Warum DAB+ das UKW-Radio nicht ersetzen kann

DSR, ADR, DAB und inzwischen auch DVB-T, alles Begriffe, die an einen Haufen Elektroschrott erinnern, mal sehen wie lange DAB+ durchhält. Diesmal ist allerdings vieles anders, der Druck der Lobby treibt die DAB+-Aira voran und diese feiert sich jährlich selbst mit den neuen Absatzzahlen von Digitalempfängern. Dabei zählt jedes Gerät mit, das den DAB+-Empfang ermöglicht, auch wenn es primär als Internet-Radio verkauft wird. Ob der Konsument tatsächlich DAB+ nutzt oder auf den Internet- oder UKW-Empfang ausweicht, weil sein Lieblingsprogramm, wie in meinem Fall, nicht über DAB+ ausgestrahlt wird, erwähnt man nicht.

Stattdessen stellt man die Vorteile der Rauschfreiheit und angeblichen CD-Qualität heraus und verschweigt, dass durch Prozessorstörungen oft unschöne Nebenprodukte erzeugt werden und sich die Auflösung unterhalb von der Qualität alter MP3-Dateien befindet. Ohnehin wird auch vergessen, dass bei jungen Menschen das Radio längst an Popularität verloren hat. Streaming-Dienste und Smartphones stellen eine unkomplizierte und noch dazu flexible Alternative dar, auch wenn der Radiogenuss durch die Datendrosselung über das Mobilfunknetz nur begrenzt möglich ist. Und dennoch liest man viele begeisterte Berichte, auch Lobeshymnen von HiFi-Enthusiasten, die jetzt endlich kristallklares Radiovergnügen erfahren wollen. Nur sind das dieselben Menschen, die MP3 damals verteufelt haben? Falls ja, ist dringend ein Besuch beim örtlichen Ohrenarzt anzuraten. DAB+ klingt nicht gut, kann es nämlich gar nicht. Die Gründe dafür werdet Ihr in diesem Beitrag erfahren. Am Schluss berichte ich auch über meine Erfahrungen mit zwei aktuellen DAB+-Radios.

Rückblick

Spricht man von der CD-Qualität, geht man von einem linearen PCM-Datenstrom aus, der eine Bitrate von rund 1,4 mbp/s mit 16 Bit Wortbreite und 44,1 KHz Abtastfrequenz hat. Ausgehend von diesen Parametern, ist jedes Digitalradiosystem klanglich unterlegen. Als ich von Digital Audio Broadcasting – kurz DAB – das erste Mal Mitte der 90er Jahre erfuhr, gab es noch den Hersteller Blaupunkt in seiner Ursprungsform. Mit DAB sah man vor Allem den Autofahrer als potentielle Zielgruppe an. Immerhin war es das einzige System, das ohne aufwendige Empfangstechnik auskommt und somit auch den Bau mobiler Empfänger ermöglicht. Die Anfänge der Entwicklung reichen sogar bis in die 80er Jahre zurück. Das stationär nutzbare digitale Satellitenradio (DSR) startete im Jahre 1989 und wurde per Satellit über Kopernikus, TV SAT 2 und im Kabelnetz der Deutschen Telekom verteilt. Es arbeitete mit linearen PCM-Daten, die allerdings aufgrund der beschränkten Bandbreite auf 14 Bit bei 32 KHz in Dynamik und Frequenzgang begrenzt wurden. Neben dem Radiosignal wurden auch Textinformationen übertragen, auch konnten manche Radios die Klangeinstellungen zwischen Sprache und Musik automatisch umstellen. Das Nutzsignal lag bei rund 800 kbit/s und lag klanglich fast auf dem Niveau der Audio-CD. 16 Sender wurden je Bouquet verteilt, durch die hohe Datenrate war die Senderanzahl ohnehin begrenzt. So verwunderten die Gerüchte nicht, dass DSR ohnehin nicht langfristig bestehen konnte und die Preise für DSR-Radios purzelten Mitte der 90er gewaltig. Beschlossen wurde die Abschaltung im Mai 1998, weil man die verwendeten Kabelkanäle S3 und S4 für die Erweiterung des analogen Fernsehempfangs brauchte. Die tatsächliche Abschaltung der letzten 16 Radiosender auf dem Kanal S2 erfolgte zum Jahreswechsel. Wohl einmalig bei einer obsoleten Technologie war, dass die Besitzer von DSR-Radios finanziell entschädigt wurden. Etwa 800 DM konnte man auf Antrag erhalten, das Gerät musste aber frühestens 1996 gekauft worden sein. Auch ich stellte diesen Antrag und erhielt auch eine Bestätigung mit der Höchstsumme, einen tatsächlichen Geldeingang kann ich allerdings bis heute nicht verzeichnen. Das ist auch nicht tragisch, weil mein damaliger Marantz-Tuner ST-83 ein Hybrid-Empfänger war. So kann das Gerät nicht nur DSR empfangen, sondern auch das analoge Kabelnetz und terrestrisches Radio über einen zweiten Antenneneingang. Bei unserem erhöhten Standort in Marburg konnte ich mit dem ST-83 über eine normale Wurfantenne sogar einige NDR-Programme in Stereo über den Harzer Sender Torfhaus hören, was mir mit anderen Radios nicht gelang. Möglich wurde dies durch einen Bandbreitenfilter, welcher die Großsignalfestigkeit verbessert hat.

Ganze 10 Jahre war DSR verfügbar und Nach der Abschaltung suchte ich eine digitale Alternative, zur Wahl standen das Astra Digital Radio (ADR) und Digital Video Broadcasting, das über Satellit als DVB-S und im Kabel als DVB-C verteilt wurde. Ich entschied mich aufgrund des noch vorhandenen Kabelanschlusses für MediaVision der Deutschen Telekom, das im Zusammenarbeit mit Premiere (heute Sky) DVB-C als digitales Fernseh- und Radiosystem anbot. Als Empfänger diente mir die zum Paket gehörende d-Box II, die von Sagem hergestellt wurde und über die Bouquets von ARD und ZDF-Digital ein ähnliches Senderangebot, wie zu DSR-Zeiten, zur Verfügung stellte. Allerdings nun im komprimierten MPEG-1 Layer 2-Format, auch als MP2-Codec bekannt, mit einer festen Bitrate von 192 kbit/s. Die Qualität liegt auf der Höhe von DAB+, das eine ähnliche Klangqualität bei geringerer Datenrate erreicht. Eigentlich wäre es konsequent, diesen Radiostandard auch im terrestrischen DVB-T anzubieten, dies hat man aber verpasst. Einzig in manchen Großstädten, wie in Berlin, blieb diese Möglichkeit als Pilotprojekt übrig. Vermutlich wusste man schon vorher um die Ausbreitungsprobleme im ländlichen Bereich, immerhin bietet jeder DVB-T-Receiver auch eine Radiofunktion, die somit weitgehend brach liegt.

Nachdem die Deutsche Telekom das Kabelnetz unter anderem an die Iesy Hessen GmbH (heute UnityMedia) verkauft hat, nahm der Ärger zu und die Qualität ab. Für mich war die Konsequenz nun der Umstieg auf Astra und die damit verbundene Anschaffung eines ADR-Tuners. Das Astra Digital Radio wurde 1995 auf der Internationalen Funkausstellung vorgestellt und zum 30. April 2012 abgeschaltet. Die Gründe dafür lagen in der Volldigitalisierung des Satellitenfernsehens, denn für ADR wurden die Unterträgerfrequenzen der analogen Sender genutzt. Wie bei DVB, erfolgte die Übertragung im Musicam-Verfahren mit dem MP2-Codec und einer identischen Bitrate. Als Empfänger diente mir ein Hybrid-Receiver von TechniSat, der neben ADR auch analoges Satellitenfernsehen empfangen konnte. Der Vorteil war die größere Senderauswahl, einschließlich NDR und Nordwerstradio, die bei DVB-S erst seit 2005 ebenso vielfältig war. Anfangs stand für ADR auch ein kostenpflichtiges Musikangebot zur Verfügung, das besonders von TechniSat stark vermarktet wurde. Für knapp 20 Mark erhielt man eine SmartCard und konnte verschlüsselte Spartenkanäle mit moderations- und werbefreier Musik hören, ähnlich wie die Mixe bei den Streaming-Diensten. Durch den fehlenden Rückkanal konnte der Abonnent natürlich keinen Einfluss auf die Playlist nehmen. Es ist mir nicht bekannt, wann dieses Angebot eingestellt wurde, dies war ohnehin nur mit speziellen Receivern nutzbar. Meiner hatte zumindest keinen Einschub für eine SmartCard, die reinen ADR-Receiver hingegen schon.

Parallel gewann das Internet durch DSL und drahtlose Router schnell an Bedeutung, so dass Internet-Radios langsam aufkamen und man auch heute mit dem Smartphone oder Computer ebenfalls eine breite Senderpalette empfangen kann. Auch entfällt die Einrichtung einer aufwendigen Empfangsanlage, weil das Internet omnipräsent ist. Und dennoch ist ein Empfang nur in Reichweite einer Basis möglich, unterwegs verhindern die Datendrosseln der Mobilfunkanbieter den Spaß. Und an dieser Stelle gewinnt DAB+ an Bedeutung, weil es der einzige unabhängig nutzbare digitale Radiostandard ist, über den wir heute verfügen. So weckten bereits im Jahre 2006 zwei DAB-Empfänger vom Hersteller Trinloc mein Interesse, die ich sogar in den Vertrieb aufnahm. Das Inspiration und Sinfonie waren Geräte der ersten Generation, der zusätzliche UKW-Teil machte sie zumindest relativ zukunftssicher. Und tatsächlich ließen sich hier rund 10 bis 15 Sender empfangen, allerdings die meisten Stationen nur in Mono. Doch dann wurde es still um DAB, das Aus stand kurz bevor. Fördergelder flossen und man machte Druck, den Ausbau möglichst in einer gesetzten Frist voran zu treiben. Sendeanstalten, Hersteller und Interessensverbände formierten sich zu einer starken Lobby, die als DRD Digitalradio Deutschland GmbH unter digitalradio.de unablässig die scheinbar unanfechtbaren Vorteile von DAB+ herausstellen und über die Aktivitäten des Vereins Digitalradio berichtet. Weiterhin gibt es noch die Betreibergesellschaften, die ihre UKW-Standorte auch digitalisieren möchten. Da lügt man dem geneigten Käufer auch gerne mal was in die Tasche, verteufelt das längst überlaufene UKW-Band und lockt mit Rauschfreiheit und CD-Qualität. Um mehr Sender auf weniger Bandbreite unterzubringen, wechselte man auf den HE-AAC-Codec und entwertete somit die ersten DAB-Radios, als DAB+ erfuhr diese Technik eine Renaissance. DAB-Empfänger ohne UKW-Teil wurden somit unbrauchbar und verkamen zum nächsten, nicht mehr genutzten Digitalstandard. Dass manche Fachleute DAB+ somit nur als Übergangs-Standard sehen, ist daher nur allzu verständlich.

Später kaufte ich mir das Dual DAB 4, das ich auch in einem früheren Podcast vorstellte. Das günstige Radio konnte mich aber nicht ganz begeistern, weil im Gegensatz zu UKW kein Empfang mit halb eingeschobener Antenne im Innenraum problemlos möglich war. Die meisten Sender interessierten mich nicht, der öffentlich-rechtliche Rundfunk war auf hr, DLF und D-Radio beschränkt. Als ich mich dabei ertappte, vorwiegend den UKW-Empfänger des DAB 4 zu nutzen und ohnehin den NDR weiterhin über das Internet beziehen musste, gab ich das Radio wieder weg und stellte fest, dass die Versprechungen weitgehend nicht eingehalten wurden. Der kristallklare Klang war nicht gegeben, da schon alleine das Netzteil des DAB 4 so störte, dass mit ihm kein DAB+-Empfang möglich war. Ein später ausgeliehenes und mit knapp unter 300 Euro recht teures WFR-29D von Sangean hat derartige Prozessorstörungen erzeugt, wogegen das UKW-Rauschen schon fast beruhigend wirkt. Immerhin beherrscht es neben DAB+ auch den Empfang via UKW und Internet-Radio, auch Musik-Streaming ist damit möglich. Das Nachfolgemodell WFR-29C hat sogar ein Farbdisplay und zeigt auch SlideShows und Cover der Sender an. Da ich im Haus ohnehin mit Internet-Radio eine größere Sendervielfalt erreiche, hakte ich nach diesen Erfahrungen DAB+ etwa fünf Jahre für mich ab.

DAB+ vs. UKW

Wenn man einen ordentlichen UKW-Tuner und ein halbwegs vernünftiges DAB+-Radio nebeneinander stellt, bietet DAB+ keineswegs CD-Qualität. Natürlich ist der UKW-Empfang auch nicht ohne Tadel, aber er hat sich bewährt. Wer ein 60 Jahre altes Radio besitzt, wird es heute noch nutzen können, ein 10 Jahre altes DAB-Radio kann man ohne UKW-Empfänger hingegen entsorgen. Dieses Schicksal teilen sie sich mit dutzenden analogen Sat- und DVB-T-Receivern, aber aufgrund der begrenzten Haltbarkeit von Satelliten ist ein Technologiewechsel hier noch nachvollziehbar. Die Vergangenheit zeigt jedenfalls, dass bislang jeder Digitalstandard irgendwann obsolet wurde und auch die Veränderungen bei DAB neue Empfänger erforderlich machten. Was kommt morgen, wer garantiert mir, dass ich ein heute gekauftes Radio bis zum Ende seiner Nutzungszeit problemlos verwenden kann? Selbst ältere Internet-Radios verlieren ihre Funktionsfähigkeit, wenn der Server zum Update der Senderlisten nicht mehr existiert oder ein nicht implementierter Wi-Fi-Standard die Verbindung zum neuen Router nicht mehr ermöglicht.

In diesem Punkt ist das analoge, terrestrische Radio überlegen, auch wenn man den hohen Energiebedarf der Sendestationen und das überlaufene 4m-Band in Verbindung mit dem geringen Dynamikumfang und hohem Rauschen moniert. Dabei wird nicht berücksichtigt, dass ein DAB+-Empfänger Prinzip bedingt mehr Energie benötigt, als ein analoges Radio, auch die Entsorgung der Altgeräte fällt nicht in die Bilanz. Wenn man in Deutschland heute, wie aktuell in Norwegen, die UKW-Aussendung abschalten würde, wären wahrscheinlich Milliarden Radioempfänger weitgehend nutzlos. Auch das Argument des geringeren Grundrauschens ist nicht haltbar, denn davon sind übliche Mono-Radios nicht betroffen. Die analoge FM-Übertragung bringt Störungen hauptsächlich dann mit, wenn das Stereosignal zu schwach ist oder dem Empfänger eine gute Trennschärfe fehlt. Die Demodulation des Seitenbandes sorgt für Überlagerungen, die als gegenphasiges Rauschen auffallen. Das Stereosignal wird mit der M/S-Stereophonie erzeugt, eine Trägerfrequenz liefert das Nutzsignal und das Stereobild wird über das Seitenband generiert. Der Vorteil liegt darin, dass bei Überlagerung dieser beiden Signale keine Phasenverschiebungen auftreten und es deshalb bei Mono- und Stereo-Empfang gleich gut klingt. Der Stereo-Ton wird dadurch erzeugt, dass das Seitenband dem linken Kanal phasenrichtig und dem rechten Kanal phasenverkehrt beigemischt wird und die dadurch erzeugte Auslöschung auf beiden Kanälen die Stereoabbildung erzeugt. Erfolgt keine einseitige Phasendrehung, bleibt das Signal Mono und phasenrichtig. Ich habe diesen Effekt im Podcast 68 zum Zoom H2n demonstriert. Es können allerdings bei analogen Stereo-Empfängern tatsächlich Pfeifstörungen durch die zweite Demodulation auftreten, die das Seitenband entkoppelt. Diese fallen jedoch häufig geringer aus, als die Prozessorstörungen bei einfachen DAB+-Radios.

Neben der Rauschfreiheit und CD-Qualität, wird auch die Senderauswahl als Vorteil herausgestellt. Dies mag im städtischen Bereich zutreffen, in meinem Wohnort werden mir rund 40 Sender angeboten. Über UKW hingegen empfange ich Sender, die hier entweder nicht mehr, oder noch nie, über DAB+ ausgestrahlt wurden, von einem Ersatz kann also daher keine Rede sein. Im Bundes-Mux, wie der deutschlandweit empfangbare Multiplex heißt, dem auch noch ein zweiter folgen soll, findet sich fast kein Sender, den ich über UKW je vermisst hätte. Regional hingegen werde ich auf Hessen beschränkt, kein WDR, BR oder NDR, die ebenfalls zum Teil gut über UKW zu empfangen sind. Bösartig könnte man diese Einschränkung als bewusste Manipulation der Informationsfreiheit betrachten, denn nicht mein Empfangsgerät entscheidet über die Sendervielfalt, sondern der Betreiber. Vielleicht ist es wie beim UKW-Empfang auch möglich, mit einer Dachantenne deutlich mehr Sender zu empfangen.

Ein weiterer Vorteil von DAB+ liegt übrigens in den begleitenden Informationen, die im Display angezeigt werden. Diese sind strukturiert und Geräte mit Farbdisplay können zusätzliche Bildinformationen, wie Cover oder Senderlogo, darstellen, die MOD SlideShow wird auch als SLS bezeichnet. Die Bildformate JPG und PNG werden je nach Sender eingesetzt, manche Chips zeigen allerdings nicht beide Formate an. In diesem Fall bleibt die SLS-Information aus. Auch Texte als Laufschrift werden eingeblendet, dies wird für Informationen zum aktuell gespielten Titel, oder auch für Begleitinformationen und Nachrichten genutzt. Bei UKW ist dies über das Radio Data System (RDS) und den Radiotext zwar auch möglich, jedoch etwas eingeschränkt. RDS zeigt den Sendernamen und Programmtyp an (PTY), mit Radiotext werden als Laufschrift Wetterdaten, Verkehrsmeldungen oder Titelinformationen übermittelt. Neben der Lautstärkeanpassung für Verkehrsfunk, wurden auch alternative Senderfrequenzen übertragen, so dass das Radio bei schwächer werdendem Empfang die Frequenz automatisch wechselt. Die teuren Autoradios von Blaupunkt mit Twin-Tuner konnten im Hintergrund die Alternativfrequenzen mit dem zweiten Tuner überwachen und nahtlos umschalten. Radiotext ist jedoch nicht in allen RDS-Tunern verfügbar. Aus diesem Grund verwenden manche Stationen den eigentlichen Sendernamen zur Anzeige von wechselnden Informationen, wie Wetter oder Studio-Hotline. Das hat den Vorteil, dass der Hörer nicht explizit auf Radiotext umschalten muss. Dafür wird beim automatischen Suchlauf statt des eigentlichen Sendernamens ein momentan angezeigter Begriff gespeichert, wie “SONNE” oder “HOTLINE”.

Die Technik hinter Digital Audio Broadcasting

DAB+ ist übrigens kein eigener Standard und lediglich eine Marke, welche die Übertragung mit dem HE-AAC-Codec in der zweiten Version bezeichnet. Da dieser Übertragungsstandard von fast allen Sendern genutzt wird, sind nur als mit DAB+ bezeichnete Empfänger zum deutschen System vollständig kompatibel. Meine ersten beiden DAB-Radios wurden also auch wieder durch obsolete Technik in ihrer Funktion eingeschränkt, denn den HE-AAC-Codec enthalten sie nämlich nicht. Wie erwähnt reichen die Anfänge von DAB bereits bis in die 80er Jahre zurück. In Stockholm entschied man sich 1986 für die Errichtung eines digitalen Hörfunksystems, an dem auch das DLR (Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt) unter Einbeziehung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten beteiligt war. Die ursprünglich eingesetzten Codecs wurden aktualisiert, als Frequenzbereich wird in Deutschland das DAB-Band III von 174-240 MHz genutzt. Die Aufteilung der DAB+-Sender erfolgt in Blöcken, die Signalzusammensetzung ist relativ kompliziert und die Audiodaten werden in einem für die Echtzeit-Wiedergabe geeigneten Codec übertragen. Und genau hier liegen die Probleme, denn als Standard wird in Deutschland der HE-AAC-Codec bis 160 kbit/s verwendet. Das unterschreitet die MP3-Qualität von 320 kbit/s, wie man sie üblicherweise im Download erhält und hat mit CD-Qualität nichts zu tun. Auch konnte ich nur NettoDatenraten von 80 bis 120 kbit/s in der Praxis erreichen. Ein Blubbern und Gurgeln ist stets hörbar und vor Allem bei der Nutzung von Kopfhörern störend. Der Klang lässt sich als starr und wenig räumlich beschreiben, das stört besonders bei Klassikaufnahmen und auch sind die zischelnden S-Laute nervig, die bei leisen Stimmen außerhalb der Stereo-Mitte auftreten. Beruhigend ist, dass die Artefakte bei der Mono-Wiedergabe weniger auffallen. Beim Ursprünglichen DAB-System wurden die Daten in das MP2-Format codiert, deren Rate bis zu 256 kbit/s betragen konnte und somit dem DVB- und ADR-Standard theoretisch überlegen war. Der Codec ist allerdings betagt und es lassen sich mit dem HE-AAC-Codec bei geringerer Bitrate ähnlich gute Klangergebnisse erzielen. Nach meinem Eindruck könnte man im Vergleich zum MP3-Format ein Drittel der Datenrate einsparen, ohne dass sich die Qualität wesentlich verschlechtert, 192 kbit/s wäre ein dafür allerdings ein minimaler Wert. Da aber das wirtschaftliche Interesse ein Maximum an Sender erfordert, wird die Bandbreite zu Gunsten der Anzahl beschnitten. Die aktuell genutzte Datenkompression ist einfach zu stark, das konnte ich für mich feststellen. Bei gleicher Bitrate sollte der modernere HE-AAC-Codec des Fraunhofer Instituts dem MP3-Format überlegen sein. Früher habe ich meine Musik auf den Nokia-Smartphones im HE-AAC-Format mit 64 kbit/s gespeichert. Damals war das für mich ein brauchbarer Kompromiss zwischen Klangqualität und Speicherausnutzung, heute würde ich das so nicht mehr machen. Besonders bei Rockmusik mit E-Gitarren, die sehr viele Obertöne enthalten, gab es häufig stark hörbare Artefakte und Einbrüche im Stereobild. Dies hört man auch heute bei manchen Internet-Radiosendern, die ähnlich stark komprimieren. Im Vergleich zu Apple Music, das mit AAC bei 320 kbit/s arbeitet, liegt DAB+ im unteren Drittel. Zu HE-AAC muss man weiterhin wissen, dass es ein dynamisches Kompressionsverfahren ist, das sich gut zum Streaming eignet. Während bei MP2 schon bei einem kurzen Signalabfall der Ton unmittelbar aussetzt, können DAB+-Geräte noch was retten, weil Signale mit hoher Fehlerrate noch decodiert werden können. Zumindest dann, wenn die Empfangsqualität wirklich gut ist, ansonsten reicht das Nutzsignal nicht für ein längeres Puffern aus. Dabei fällt  für den Moment die Tonqualität ab, im Umkehrschluss nimmt die Klangqualität zu, wenn das Signal stärker ist und die fehlerhaften Pakete abnehmen. In einem Test konnte ich einen Sender bei horizontaler Antennenausrichtung so gut empfangen, dass die Fehlerrate bei fast 0 lag. Aber trotzdem kam die Bitrate nicht über 120 kbit/s hinaus und die Artefakte blieben hörbar. Bei Digitalradios spielt natürlich auch die Qualität der verwendeten D/A-Wandler eine Rolle, welche die Artefakte mehr oder weniger stark heraus stellen. Besonders negativ fällt mir auf, dass eine schlechte Kapselung der Bauteile in vielen gehörten DAB+-Radios Störungen verursachen, die das Rauschen bei UKW mitunter übertreffen. Das sind in Etwa Pfeifgeräusche, die vor Allem bei geringer Lautstärkeeinstellung auftreten können. Aber auch DAB+-Empfänger können durch Schaltnetzteile, LED-Leuchtmittel oder ähnliche hochfrequente Einstreuungen gestört werden, weil der Frequenzbereich im genutzten 2m-Band hierfür etwas empfindlich ist.

Dual DAB 18 C

Das erste von mir getestete Radio trägt die Aufschrift Dual, dies hat allerdings nichts mehr mit dem Traditionsunternehmen aus dem Schwarzwald zu tun. Viel mehr wurden die Markenrechte von der DGC GmbH übernommen, die unter diesem Label Geräte aus China importiert. Die meisten dieser Importeure greifen auf Produkte von Frontier Silicon zurück, ein Hersteller, der vom DAB+-Chip, bis zum fertigen Internet-Radio, alles anbietet. Dabei scheint das DAB 18 C ein Komplettgerät zu sein, dessen Bedienung sehr eingängig ist und einen guten Klang abliefert. Trotzdem aber wirkt das glatte Gehäuse billiger, als der Preis vermuten lässt, das Lautsprechergitter sitzt nicht sauber im Gehäuse, die Stationstasten auf der Oberseite biegen sich in der Mitte durch. Das 2,8″ große TFT-Display zeigt SLS-Informationen, weshalb es mich besonders interessiert hat. Der Klang ist hingegen für ein Radio dieser Größe gut und an Sonderausstattung bietet es einen sehr komplexen Wecker und die dauerhafte Uhrzeitanzeige bei Netzbetrieb. Vier AA-Batterien oder das mitgelieferte Netzteil können zur Stromversorgung verwendet werden, die Bedienung erfolgt über die acht frontseitigen Tasten und einen Drehregler. Dabei erklärt sich die Bedienung fast von selbst, die acht Stationsspeicher werden durch langen Druck festgelegt. Nach dem initialen Einschalten sucht das Gerät nach DAB+-Sendern und auf Knopfdruck wird die Liste der empfangenen Stationen angezeigt. Das Menü ist kinderleicht zu bedienen, die Übersetzungen sind verständlich und der Wecker mit zwei unabhängigen Weckzeiten bedarf einer besonderen Erwähnung. Hier lassen sich verschiedene Modi wie werktags, Wochenende oder einmalig mit Datumsangabe einstellen, ein Sender kann aus den Favoriten zum Wecken ausgewählt werden. Auch ein Piepton steht zur Verfügung, die Dauer des Weckers kann ebenfalls im 15-Minuten-Interval gewählt werden. Praktisch ist, dass man die Lautstärke ebenfalls festlegen kann, deren Mindestwert bei 4 liegt. Während man von Radioweckern eine große Snooze-Taste auf der Geräte-Oberseite gewöhnt ist, muss man hier den kleinen unteren rechten Knopf gezielt treffen. Je Druck verlängert sich die Schlummerzeit um weitere fünf Minuten. Insgesamt hätte mir das Gerät sehr gut gefallen, wenn es nicht einige Schönheitsfehler gäbe.

So ist das Gehäuse nicht sonderlich hochwertig und recht klobig konstruiert. Es steht zwar sicher auf dem Tisch, wirkt aber ziemlich hohl. An der Rückseite gibt es eine nicht beschriftete und durchgebohrte Anschlussblende, einen Aux-Anschluss für externe Geräte hätte man hier einbauen können. Als ich dann einen Kopfhörer angeschlossen habe, kam die nächste Enttäuschung, hier wurde konsequent ein Mono-Signal ausgegeben und dies klang noch dazu alles andere als ausgewogen. Im Lautsprecherbetrieb störte ein leises Pfeifen im UKW-Modus, das besonders bei geringer Lautstärke auffiel. Auch funktioniert der Wecker und die dimmbare Uhranzeige nur im Netzbetrieb, hierauf weist das Gerät nicht hin. Wenn ein Kopfhörer angeschlossen ist, wird man am Folgetag vermutlich verschlafen, gleiches gilt bei Stromausfall. Eine weitere Ungereimtheit zeigt sich bei der Weckzeiteinstellung. Während man im Menü konsequent den Drehknopf nutzen kann, ist man bei Zeit und Datum an die Tasten gebunden. Die aktuell aufgerufenen 79 Euro erscheinen mir für das Gebotene etwas hoch, man hätte aus diesem Produkt jedenfalls mehr heraus holen können.

Albrecht Audio DR-65 C

Das kompakte und günstigere DR-65 C von Alan Electronics ist in der Bedienung dem Dual DAB 18 C sehr ähnlich. Es gibt allerdings kleine Unterschiede, die das Radio etwas runder wirken lassen. Bedient wird es über 10 Tasten auf der Oberseite, Stationsspeicher gibt es allerdings nicht. Ein ebenfalls oben angebrachter Drehknopf ist alleine für die Einstellungen zuständig, so dass man mit ihm auch die Uhrzeit ändern kann. Das kleinere 2,4″ TFT-Display ist identisch zum DAB 18 C aufgebaut, an der Software erkennt man die Technik von Frontier Silicon. Das Gehäuse wirkt etwas solider, die Soft-Beschichtung an der Front hätte man sich sparen können. Für ein tragbares Radio stehen die rückseitige Antenne und der Drehknopf oben etwas heraus, dafür aber zeigt sich das Menü vielfältiger. So lassen sich die SLS-Cover auf Wunsch auch im Vollbild anzeigen, eine Dynamikkompression (DRC) kann leise Signale im Pegel anheben. Die Speicherung in je 10 Favoriten pro Band in einer aufrufbaren Liste sind etwas fummelig, zwei Tasten zum direkten Kanalwechsel hätte ich gut gefunden. Die Weckfunktion ähnelt dem DAB 18 C, allerdings wird man nach dem Netzanschluss gezwungen, das Radio Zwecks Uhrzeitabgleich einzuschalten. Im Stand-By-Modus lässt sich das Display nicht vollständig abschalten, Das Wecksignal ist monotoner als beim Dual. Schön ist, dass der Kopfhörerausgang ein Stereo-Signal liefert, das aber ebenfalls unausgewogen und detailarm klingt. Weiterhin unschön ist, dass man, wie beim DAB 18 C, den Einschlaf-Timer nur umständlich im Menü aktivieren kann.

Aber auch dieses Gerät ist nicht ohne Tadel, der Lautsprecher klingt unnötig schlecht und erinnert an ein Bad-Radio für unter 20 Euro. Betrachtet man den Kaufpreis von 69 Euro, bekommt man klanglich wesentlich besseres, selbst Bluetooth-Lautsprecher mit FM-Radio übertreffen das Albrecht problemlos. Unnötig ist es auch deshalb, weil das Gehäuse genügend Platz für einen größeren Treiber hat. Immerhin piepst es bei der UKW-Wiedergabe nicht und auch die Eigengeräusche halten sich in Grenzen. Für Sprache reicht es aus, bei Musik hingegen nur zum Wecken. Ein mechanischer Netzschalter auf der Rückseite ergänzt den Stand-By-Taster auf der Oberseite, richtig viel Sinn macht er nicht. Immerhin schützt er das Gerät beim Transport, für das es sich aufgrund der hervorstehenden Teile nicht so ganz gut eignet. Als Kontrollgerät zur DAB+-Überwachung erfüllt es seinen Zweck. Einer Rezension bei Amazon zur Folge soll es Probleme bei der SLS-Darstellung geben, so dass es nur Bilder im JPG-Format anzeigen soll. Bei mir jedoch wurden bei fast allen Sendern SLS-Bilder bei ausreichendem Pegel dargestellt.

Empfehlungen für ein gutes DAB+-Radio

Im Preisbereich von rund 100 Euro finden sich viele Radios am Markt, die zum Teil auch durch Internet-Radio und DLNA-Streaming einen gewissen Mehrwert bieten. Sangean übertreibt es mit der Preisgestaltung der WFR-Serie etwas, zumal die Radios klanglich nicht übermäßig hervor stechen. Die Software von Frontier Silicon gefällt mir außerordentlich gut, weil sie sich auf das Wesentliche konzentriert. Allerdings geht das auch nach Hinten los, wenn man, wie beim Albrecht Audio DR-65 C, vieles in das Menü verlagert. Von der Bedienung siegt klar das Dual DAB 18 C, das sogar in vielen Funktionen blind bedienbar ist. Beim DR-65 C gibt es dafür mehr Funktionen und eine einzige Taste, mit der ein Scan des Bandes möglich ist, gut für unterwegs. Von kleinen DAB+-Radios mit fest verbautem Akku rate ich ab, man wird es länger nutzen, als die Batterie hält. Die größeren Empfänger machen sich auch gut als Radiowecker, sind aber weniger komfortabel als die Produkte der bekannten Hersteller. Nicht nur bei Sony sucht man Geräte mit SLS-Funktion im unteren Preisbereich vergebens, weshalb die Geräte der chinesischen Hersteller fast moderner wirken. Sangean konnte an den erfolgreichen und sehr gut klingenden WR-1 mit seinen digitalen Radios nicht anknüpfen, überhaupt habe ich selbst von den größeren Empfängern keinen mit einem derartigen Klang gefunden. Ohnehin bieten die teuren Geräte zumeist Internet-Radio, da stellt sich die Frage nach DAB+ in diesem Preisbereich nicht wirklich. Für blinde Nutzer bietet sich das Noxon dRadio 1 an, das als einziges DAB+-Radio mit einer Sprachausgabe erweitert werden kann. Aber auch hier ist der Preis von aktuell etwa 120 Euro nicht wirklich gering.

Nachteile von Internet-Radios

Zwar bin ich der Ansicht, dass Internet-Radios für die heimische Nutzung gegenüber DAB+ zwar deutliche Vorteile bieten, es gibt allerdings auch kleine Nachteile, die ich kurz zusammenfassen möchte. Wie bei den DAB+-Geräten sind auch viele Internet-Radios von ihrer Bedienung ähnlich, das Feld teilen sich hier Magic Systec und Silicon Frontier. Beide Hersteller entwickeln Radio-Chips, fertige Baugruppen und Geräte, die Bandbreite reicht vom einfachen DAB+/FM-Empfänger bis hin zum Hybridradio mit CD-Laufwerk und Bluetooth. Unter vielen Marken gelangen diese Geräte nach Europa und werden in Funktionalität und Design angepasst. Typische Vertreter sind beispielsweise Dual, Albrecht, Auna und Imperial. Auch wenn sich die Radios zum Teil deutlich in Klang und Bedienung unterscheiden, lassen sie sich mit der zugehörigen App steuern. Magic Systec nutzt AirMusic Control, Frontier Silicon hingegen UNDOK. Letztere ist technisch weiter, denn Frontier Silicon produziert inzwischen auch Netzwerklautsprecher. Mit der AirMusic Control App lassen sich immerhin alle verbundenen Geräte gemeinsam steuern, so dass sie denselben Stream abspielen können. Das klappt auch relativ synchron, je nach Netzwerkverbindung ist allerdings auch einem deutlicher Versatz möglich. Ein Nachteil von Internet-Radio ist, dass überhaupt die Latenz 15 bis 30 Sekunden gegenüber terrestrischem Broadcasting betragen kann, mich stört dies in der Praxis allerdings nicht. Die Qualität bewegt sich meist auf demselben Niveau, manche Anbieter liefern ihre Streams jedoch mit einer geringen Bandbreite aus. Überhaupt besteht ein Nachteil bei Internet-Radio, dass jedes Gerät einen eigenen Stream benötigt und sich nicht einfach das benötigte Signal auf einer bestimmten Frequenz aus der Luft holt. Die Bandbreite ist zwar vergleichsweise gering, 128 Kbit/s sind typisch. Bei fünf Geräten subsummiert sich die Nettodatenrate auf 640 Kbit/s, das ist durchaus bei modernen Breitbandanschlüssen vernachlässigbar.

Am Ende des Tages steht und fällt der Radioempfang mit der Netzinfrastruktur. Ist diese nicht gegeben, muss man bei einem Radiowecker aufpassen, dass dieser dann ein alternatives Tonsignal ausgibt. Auch zeigte sich, dass die terrestrischen Empfangsqualitäten besonders bei Internet-Radios eher stiefmütterlich behandelt werden. Wer ohnehin schon Probleme mit DAB+ hat, wird sie mit einem Hybridradio verstärken, sofern dieses keinen externen Antennenanschluss bietet. Dafür treten die genannten Prozessorstörungen hier seltener auf, weil die Radios im Vergleich zur DAB+-Einstiegsklasse hochwertiger sind. Im Umkehrschluss sind es zumeist Hybridempfänger, weil die oben genannten Hersteller die Chips ohnehin nach einem Baukastensystem verkaufen. Mit der Zunahme von Funktionen wird allerdings auch die Ergonomie deutlich erschwert. Menschen ohne technisches Grundverständnis könnten sich etwas schwer mit der Bedienung tun. Besonders dann, wenn das Netzwerk ausfällt, werden diese Nutzer sicher ratlos vor ihren Geräten verweilen und sich den seit Jahrzehnten typischen, analogen Drehknopf zurückwünschen.

Fazit

Dab+ ist meiner Ansicht nach eine nette Spielerei, aber noch keine echte Alternative zum bewährten UKW-Rundfunk, auch wenn uns die Lobby dieses Märchen verkauft. Dass diese Technik nicht wie alle anderen Digitalradioverfahren obsolet werden könnte, muss sich noch beweisen. Die Wahl des verwendeten Codecs könnte dafür sprechen, dass allerdings auch Sender aus dem Angebot verschwunden sind, allerdings dagegen. Ein zusätzlicher UKW-Empfänger oder Internet-Radio macht die DAB+-Geräte wenigstens zukunftssicher. Klanglich werden sie anders gestört, wenn die Komponenten nicht gut gekapselt sind. UKW-Radios klingen im gleichen Preisbereich oft besser, Mono-Geräte rauschen auch nicht. Wenn wenigstens die Senderanzahl auf der Höhe von UKW liegen würde, vor Allem was den öffentlich-rechtlichen Rundfunk betrifft, könnte ich mich mit DAB+ vielleicht anfreunden. So aber sehe ich keinen Vorteil, bei der Klangqualität sogar nur Nachteile. Zuhause ist es bereits jetzt schon obsolet, jedes Smartphone kann mit einer einzigen App bis zu 20.000 Sender empfangen. Ob es je eine Alternative zum bewährten UKW-Radio sein wird, bleibt abzuwarten. Momentan sehe ich das nicht, zumal sich auch die Beteiligten nicht immer einig sind und offenbar alle vergessen haben, warum das Radio jahrzehntelang so erfolgreich ist. Denn viele Köche verderben den Brei, das gilt nicht nur für den Wellensalat.

9 Comments

  1. C. Lange said:

    Ich stehe wohl für einen ganz normalen Familienhaushalt – wir haben einmal durchgezählt und wir allein haben im Haus und in den Autos zusammen 10 UKW Radios bzw. Receiver.
    Ich möchte nicht von Regierungs/Lobby Seite – z.B. 2015 wie in Berlin gemunkelt wird – mir vorschreiben lassen, das ich diese Geräte alle verschrotten muss und dann ohne Neuinvestition nichts mehr hören kann.
    Das würde ich als beträchtlichen Eingriff in meine Lebensführung sehen und die dies propagierenden Parteien entsprechend “belohnen”.

    14. Januar 2018
    Reply
  2. Carsten Schauer said:

    So ein Mumpitz. Sorry!
    Bei mir hat DAB+ schon lange die alten UKW Kisten abgelöst.
    Digital-TV hat auch mehrere Anläufe gebraucht und ist nun das normalste der Welt.
    Kein Rauschen und inzwischen fast flächendeckend guter Empfang. (Zumindest in Bereich der BAB) Ich schalte meinen Lieblingssender in Saarbrücken an und in Berlin aus. Ende!
    Wenn man natürlich diese Billigheimer Radios testet, kein Wunder.
    UKW sollte lediglich mit einem festen Termin abgeschaltet werden um mehr Frequenzen frei zu bekommen, welcher es der Bevölkerung auch gestattet sich in Ruhe umzustellen.

    14. April 2018
    Reply
    • Stephan said:

      Hallo Carsten, einen Artikel als Mumpitz zu bezeichnen, weil man substanzlos eigene Erfahrungen beschreibt, lässt den Sachverstand gut ableiten. Gerade im Kfz weiß ich von einigen Fällen, die in Großräumen wie Hamburg neben genau aufgrund von Unterbrechungen trotz DAB+ auf UKW zurückgeschaltet haben. Auch ändert die eigene Erfahrung, was ja schön ist und unbenommen bleibt, nichts an sachlichen Fakten, die ich beschrieben habe. Im ländlichen Gebiet und als Funkamateur sehe ich mich schon im Stande, eine pegelmessung korrekt interpretieren zu können. Der Umstand, dass es selbst auch teure DAB+-Empfänger hauptsächlich nur mit Chips von Frontier Silicon und Media Systec gibt, lässt den Begriff Billigheimer etwas anders interpretiert. Davon abgesehen, dass kein DAC bei komprimierten und durch Fehlerkorrekturen bereinigte Datenströme aufwerten kann, im Gegenteil: Hochwertige Wiedergabekette bedeutet in diesem Falle sogar ein klanglicher Nachteil, wenn ein DSP nicht zum Schönfärben nachgeschaltet wurde. Der Verlust von Räumlichkeit und Details im Rahmen auch des Internet-Radios ist hörbar, stört mich aber beim Radio nicht, weil ich im Alltag die tatsächliche Klangqualität vernachlässigen kann.

      Die Aussage bezüglich des Digitalfernsehens möchte ich ebenfalls nicht unkommentiert lassen und auch hier orientiere ich mich an Fakten. Den Fortschritt bezahlt haben die Verbraucher durch Technologien, die in ihrer Halbwertzeit deutlich die Gerätelebensdauer unterschreiten. Angefangen mit DVB-S (SD-Programme werden jetzt auch abgeschaltet), DVB-T (inzwischen auch weg) und RTL bzw. die ProSieben/SAT.1-Gruppe strahlt ihr Werbefernsehen jetzt nur noch gegen Gebühr aus. Ob man das für sich als Fortschritt empfindet, ist Ansichtssache. Dennoch ist es ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen, denn Radio hört man nicht nur stationär, sondern auch mobil und portabel und das auch an unzugänglichen Orten, im Keller, Schuppen oder eben auf dem Lande in einer Blechhütte. Sicher ist auch nichts generell gegen die UKW-Abschaltung zu sagen, inzwischen verfüge ich im Haus nur noch über Internet-Radios. Aber das erfordert einen flächendeckenden und vor Allem nutzbaren Ausbau einer alternativen Technik, das ist Abseits der Ballungsräume faktisch nicht gegeben und es sieht auch nicht so aus, dass sich was ändert. Mumpitz ist das aufgrund der verbreiteten Diskussionen, auch von sachkundigen Menschen, ganz sicher nicht. Einzelfälle sind global betrachtet aber Ausnahmen. Alleine die Reichweite, selbst von UKW, deckt diesen Anspruch unser im Grundgesetzt festgeschriebenen Informationsfreiheit nicht ab. Dass man die Mittelwelle stillgelegt hat, war ein unverzeihlicher Fehler. Dass Deutschland nicht auf Ewig von Katastrophen verschont bliebe, zeigen ja die jüngsten Witterungsbedingungen anschaulich. Es reicht aus, wenn ein KVZ durch einen Blitzschlag zerstört wird oder, wie in unserer Region passiert, der Strom mal für zwei Stunden ausfällt. Wäre hier nicht ein Amateurfunkgerät zur Hand gewesen, das auch über einen UKW-Empfänger verfügt, wäre die Informationsverbreitung für uns ein Problem gewesen. Denn das Handynetz fiel ebenfalls aus, somit war keine Kommmunikation mehr möglich. Es gibt daher durchaus Sinn für analoge, autarke Funkstrecken.

      Vermutlich denken wir Funkamateure quasi “von Berufswegen” etwas weiter, auch durch unsere Erfahrung. Das sollte man bei diesem Artikel einfach mit berücksichtigen. Es gilt aber, wie in allen Lebensbereichen, das die eigene Erfahrung nicht die Regel wiederspiegelt, was mir beim Schreiben dieses Artikels durchaus bewußt war.

      14. April 2018
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  3. Hans Einar Johannessen said:

    Hier in Norwegen hat der Staatsfunk um die 50% der Hörer verloren . 80% der Autos haben kein DAB+ und bei den
    Meisten sind nachrüsten sinnlos, bei meinen 2012 Skoda würde es 2500 Euro kosten. Adapter geben keinen Empfang.
    Sonnst sind 25000000 UKW Radios Sondermüll geworden. Batterie betriebene DAB+ Radios sind Batterie vernichtungs Geräte
    Alles ein Schwachsinn

    1. Mai 2018
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  4. Ralf said:

    Habe seit drei Monaten ein DAB+ Radio im neuen Auto (Volvo). Doch von der Qualität bin ich ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht. Ich bin davon ausgegangen, dass die Qualität in etwa mit den Internetstreams vergleichbar sein wird, doch Pustekuchen. Die Sender scheinen in extrem niedriger Bitrate zu senden. Sprache hört sich häufig richtig nervig krächzend an und Musik wirkt sehr mager und mit wenig Dynamik. Vor allem wenn ich dann von DAB+ auf Internetstream umschaltet ist das wie eine andere Welt.

    Fazit für mich: beim nächsten Auto spare ich mir die Option DAB+ Empfang und stecke die Kohle lieber in ein paar GB mehr Datenkontingent beim Mobilfunkanbieter.

    15. Mai 2018
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  5. Bruno said:

    Ich habe in drei Autos JVC DAB+Radios verbaut und bin sehr zufrieden damit. Bis auf Tunneldurchfahrten funktionieren die Geräte tadellos und der Sound ist bei den hier in der Schweiz und im Schwarzwald empfangbaren Sendern durchwegs gut. Die Geräte werden alle jeweils an einer externen Endstufe und mit einem Multilautsprechersystem eingestzt. Also ich vermisse UKW nicht wirklich.

    29. Mai 2018
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  6. Michael said:

    Ich bin mit DAB+ Sehr zufrieden was haupsächlich daran liegt das ich endlich mehr Programme als nur Drei empfangen kann. In der hinsicht ist DAB+ klar UKW überlegen ich wohne in Flörsheim in der nähe von Frankfurt und bekomme über UKW noch nicht mal Klassik Radio rein. Was den klang betrifft kann man das meiner Meinung nach schwer vergleichen. Man müsste bei UKW erst mal das leichte hintergrund rauschen herausfiltern um beide sachen wirklich vergleichen zu können.

    9. Juni 2018
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    • Stephan said:

      Natürlich sind es zwei vollkommen verschiedene Übertragungstechniken, aber unter Berücksichtigung der Vor- und Nachteile kann man das schon vergleichen. Dabei bleibt die durchschnittlich schlechte Bitrate auch bei einem teuren Wandler erhalten, der noch dazu die Artefakte deutlich unangenehmer herausstellt. Hingegen kann ein guter UKW-Empfänger das Signal auch nahezu rauschfrei abbilden. Das Rauschen liegt ja besonders in Großstädten nicht an einer schlechten Versorgung, sondern am Feldeffekt durch Störstrahlungen, beispielsweise aus dem Kabelnetz aufgrund schlecht isolierter Übergangswiderstände. DAB+ ist hiervon übrigens auch betroffen, Schaltnetzteile und LED-Leuchtmittel können den Empfang stören, so dass die Fehlerkorrektur den Klang negativ beeinflusst. Wer aber viele Sender möchte, ist mit Internet-Radio im Regelfall ohnehin besser bedient. Ich habe inzwischen im ganzen Haus auf Internet-Radio umgestellt, weil mir NDR und WDR mit DAB+ nicht angeboten wird. Die Lobby wird sich freuen, befinden sich in zwei Geräten doch brach liegende DAB+-Empfänger.

      9. Juni 2018
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  7. pixelrolli said:

    @Stephan: Kann ich alles nur bestätigen. HAbe mir vor kurzen zwei DAB+ Radios zugelegt. Eines von Sangean und eines von Sony. Leider beide in Bezug zum normalen UKW und Internet Radio völlig enttäuschend. Das Internet Radio bietet eine wirklich (auch Messbare) deutlich höhere Dynamik ab als die DAB Empfänger. Die DAB Radios klingen “Lustlos” und “Mager” während ich bei den Internet Empfängern zumindest noch den Ansatz von HIFI Spüre. – Ich nutze seit Jahren das UKW Band, immer nur hochwertige, Trennscharfe Empfänger von Braun, Sansui, Marantz usw. ….im Auto ausschließlich alte Blaupunkt und Becker Radios!!! Wenn die Leute nur bereit wären für ihre UKW Kisten etwas mehr Money zu investieren, würden sie sehr schnell merken das der anlaloge Empfang wirklich gar nich so schlecht ist! Mein Becker Indianapolis im Auto rauscht z.b. nie bei Landesweiten UKW sendern, es empfängt t.w. 120km weit entfernte sender im Stand ruaschfrei (hier in Hagen zb. NDR2) und der Emfang ist nur in Tunneln gestört. Jedes Billig UKW Radio kann da nicht mithalten weil eben billig! DAB ist eigentlich nur gestört. ich kann es nur im Stand ungetrtübt geniessen, und das auch nur wenn ich richtig mit dem PKW stehe! und dann kaufe ich mir sowas um 5 Jahre zu experemntieren wie es am besten funktioniert und dann wird alles wieder über den Haufen geworfen. NEIN DANKE….ich bleibe bei UKW-Ananlog!

    22. August 2018
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