RODECaster Pro und Clubhouse, wie Du das Mischpult richtig nutzt

Letzte Aktualisierung am 31. Mai 2021

Seit einigen Jahren verwende ich den RODECaster Pro von RODE in der Praxis und hatte ihn für AMAZONA.de schon früh ausführlich getestet. Inzwischen gab es einige Updates und während es Tontechniker zu Unrecht belächeln, hat RODE Features nachgerüstet, die sich nicht nur für Podcaster eignen. Die Mehrspurfähigkeit kam dabei recht schnell, mit Version 2 wurden dann noch weitere Funktionen nachgelegt, wie das von mir gewünschte manuelle Anpassen der Effektparameter und Möglichkeit zur Datensicherung. Dennoch gibt es einige Alternativen, welche ich im Folgenden nicht vernachlässigen will. Ausgenommen davon ist der ansonsten gute Digitalmixer Behringer FLOW 8, der jedoch nicht über eine native TRRS-Buchse verfügt und deshalb einen Stapel Adapter benötigt, aus tontechnischer Sicht also nicht wirklich ideal.

Besonders für Clubhouse bietet sich der RODECaster Pro aufgrund seiner guten Mic-Preamps und der übersichtlichen Bedienung an, zumal sich Live-Podcasts mit einem Tastendruck aufzeichnen lassen. Durch den wirkungsvollen Limiter als Übersteuerungsschutz wird sogar Auphonic überflüssig und könnte das Ergebnis sogar verschlimmbessern. Wer dem internen Recorder nicht traut, zeichnet einfach parallel am Tablet oder Computer auf, was auf Clubhouse übrigens nur dann erlaubt ist, wenn alle Teilnehmer auf der Bühne zugestimmt haben. Wer jetzt nicht weiß, worum es bei Clubhouse geht, lese dazu diesen Hintergrundbericht.

Aktuell hat RODE eine Beta-Firmware 2.1.2 veröffentlicht, die jetzt sogar die MIDI-Implementation nachlegt. Damit kann der RODECaster Pro auch die DAW-Steuerung übernehmen oder mit MIDI Time Code synchronisiert werden. Darüber hinaus wurden die Features der SoundPads erweitert, so dass sich spontan auch ein Zensurton abfeuern oder kurzfristig stummschalten lässt. Features, die bereits der TC Helicon GO XLR beherrscht hat. Über Sinn und Unsinn lässt sich wahrlich streiten, für mich sind das jetzt keine Killer-Features. Dafür aber die bis Dato fehlende ASIO-Unterstützung, so dass man den RODECaster Pro in professionelle Audioumgebungen einsetzen kann. Auch freuen wird manche die Sprachauswahl, die internen Menüs sprechen unter Anderem nun auch deutsch.

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Der RODECaster Pro im Vergleich

Bevor ich auf die Spezialitäten für Clubhouse eingehe, schauen wir uns den RODECaster Pro etwas genauer an. Neben dem Tascam DP-32 SD, Model 12, Zoom LiveTrak L-8 und Roland Go.Mixer Pro ist der RODECaster Pro mein viertes Pult, was sich besonders für gut klingende Sprachaufzeichnungen eignet. So habe ich ihn in die Konsole integriert, denn für Podcasts, akustische Bedienungsanleitungen und Zoom-Meetings ist er für mich in Verbindung mit dem PSA1 und Broadcaster aus gleichem Hause das unkomplizierteste Gerät, allerdings auch mit den größten Einschränkungen bezogen auf die Anschlussvielfalt und fehlende ASIO-Unterstützung. LiveTrak L-8 und Model 12 verfügen ebenfalls über eine vierpolige Klinkenbuchse zum direkten Anschluss von Smartphones und Tablets. Im Gegensatz zu herkömmlichen Mischern sorgt Mix-Minus dafür, dass der Kanal des Mobilgeräts aus dem Main-Mix rausgefiltert wird, das vermeidet Echo und Rückkopplungen. Neu beim RODECaster Pro und Model 12 ist die einstellbare Latenz, um eine Verzögerung des Audiosignals zur Synchronisation mit dem Videobild zu ermöglichen, denn auch Vlogger nutzen den RODECaster Pro recht häufig.

RODE RODECaster Pro Rückseite

Eingangsseitig lassen sich am RODECaster Pro bis zu vier Mikrofone anschließen, die individuell mit Phantomspeisung versorgt werden können. Selbstverständlich ist das keineswegs, bei Tascam und Zoom werden alle Eingänge gleichzeitig versorgt. Problematisch ist das nur für Bändchenmikrofone, dennoch mag ich es nicht, wenn unnötig Spannung anliegt. Dafür lassen sich auch Instrumente mit Tonabnehmer anschließen, das Model 12 verfügt sogar über acht Hi-Z-Eingänge. Während ein Mischpult das Verschieben im Panorama ermöglicht, um zwei Kanäle als Stereospur zu nutzen, ist dies beim RODECaster Pro nicht vorgesehen. Ist die Miniklinkenbuchse mit einem Smartphone oder Tablet für Clubhouse belegt, lässt sich Musik nur per Computer oder Bluetooth einspielen. Will man dennoch die Mikrofonbuchsen anderweitig einsetzen, geht dies nur mit externen DI-Boxen. Bei Musik und anderen Quellen sollte man darauf achten, dass die jeweiligen Eingänge nicht im Speech-Modus eingestellt sind, weil Filter und EQ dann die Sprache hervorheben.

RODE RODECaster Pro Bluetooth

Mit Bluetooth erreichen wir die Problemzone des RODECaster Pro. Mir ist nicht bekannt, ob RODE diesen Punkt inzwischen verbessert hat, aber in meiner Version ist das Bluetooth-Modul etwas betagt. Für Interviews reicht die Qualität Mangels HD-Voice nicht ganz, aber es spricht nichts dagegen, beispielsweise ein Tablet mit Spotify drahtlos zu verbinden. Auch ohne aptX und AAC reicht die Qualität beim Streamen, mehr aber auch nicht. Tascam hat das bei der Model-Serie etwas anders gelöst, Bluetooth unterstützt hier auch aptX und AAC, aber dafür keinen Kommunikationsmodus. Es ist somit gar nicht möglich, ein Smartphone für ein Telefoninterview oder Clubhouse drahtlos zu verbinden, weil das Routing nach dem Gesprächsaufbau beendet wird. Wird die TRRS-Buchse genutzt, werden die Kanäle 9 und 10 belegt.

Klinkenanschluss für Clubhouse unerlässlich

Neben dem Model 12, 16 und 24 von Tascam verfügen derzeit nur die LiveTrak-Serie von Zoom und die PodTrak-Serie aus gleichem Hause über TRRS-Klinkenbuchsen. Das ist nicht nur für Clubhouse derzeit essenziell, sondern eigentlich für alle Kommunikationswege, wie Zoom- oder Skype-Meetings, FaceTime und gewöhnliche Telefongespräche. Das Problem ist der Telefonie-Modus, in welchen die Geräte versetzt werden, wenn man beispielsweise in Clubhouse die Bühne betritt. Dann nämlich werden per Lightning angeschlossene Audio-Interfaces und USB-Mikrofone abgeschaltet, so dass auf interne Mikrofone und Lautsprecher gewechselt wird. Im Test hat kein einziges meiner Pulte und Audio-Interfaces die Übertragung per Camera Connection Kit auf der Clubhouse-Bühne zugelassen, bei iPads mit USB-C ist das anders. Wichtig dabei sind vierpolige Klinkenkabel oder Adapter, welche Mikrofon- und Kopfhörersignale auf zwei Klinkenbuchsen auftrennen. Hier ist so ein Adapter mit dem Gegenstück, eventuell sieht man auch den Unterschied zwischen TRS- und TRRS-Klinkenstecker. Ich habe diese früher dazu genutzt, um das iPhone an einen Kleinmixer anzuschließen, wobei sich Mix-Minus nur mit einer Sub-Gruppe realisieren lässt. Mit dem RODECaster Pro und den anderen Pulten ist das deutlich bequemer geworden.

Hama Audio-Adapter

Ein geeignetes Klinkenkabel erkennt man an der weiteren Unterteilung auf der Hülse des Steckers. Smartphones erkennen die Belegung und schalten den Modus um, dreipolige Stecker werden als Kopfhörer und vierpolige als Headset erkannt. Auf dem Bild ist der einzelne Stecker somit vierpolig belegt. Demnach muss man unbedingt auf vieradrig beschaltete Kabel achten, wenn man auf Clubhouse das Audiosignal vom Pult übertragen will. Nutzt man Kabel mit dreipoligem Stecker, würde nämlich weiterhin das interne Mikrofon des Geräts genutzt werden. SO reicht in der Audience ein gewöhnliches Klinkenkabel und die Qualität ist sogar im Audio-Modus etwas besser. Aus obigen Gründen macht es keinen Sinn, das iPhone oder iPad per Bluetooth mit dem RODECaster Pro zu verbinden, die Audioqualität wird spätestens auf der Bühne dramatisch aufgrund des HSP/HFP-Profils einbrechen.

Apple iPhone-Dock

Während sich ein iPad aufgrund der noch vorhandenen Klinkenbuchse und dem deutlich sparsameren Betrieb im Telefonie-Modus grundsätzlich besser eignet, verfügen alle aktuellen iPhone-Modelle nur noch über Lightning-Buchsen. Der iPod Touch wäre auch eine Alternative und hat auch noch eine Klinkenbuchse, ist im Vergleich zum iPad gemessen an der Leistung jedoch zu teuer. Bei aktuellen iPhones hilft der Lightning-Adapter, welcher den ersten Versionen ohne Klinkenbuchse beilag und optional zu erwerben ist. Eine bessere Lösung ist jedoch das iPhone-Dock, welches das Smartphone ganz nebenbei in einen besser ablesbaren Winkel bringt. Viele wissen nicht, dass es sich bei der rückseitigen Buchse ebenfalls um eine vierpolige handelt, damit man die EarPods direkt anschließen kann. Diesen Umstand mache ich mir mit dem RODE SC9 zu Nutze, das optionale Klinkenkabel steckt im Dock und per Lightning lässt sich das iPhone parallel aufladen. Die zweite Generation des iPhone SE funktioniert damit sehr gut, man sollte jedoch RODECaster Pro und Ladegerät in dieselbe Netzleiste stecken, in meinem Fall am iMac angeschlossen kam es zu Einstreuungen.

Zoom LiveTrak L-8

Das Tascam Model 12 ist schon ein recht komplexes Mischpult, hingegen ist der Zoom LiveTrak L-8 abgesehen vom Go.Mixer Pro der kompakteste Vertreter und läuft sogar mit vier Batterien. Bluetooth bietet er zwar nicht, löst dafür mit maximal 96 KHz bei 24 Bit auf, während Model 12 und RODECaster Pro mit 48 KHz bei 24 Bit abtasten. Er bietet auch Pads zum Abfeuern von Sounds, die allerdings bei Nutzung der TRRS-Buchse nicht gleichzeitig zur Verfügung stehen.

Dann gibt es noch den extrem kompakten Go.Mixer Pro von Roland, inzwischen jedoch schwer zu kriegen. Mit 16 Bit Wortbreite bei 48 KHz sind die Wandler zwar nicht ganz zeitgemäß, bei nicht sorgfältiger Einstellung rauscht er etwas und im Clubhouse schaltet er auf der Bühne ab, denn man verbindet ihn mit dem mitgelieferten Lightning-Kabel. Ansonsten wäre er mein absoluter Geheimtipp für Performer, Sänger und Instrumentalisten. Parallel lassen sich zwei Mikrofone anschließen, wahlweise mit Phantomspeisung, am zweiten Eingang steht Plug-In-Power bereit und speist beispielsweise ein Ansteckmikrofon, beispielsweise das RODE Lavalier Go. Darüber hinaus gibt es einen Stereo-Instrumenteneingang, einen Hi-Z-Eingang für Tonabnehmer und zwei Line-Eingänge, die allerdings intern nicht geregelt werden können. Das Ganze gibt es mit rund 130 Euro auch deutlich günstiger, nützt nur leider im Clubhouse derzeit wenig. Schade, denn mit der abschaltbaren Loopback-Funktion und Karaoke-Modus wäre er dafür wie geschaffen. Vielleicht wäre es den Entwicklern möglich, die App so zu gestalten, dass sie den Telefon-Modus gar nicht erst nutzt, damit wären diese Probleme vom Tisch. Das würde die Bandbreite potentieller Audio-Interfaces auf einen Schlag erweitern. Aktuell bleibt nur die Lösung eines analogen Audio-Interfaces am Klinkenanschluss, wie beispielsweise das IK Multimedia iRig 2.

Akkubetrieb und Mikrofone für den RODECaster Pro

Neben dem SC9bietet RODE mit dem DC-USB1 ein Kabel zur Stromversorgung per USB an, das allerdings etwas problematisch ist. Die Nominalspannung des RODECaster Pro wird von 12 auf 5 Volt umgewandelt, so steigt laut ohmschen Gesetz die benötigte Stromstärke. Das Netzteil liefert 1.500 mA bei 12 V, so dass sich die benötigte Leistung bei Halbierung der Spannung auf 3.000 mA verdoppeln würde. Bei den am USB-Port anliegenden 5 V ist also die Leistung theoretisch sogar noch höher. Allerdings liefern Netzteile üblicherweise höhere Ausgangssleistungen, als vom Gerät eingefordert werden, damit dieser Headroom Spannungsspitzen abfangen kann. RODE selbst empfiehlt eine Powerbank, die QualComm QuickCharge 3.0 und Power Delivery unterstützt, das sind also jene mit 2,4 A Ausgangsleistung. Meine vorhandenen Powerbänke haben im Gegensatz zu einem USB-Hub mit sieben Ports abgeschaltet, leider auch mein USB-Multimeter. So war es mir nicht möglich, die tatsächlich abgerufene Leistung zu messen, die vermutlich aber schon deutlich über 2 A liegen dürfte. RODE gibt bei 10.000 mAh eine Batterielaufzeit von acht Stunden ohne Phantomspeisung an, so dass selbst die Hälfte für die Aufzeichnung einer Show ausreichen dürfte. Bei dieser grenzwertigen Leistungsaufnahme rate ich dringend dazu, hochwertige Powerbanks mit Marken-Akkus zu wählen, welche vor Überhitzung und Überlast schützen und besser rechtzeitig abschalten, sofern es doch einmal zu viel werden sollte.

RODE DC-USB1

Für den Betrieb am MacBook Pro oder Rechner mit USB-C-Buchse bietet RODE mit dem SC16 ein 30 cm kurzes USB-C-Flachbandkabel an. Wie bei allen Interfaces dieser Art ist Type-C eigentlich nicht nötig, weil USB-Audio-Class 2 genutzt wird. Im Gegensatz zum Zoom LiveTrak L-8 wird der RODECaster Pro über die USB-Buchse nicht mit Energie versorgt. Wer ein iPad Air 4 oder Pro mit USB-C sein Eigen nennt, kann ihn damit ohne weiteres Zubehör anschließen. Schade, dass USB 3.2 Gen. 2 nicht unterstützt wird, dann wäre nämlich eine Energieversorgung über den Rechner möglich. Zugegeben ist es recht kurz und nicht günstig, enthält aber einen kleinen Ferritkern.

RODE SC16

RODE hat Settings für hauseigene Mikrofontypen in den RODECaster Pro gepackt, die nicht nur den Gain voreinstellen, sondern auch eine Frequenzanpassung vornehmen. Verwendet man verschiedene RODE-Mikrofone, wird die Charakteristik entsprechend angeglichen, allerdings nicht in Richtung Neutralität und verhelfen der Stimme zu etwas mehr HiFi-Sound. Die Presets sind zwar besonders für Einsteiger nützlich, die ihre Aufnahmen nicht nachbearbeiten wollen, auf Clubhouse ist das allerdings eher störend. Grund ist, dass viele ihre iPhone-Mikrofone nutzen und die Klangunterschiede zu einem selbst dann relativ groß sind. Ich empfehle stattdessen das Condenser- bzw. Dynamic-Preset zu verwenden, welche die Mikrofonsignale unverfälscht weitergeben. Ob APHEX und Co. Eher zu empfehlen sind oder nicht, hängt von der jeweiligen Stimme ab. Experimentieren ist jedenfalls sehr sinnvoll, um die passende Einstellung zu finden. Im umgekehrten Fall können die Presets einem eher mittenbetonten Mikrofon auch zu etwas mehr Fülle verhelfen. Wer verschiedene Mikrofone nutzt und den Aufbau beschleunigen will, findet mit den RODE XLR-ID acht Farbmarkierungsringe für vier XLR-Kabel in den jeweiligen Farben des Eingangskanals als Zubehör.

RODE RODECaster Pro Mikrofonauswahl

Aufgrund meiner Experimente halte ich im Gegensatz zu vielen Empfehlungen inzwischen das NT1, NT1-A, NT2-A und auch das NT1000 für eher ungeeignet. Es sind zwar sehr rauscharme Mikrofone mit einer breiten On-Axis, aber genau hierin liegt das Problem. Bei ungünstiger Raumakustik muss man schon sehr nahe heran und der Nahbesprechungseffekt ist nicht für jede Stimme zuträglich, auch übertragen die empfindlichen Kapseln selbst dann leiseste Geräusche. Ich habe lange die ISOVOX V2 Sprecherkabine und das RODE NT1000 verwendet, wobei ich mit der Zeit die internen Effekte des RODECaster Pro deaktiviert habe. Inzwischen habe ich festgestellt, dass das RODE Broadcaster durch die recht enge Einsprechrichtung und rückseitige Dämpfung selbst die Kabine überflüssig macht, dafür ist der Grundsound nicht mehr so trocken, aber auch nicht so karton-like. Mit dem Rücken zur Wand und ins Zimmer gesprochen sind die Ergebnisse bei brauchbarer Raumakustik recht gut, obwohl das Broadcaster die gleiche HF2-Kapsel aus dem RODE NT1000 enthält. Meinen ausführlichen Test zum Broadcaster findet Ihr hier.

RODE Broadcaster an PSA1

Das Broadcaster ist allerdings recht teuer und benötigt Phantomspeisung, so dass es mit dem Procaster durchaus eine sehr gute Alternative gibt. Es handelt sich hierbei auch um ein Sprechermikrofon, allerdings mit einer dynamischen Großmembrankapsel. Als Tauchspule ist die Ausgangsspannung niedriger und rauscht je nach Preamp etwas mehr, passt aber klanglich gut zum RODECaster Pro. Es kostet etwa die Hälfte und bietet auch eine sehr gute Unterdrückung von Plosivlauten, wobei der optionale Windschutz WS2 mehr Sicherheit bietet. Einen Vergleich aller RODE-Mikrofone mit Ausnahme des Broadcaster findet Ihr hier. Hingegen gefällt mir das PodMic nicht so wirklich, das RODE zum RODECaster Pro empfiehlt. Es ist mit rund 100 Euro das günstigste Mikrofon der Serie, aber auch nicht viel günstiger als das Procaster. Dennoch gibt es klangliche Unterschiede, so ist es leiser und der interne Windschutz wirkt Plosivlauten weniger entgegen, wobei es natürlich ein Preis-Leistungs-Tipp sein kann, sofern man vier Mikrofone braucht. Um Ständer und Kabel muss man sich allerdings noch bemühen, das Mikrofon kommt selbst nur mit dem Galgen und ist mit knapp unter einem Kilo auch recht schwer.

RODE PodMic

Es muss natürlich nicht immer RODE sein, das Shure SM7B oder auch “Michael-Jackson-Mic” läuft sehr gut am RODECaster Pro. Mit knapp unter 400 Euro hat Shure zwar den Preis von ursprünglich um 750 Euro deutlich gesenkt, für ein dynamisches Mikrofon ist es allerdings nicht günstig. Es kommt wie das Broadcaster mit integriertem Lowcut-Filter und bietet zusätzlich auch ein Präsenzfilter, welches die Anhebung des mittleren Frequenzspektrums ermöglicht. Im Lieferumfang sind bereits zwei verschiednee Windschütze enthalten, die auch in Teilen klangformend wirken. Die Kapsel stammt übrigens aus dem SM57 und ist nicht zu jener im neuen MV7 vergleichbar, beide unterscheiden sich im Klangcharakter recht deutlich voneinander. Es ist für die Überkopfmontage vorgesehen, lässt sich aber auch an einem Tischstativ montieren. Besonders ist die Unempfindlichkeit gegenüber Vibrationen und durch die etwas zurückgestellte Kapsel kann es quasi nicht übersteuern, sehr gut für “Mikrofonfresser”. Eigentlich ist das SM7B etwas kritisch, denn viele Mic-Preamps in Audio-Interfaces liefern oft zu wenig Verstärkung, aber der RODECaster Pro kommt mit ihm gut zurecht. Wer gerne singt, sollte es dem Broadcaster gegenüber vorziehen, zumal es auch recht unempfindlich gegenüber ungünstigeren Raumverhältnissen ist. Das SM7 wird seit Jahrzehnten nahezu unverändert gebaut, die B-Version unterscheidet sich lediglich in der Abschirmung gegenüber elektromagnetischen Störfeldern. Es ist nahezu unverwüstlich und befindet sich in vielen amerikanischen Radiostationen, während das Broadcaster zum Standard des ORF gehört. Hier geht es zu meinem ausführlichen Testbericht.

Shure SM7B

Fazit

Mit dem RODECaster Pro macht man in jedem Fall alles richtig. Es sei denn, man ist Musiker und will etwas mehr, beispielsweise das Pult auch live einsetzen wollen, hier wäre das Tascam Model 12 der absolute Allrounder. Für alle anderen und insbesondere für Clubhouse liefert das RODE-Pult eine gute Performance ab, sieht schick aus und das Versprechen von Firmware-Updates wurde gehalten. Einzig die Verarbeitung mit der empfindlichen Aluminiumoberfläche hätte besser sein können, beispielsweise auch in Form eines robusten Kunststoffcases. Immerhin ist er Dank optionaler USB-Stromversorgung auch portabel einsetzbar und bietet nach wie vor dieselbe gute Qualität, wenn auch jetzt mit deutlich mehr Tweaks.

Neben der PodTrak-Serie von Zoom mit mehr Nachbearbeitungsfunktionen ist vor Allem das LiveTrak L-8 nicht nur aufgrund der optisch schicken Meterbridge eine spannende und kompaktere Alternative, Batteriebetrieb und USB-Stromversorgung und TRRS-Kabel serienmäßig, sechs Pads, die allerdings nicht gleichzeitig mit dem Smartphone nutzbar sind und auch kein integrierter Sprachprozessor. Dafür kann es höher auflösen und bietet wie das Model 12 einen Effektprozessor, aber kein MIDI, was Musiker mitunter nicht freuen dürfte. Gitarren lassen sich am Zoom ebenfalls anschließen, so auch mehrere Geräte mit Line-Level. Die Multitrack-Funktionen lehnen sich stark an das Model 12 an, dessen interner Recorder keine Wünsche offen lässt. Die Quintessenz ist, dass es nicht das optimale Pult gibt, wenn man mehr als nur Sprachaufzeichnungen machen will. Wer sich aber nicht mit der Audiotechnik auseinandersetzen will, kommt am RODECaster Pro jedenfalls nicht vorbei.

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