Test: Clubhouse für Android mit externen Audiogeräten

Letzte Aktualisierung am 14. Mai 2021

Ergänzend zu diesem Artikel zum Thema Clubhouse und externe Geräte am iPhone konnte ich nun eine Beta der bald im Play Store erhältlichen Android-Version ausprobieren. Vor längerer Zeit, noch mit Android 9 auf dem Motorola One Vision, stellte ich in meinem Vergleichstest von USB-Mikrofonen fest, dass es auch hier einen Telephony-Mode gibt. Mehrfach wurde ich gefragt, ob man beispielsweise einen Skype-Call direkt als Podcast aufzeichnen und dafür ein externes USB-Mikrofon nutzen kann, Tests zeigten, dass dies nicht funktioniert hat. Die Ursprungsfassung wurde überarbeitet, die jetzt aktuell getestete Version ist Clubhouse 0.1.3.

ESI GIGAPORT eX und UGM192

Es mag an Android 10 liegen, dass sich dieser Umstand geändert hat. Zumindest ist es in Clubhouse möglich, auch auf der Bühne USB-Mikrofone und Audio-Interfaces unter Android einzusetzen, was bislang nur iPads mit USB-C vorbehalten blieb. Ein Kurztest mit dem Elgato WAVE:3 war dabei allerdings nicht ganz so erfolgreich, was allerdings auch an der Konfiguration meines Motorola One Vision gelegen haben könnte. Im Gegensatz zum iPhone wurde auf der Bühne das Audio zwar übertragen, allerdings war der Mikrofonsound mit Version 0.1.3 nicht zu hören. Wichtig dabei zu wissen ist, dass sowohl PowerAmp, als auch eine Fieldrecorder-App direkt im Hintergrund aktiv wurde und möglicherweise Clubhouse gestört hat. Im Gegensatz zum iPhone lässt sich allerdings feststellen, dass die Begrenzung auf 3,3 V nicht gilt, auch wenn USB-C als Host wiederum auch nur leisten kann, was das Smartphone hergibt. Immerhin klappte die Verbindung sowohl angeschlossen über einen Hub, als auch direkt mit einem nativen USB-C-Kabel. Am iPhone funktioniert es hingegen nur, bis man die Bühne betritt, dann wird auf die internen Mikrofone und Lautsprecher gewechselt. Für Gitarristen empfiehlt sich das ESI UGM192 in Verbindung mit beispielsweise einem Shure SM58, leider bietet es jedoch keinen Line-Eingang und war ohne externe Stromversorgung nicht zum Laufen zu kriegen. Das ist der Fragmentierung von Android und der verschiedenen Hardware geschuldet, Spaß am Experimentieren sollte man jedenfalls haben.

Inzwischen abgekündigt und für diesen Zweck super genial funktioniert hingegen der kompakte Roland Go.Mixer Pro, hieran lassen sich sowohl phantomgespeiste Kondensatormikrofone, als auch Lavaliermikrofone wie das RODE Lavalier Go mit Plug-In-Power betreiben. Darüber hinaus gibt es einen Stereo-Input für Keyboards, einen Gitarreneingang und zwei Mini-Klinkeneingänge für Consumer-Geräte, sowie eine damit verschaltete und halbgare Karaoke-Funktion. Kabel für USB-C und Lightning liegen bei, alternativ lässt sich auch die kleinere Version Go.Mixer einsetzen, die kein Batteriefach und somit keine XLR-Buchse hat.

Auch spannend ist clubdeck.app unter gleichnamiger Webseite, eine Anwendung für macOS und Windows, die Clubhouse auf den Computer bringt. Dabei ist die Version für Windows 10 deutlich spannender, weil sich Audiogeräte über das Betriebssystem zuweisen lassen, am Mac werden nur die Standardgeräte genutzt. Kreative haben somit endlich mehr als nur Notlösungen, wenn sie ihre Performance ins Clubhouse bringen wollen.

Abschließend ein Wörtchen zur Barrierefreiheit, blinde Nutzer haben mit dem neuen Clubhouse ausgehend von Version 0.1.3 nahezu dieselbe Freude. Lediglich  werden in der Raumübersicht derzeit nur die Vornamen angesagt, aber mit den zugehörigen Attributen Moderator, Sprecher und stummgeschaltet. Ebenso funktioniert in dieser Version auch die Mikrofontaste und das Handheben, während in der Alpha-Version nicht einmal die Benachrichtigungen dargestellt wurden. Es ist schon erstaunlich, wie man die Barrierefreiheit so schnell in recht guter Qualität auch zu Android übertragen hat.

Nach wie vor lässt sich nur ein Gerät in Clubhouse anmelden, ein zweites Gerät meldet das erste ab. Ein Workaround ist, sich zeitgleich mit zwei Geräten anzumelden und nach Eingabe der Handynummer den ersten Bestätigungscode zeitgleich an beiden Geräten einzugeben, auf diese Weise sind mein iPhone und iPad wechselseitig nutzbar. Zumindest waren sie das, mit der aktuellen iOS-Version klappt dies zumindest aktuell nicht mehr. Kreativen empfehle ich daher einen Zweitaccount, den man auf der Stage zur aktiven Moderation nutzt, ein günstiges Android-Smartphone mit USB-C-Port ist für um 100 Euro erhältlich.

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