Adam Hall SKS 05, Keyboard- und Geräteständer

Ein Tasteninstrument aufzustellen, das ist für den Laien schnell erledigt. Man kaufe sich einen Keyboardständer in X-Form und gut, aber ist das wirklich so gut? Ich finde gewöhnliche Keyboardständer alles andere als praktisch. Zum einen liegt der Schwerpunkt im Zentrum und schränkt die Beinfreiheit ein, zum anderen lassen sich Breite und Höhe nur simultan verändern. Zusammen gelegt sind sie dann noch meist über einen Meter hoch, weil die beiden Komponenten in Summe natürlich länger sein müssen, um in der X-Form die notwendige Breite und Höhe anzubieten.

Schlussendlich kenne ich wenige Ständer, meist nur mit doppelter Verstrebung, die ein Instrument wackelfrei tragen können. Alternativen in Form aufwendiger und schwerer Keyboardtische gibt es auch, die allerdings vorwiegend für große Instrumente gedacht sind. Wenn man wie ich noch dazu mit vielen kleineren Geräten arbeiten will, wie Synthesizer, Mixer und anderem Gerät, das deutlich schmaler als 50 cm ist, hat man mit so einem Keyboardständer verloren. Früher hatte ich einen X-Ständer für Geräte mit 19 Zoll Breite verwendet, diese standen allerdings recht hoch und das Konstrukt war ziemlich wackelig. Da muss es doch etwas anderes geben und eher zufällig bin ich auf ein Produkt gestoßen, das meine Probleme lösen kann.

Der Adam Hall SKS 05 im Überblick

Der Hersteller Adam Hall fertigt im Wesentlichen günstiges Zubehör für die Rackmontage, aber eben auch verschiedene Ständer, selbst in X-Form für Keyboards. Der SKS 05 macht jedoch einiges anders und noch dazu sehr viel besser. Das beginnt mit der grundsätzlichen Konstruktion. So besteht er aus zwei Teilen, die etwa an eine C-Form erinnern, wobei je das untere Rohr auf dem Boden als Standbein liegt und das obere das Instrument trägt. Die senkrechte Verbindung befindet sich aber nicht ganz hinten, sondern im hinteren Drittel. Hieran ist auch die Verbindung beider Teile befestigt. Dabei handelt es sich um ein ausziehbares System, das an einen Jägerzaun erinnert. Die einzelnen stabilen Verstrebungen sind miteinander vernietet, zwei rückseitige Rändelschrauben an den Standbeinen erlauben die Fixierung. Im zusammengeschobenen Zustand befindet sich das Auszugssystem sauber übereinander gelegt und entfaltet sich, wenn man die Schrauben löst und die Konstruktion auseinander zieht, ähnlich wie ein Akkordeon. Dabei wird aufgrund der Befestigung über zwei Punkte verhindert, dass das Ganze instabil wird. Hat man die gewünschte Breite eingestellt, kann man die Schrauben anziehen und das Ganze steht sicher. Dabei ist das Packmaß von 61 mal 31 cm noch dazu gering.

Maximal lässt sich der Ständer mit Geräten bis 50 kg belasten, das erreichen nicht mal Instrumente mit 88 Tasten. Allerdings wird als Tiefe 310 mm angegeben, das ist faktisch die Länge der beiden Auflagearme. Im Falle meines Korg Pa1000 zeigt sich jedoch, dass es überhaupt nichts ausmacht, wenn das Instrument vorne einige Zentimeter übersteht. Gleiches gilt für die Breite, wie bei einem üblichen X-Ständer liegen die Arme natürlich nicht direkt an den Seiten, was auch für die Stabilität begünstigend ist. Während die Höhe zwischen 61 und 85 cm über Einstelllöcher mit einer Feder in fünf Stufen fest vorgegeben ist, kann die Breite variabel bis auf 82 cm ausgezogen werden. Daher lassen sich auch schmale Geräte sicher aufstellen. Der SKS 05 besteht übrigens aus pulverbeschichtetem Stahl, wobei mir Silber besser gefallen hätte, als Schwarz. Unten befinden sich je zwei Gummidämpfer, die auch das Rutschen effektiv verhindern, die Auflagearme sind ebenfalls mit je zwei verschiebbaren Gummipuffern versehen. Geliefert wird er übrigens in einer schlichten Pappschachtel, eine Anleitung braucht es aufgrund der Einfachheit nicht.

Der Adam Hall SKS 05 in der Praxis

Adam Hall SKS 05 mit Tascam DP-32 SD

Die Handhabung ist denkbar einfach. Insgesamt vier Schrauben sorgen dafür, dass sich der Ständer auch nicht bei grober Behandlung ungewollt zusammen faltet. Zwei befinden sich an den seitlichen Auszugselementen und reichen durch einen Schlitz, weil sie sich entsprechend der Breite verschieben. Die anderen beiden sichern den Teleskopauszug für die Höheneinstellung und befinden sich an der Vorderseite. Zunächst löst man alle vier Schrauben und zieht den Ständer etwas auseinander, weil alle vier im eingeschobenen Zustand den Höhenauszug fixieren. Zunächst sollte man die Höhe einstellen und drückt dazu die zwei Federn in den Ständer, die sich durch die Öffnungen des Außenrohres drücken und die Höhe fixieren, bei fünf Löchern je Seite kann man gut abzählen. Anschließend zieht man den KSK 05 in die gewünschte Breite und dreht alle vier Rändelschrauben fest. Dabei fiel mir auf, dass der Ständer leicht nachgibt, was schlussendlich daran lag, dass erst eine Last zur Stabilisierung notwendig ist. So wackelt das Korg Pa1000 kein Stück und liegt so sicher, wie auf einem Keyboardtisch. Gleiches gilt für den Tascam DP-32 SD, das mit rund 50 cm in der Breite ebenfalls sicher liegt. Es wackelt nichts, es rutscht nichts, die Geräte stehen sicher auf dem Boden.

Fazit

Nach so etwas habe ich schon lange gesucht und auch schon mal irgendwo gesehen. Wie das aber mit Zubehör so ist, wird man nicht auf Anhieb auf den Hersteller aufmerksam. Sucht man im Netz nach Keyboardständer, findet man entsprechend nur die üblichen Konstruktionen. Geräteständer hilft hier schon weiter, wobei es besonders für Mixer noch andere Konstruktionen gibt. So schön der Adam Hall SKS 05 auch ist, lässt er sich beispielsweise nicht neigen. Dafür aber trägt er alles, was irgendwie rechteckig und nicht viel Breiter als einen Meter ist.

Einzig muss man beim Preis von 49 Euro bedenken, dass es durchaus Fertigungstoleranzen gibt. So hört man beim Schütteln die Splitter, die sich noch in den eckigen Rohren befinden, auch lagen beim zweiten Exemplar zwei der Rändelschrauben einfach so in der Tüte. Das kann man bei diesem Preis absolut tolerieren, zumal das der Effizienz nicht im Wege steht. Immerhin bekommt man am Ende einen universellen Ständer, die nebeneinander eine ganze Batterie von Hardware oder auch ein langes Brett tragen können.

Sei der Erste, der das kommentiert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.