich empfand ich jedoch, dass die Navigation im Freigelände recht exakt, quasi umgekehrt nachvollzogen hat, wie ich hingekommen bin. Das ist technisch kein großes Ding, wie ich vermute, kann aber für unsereinen sehr bedeutsam sein. Beispiel: Ich gehe mit einem sehenden Begleiter zu einem Ziel so, wie ein Sehender eben mal geht, beispielsweise querfeldein oder mithilfe von Abkürzungen, auf die ich sonst nicht käme. Den Rückweg kann ich entsprechend auf exakt dieselbe Weise wieder zurückgehen. Diese Funktion lässt sich nicht nur zum Backtrack nutzen, sondern auch zum Aufzeichnen einer dauerhaft abzuspeichernden Route.

Hervorzuheben ist bei all der bereits erwähnten Kritik am Trek, etwa der teils langen Laufzeit bis zum Fix der Position, die extrem gute Akkuleistung. Ein weiterer Vorteil ist natürlich, dass ich nicht Gefahr laufe, mittendrin beim Navigieren durch irgendwelche Benachrichtigungen abgelenkt zu werden. Smartphones neigen leider dazu, Konzentrationszerstäuber zu sein. Ein großer Vorteil ist auch die präzise Beschreibung der Kreuzungs-Art. Beispiel in München: “4-Wege-Kreuzung: Waisenhausstraße kreuzt Sankt-Galler Straße zur Linken, Waisenhausstraße vorn und Nördliche Auffahrtsallee zur Rechten”. So genau kann das nicht mal die recht teure RNIB-Navigator-App für iOS. Etwas verwirrend ist allerdings, dass selbst kurze Wege oder etwas größere Einfahrten zwischendurch schon mal als “Straße ohne Namen” erscheinen, die eine aktuell verlaufende Straße kreuzen. Selbst definierte Orientierungspunkte lassen sich übrigens ganz einfach über das eingebaute Mikrofon einsprechen und später komfortabel finden, wie man es auch vom Trekker Breeze her kennt. POIs und Kartendaten stammen von TomTom, ehemals TeleAtlas, und werden hoffentlich regelmäßig aktualisiert. Dies geschieht, wie das allgemeine Software-Update, über WLAN.

Fazit

Mein erster Eindruck von der Navigation mit dem Victor Reader Trek ist, dass der extrem langen Akkulaufzeit und präzisen Beschreibungen eine etwas träge, nicht ganz zeitgemäße GPS-Signalauswertung gegenübersteht. Der Trek soll jedoch auch bereits für “Galileo” gerüstet sein und hinterlässt haptisch einen guten Eindruck. Die DAISY-Funktion und multimedialen Fähigkeiten können ebenfalls überzeugen und kombiniert mehrere Anwendungen in ein Gerät.

5 Comments

  1. Karina said:

    Nach dem Lesen verspürte ich nicht gerade den Wunsch, alles fallen zu lassen und ein letztes Mal von meinem iPhone ins nächstgelegene Hilfsmittelgeschäft zu navigieren.
    Die Anforderung an ein Navi ist in erster Linie maximale Genauigkeit und Schnelligkeit. Wenn ich mit Blindsquare und Google Maps einfach nach PoIs suchen kann und meistens 10 meter davor lande, muss das Hilfsmittel dieses Angebot übertrumpfen, um seine Anschaffung zu rechtfertigen. So wird das nichts.

    7. November 2018
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    • Stephan said:

      Moin Karina, ich denke, das muss man etwas differenzierter betrachten. Zum Einen ist die Anzahl derer, die mit einem Smartphone nicht zurecht kommen, größer, als manch blinder Smartphone-Nutzer fernab der Branche annimmt. Wäre das anders, stünde uns der Zusammenbruch der Hilfsmittelbranche nicht in den nächsten Jahrzehnten bevor, sondern wäre seit einiger Zeit möglicherweise schon Geschichte. Ich finde es grundsätzlich positiv, dass es geschlossene Alternativen gibt, weil der Bedarf vorhanden ist. Natürlich könnte man erwarten, dass diese Technologie dem Mainstream ebenbürtig sein könnte, sollte dabei aber nie vergessen, dass Google und Co. ganz andere Möglichkeiten nutzen. Sie sammeln Daten, verkaufen Bewegungsprofile an Werbetreibende, generieren dadurch weltweit Milliarden, von dessen Geld einiges in die Entwicklung zurück fließt, das ist das Geschäftsmodell. Kaum jemand denkt darüber nach, was solche Dienste kosten würden, wenn man das Kapital beispielsweise durch den Kaufpreis oder eine Nutzungsgebühr in ähnlicher Höhe kummulieren müsste.

      Genauso ist das bei Hilfsmittelfirmen, die entsprechend bei einer gleichbleibenden Leistung auch einen Preis aufrufen müssten, den kein Anwender bezahlen würde. Dabei habe ich jetzt noch nicht diejenigen berücksichtigt, die auf Online-Dienste und vor Allem Google verzichten wollen. Die können nur auf Onboard-Systeme ausweichen und müssen im Gegenzug dann mit den Toleranzen auskommen.

      Dass Du nicht den Drang verspürst, so ein Gerät zu kaufen, ist doch absolut logisch, weil Du nicht zur Zielgruppe zählst. Auf der anderen Seite könnte ich Dir einige Smartphone-Nutzer nennen, die trotz iPhone bewusst auf ein dediziertes Gerät ausweichen wollen, weil auch das mehrere Vorteile bietet, lasse BlindSquare doch mal kontinuierlich den ganzen Tag auf einem iPhone mitlaufen. Im Ergebnis muss jeder für sich die richtige Lösung finden und auch wenn ich mich auch nicht als Zielgruppe sehe, finde ich es aber gut, dass es diese Produkte noch gibt. Denn sie bieten manchen Menschen die Eigenständigkeit, die sie vom Smartphone nicht bekommen.

      7. November 2018
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  2. Das ist ein sehr guter und aufschlussreicher Beitrag. Auch ich tendiere mehr und mehr dazu, nicht mehr alles mit meinem Smartphone zu machen. Podcasts, Hörbücher und auch Musik sind auf einem Touchscreen doch eher etwas umständlich zu navigieren. Das geht mit einem haptischen Cursorkreuz oder einem Numpad deutlich komfortabler. Andererseits denke ich halt auch, dass es gut und wichtig ist, dass normale Mainstream-Geräte barrierefreier werden. Das tun sie nur dann, wenn wir sie benutzen und kritisieren. So muss halt jeder so seinen Mittelweg finden. Ein Touchscreen bleibt egal, wie gut der Screenreader ist, ein Bedienkonzept von und für Sehende. Und wenn wir es bedienen können, ist das in vielen Punkten genial und super, aber wir patschen halt auf etwas für Sehende herum… Wie auch immer. Den Machern vielen Dank für den Artikel.

    20. November 2018
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  3. Nils Prause said:

    Vielen Dank für den ausgewogenen Bericht.
    Zur Trägheit des GPS wäre noch anzumerken, dass sich Smartphones hier eines Tricks bedienen, in dem sie, vor allem in städtischen Regionen, auch die Daten der Mobilfunkmasten sowie vorhandener WLAN nutzen. Da das Smartphone quasi immer in Betrieb ist, entfällt hier natürlich die “Aufwärmzeit”, bis das GPS betriebsbereit ist. Ein wenig schneller dürfte es aber durchaus gehen…
    Allerdings habe ich bei Vergleichstests mehrfach die Erfahrung gesammelt, dass der Trek genauer war als das iPhone.
    Was ihn für mich wirklich gut macht ist die präzise Beschreibung der Kreuzungen. ich zweifle nicht daran, dass man dies prinzipiell auch mit einem Smartpphoen realisieren könnte, aber alle Navigationslösungen, die wir aktuell auf Smartphones nutzen können, haben etwas von Flickwerk. So kann mir Blindsquare zwar dank Online-Datenbanken ein gutes Bild von meiner Umwelt vermitteln, bemerkt aber viel zu spät, wenn ich im Freigelände oder außerhalb des bekannten Kartenraums unterwegs bin.
    Beispiel: Ich gehe in die Meyerstraße. In dieser kennt die Datenbank nur Hausnummer 1 und 20. Man bedenke hierbei, dass Blindsquare nicht auf kommerzielles Kartenmaterial setzt. Nun höre ich gefühlt minutenlang den Hinweis, ich befände mich bei Meyerstraße 1, obwohl ich dieses Haus schon lange hinter mir gelassen habe. Irgendwann bin ich dann plötzlich bei Nummer 20. Gleiches gilt, wenn hinter der Meyerstraße ein Wald kommt. Klar, dies wäre leicht zu lösen, wenn Blindsquare hier korrekt melden würde, dass sich z.B. in 50 Metern Entfernung die Meyerstraße 1 befindet, aber das tut es eben nicht.
    Will ich zusätzlich noch eine echte Navigation haben, arbeite ich am iPhone immer mit mindestens zwei Apps. Neben Langstock und Verkehrslärm sicher für manchen zu viel an Herausforderung.
    Daher freuen wir uns, dass sich Humanware auf das Wagnis eingelassen hat, trotz Smartphones nochmal einen Nachfolger für den Breeze zu entwickeln. Wer viel unterwegs ist sollte m.E. einen Blick auf den Trek werfen, Smartphone hin oder her.

    20. November 2018
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    • Stephan said:

      Das ist ja das Problem beim Fixing, dass der GPS-Empfänger ohne Anhaltspunkte bei Null anfängt und erst einmal abwarten muss, bis ausreichend Satellitensignale und ein Zeitreferenzsignal empfangen wurde. Dann kann er in Echtzeit tracken und je nach Auflösung erkennen, wo man sich befindet. Je freier die Sicht, umso genauer funktioniert das. Smartphones nutzen die interne Uhr und auch die abgerufenen Satellitenpositionen zwar für die grobe Ortsbestimmung, aber nicht fürs aktive Tracking. Während eine GPS-Anwendung läuft und sich der Empfänger auch nicht im Energiesparmodus befindet, nutzt das Smartphone genauso das GPS-Signal. Das Problem ist aber, dass Smartphones aufgrund der kompakten Bauweise kompromissbehaftet sind und die Antennen für den GPS-Empfang vermutlich eine untergeordnete Rolle spielen. So gibt es auch drastische Unterschiede beim GPS-Empfang zwischen Smartphones, in älteren Testberichten kann man das noch gut nachvollziehen, als die GPS-Funktion noch eigens geprüft wurde. Macht man ja heute nicht mehr, weil die Genauigkeit für den Alltag ausreicht.

      20. November 2018
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